Die Otterfamilie freut sich auf Ihr neues Zuhause

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Die Kurzkrallenotter-Familie des Loro Parque, auch Zwergotter (Aonyx cinereus) genannt, zieht wieder in Ihr früheres Gehege ein, nachdem dieser renoviert wurde, und nun dem natürlichen Lebensraum dieser Raubtierarten entspricht.

Die Renovierungsarbeiten dauerten circa drei Wochen und umfassten die Reparatur des Teichs und die Wartung der Filteranlage, zur Verbesserung der Wasserqualität. Während dieser Zeit gab es im Park Nachwuchs zu bestaunen. Vier prächtige Otter-Babys sind die neuen Mitbewohner, die es sich bald, in Ihrem naturnah gestalteten neuen Gehege so richtig gemütlichen machen können. Mit den neuen Bewohnern leben jetzt neun Otter im Loro Parque.

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Der Zwergotter hat stark reduzierte Krallen, sein Fell ist an der Oberfläche dunkelbraun, der Nacken und der Bauch sind heller. Sein Fell ist kurz und absolut wasserdicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Ottern haben die Zwergotter recht kurze fingernagelartige Krallen, weshalb sie auch als Kurzkrallenotter bezeichnet werden.

Diese benutzen sie mit unglaublicher Geschicklichkeit. Der Otter kann Nase und Ohren beim Tauchen schließen und so das Eindringen von Wasser verhindern.

Loro Parque, gemäss TripAdvisor der beste Zoo Europas und zweitbester der Welt, erweist sich als wahre Botschaft der wild lebenden Tiere.

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Die Sandbankhai-Babies werden 5 Monate alt und strotzen vor Kraft und Gesundheit

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Loro Parque hat einen besonderen Grund zum Feiern. Denn die vier neugeborenen Sandbankhaie (Carcharhinus plumbeus) entwickeln sich gut und sind bei bester Gesundheit. Die vier jungen Haie sind am 10. März im Aquarium des laut TripAdvisor besten Zoos Europas und zweitbesten der Welt zur Welt gekommen.

Die kleinen Haie, Abel, Airam, Lian und Juan genannt, befinden sich, fünf Monate nach ihrer Geburt, in einem hervorragenden Zustand. Sie haben die erste besonders kritische Zeit gut überstanden. Nach ersten detaillierten Untersuchungen, unter anderem des Blutbildes, kann eine Diät verabreicht werden, die genau auf sie abgestimmt ist.

Die kleinen Haie zeigen eine besondere Vorliebe für Seehecht und Tintenfisch und leben in einem großzügigen Aquarium, das den Bedürfnissen dieser eindrucksvollen Meeresbewohner entspricht. Tagsüber leuchtet natürliches Licht, nachts ein sanftes Mondlicht. Auch die Temperatur wird im Rhytmus der Jahreszeiten gesteuert.

Die vier Hai-Babies spielen wie ihre Verwandten im Loro Parque eine bedeutende Rolle als Botschafter für den Schutz ihrer Artgenossen, die in den Weltmeeren durch menschliches Wirken stark bedroht sind. Bekanntlich gefährdet die steigende Ausbeutung der Natur durch eine rasant wachsende Menschheit viele Arten in ihrem Bestand, darunter die Haie, die seit 400 Millionen Jahren unsere Erde bewohnen.

Jedes Jahr werden bis zu 100 Millionen Haie gefangen und getötet. Zudem werden nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) jährlich rund 600.000 Tonnen Haie als unnützer Beifang weggeworfen. Schon jetzt werden 11 Hai-Arten, darunter auch der Sandbankhai, in der Roten Liste, der von der Ausrottung bedrohten Tierarten, genannt. Dies ist ein unverantwortlicher Aderlass, der nicht ohne Konsequenz für die Stabilität unserer marinen Lebensräume bleibt!

Loro Parque und seine Naturschutzstiftung, die Loro Parque Fundación, möchten die mehr als eine Millionen Besucher des Loro Parque dafür sensibilisieren, sich für einen wirklich nachhaltigen Umgang mit der biologischen Vielfalt wie auch mit den übrigen natürlichen Ressourcen zu engagieren.

Stellungnahme des Loro Parque zur Dokumentation „Hannes Jaenicke – Im Einsatz für Delfine“

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Vertrauen ist gut, aber Vorsicht ist besser!

Weil wir sicher sind, dass sich unsere Orcas und Delfine bei uns sehr wohl fühlen, haben wir Herrn Jaenicke und sein Team als Freunde empfangen. Nachdem wir die Dokumentation „Hannes Jaenicke – Im Einsatz für Delfine“ gesehen haben, sind wir tief enttäuscht! Aufgrund dieser bedauerlichen Erfahrung wird es jemand anders, der mit einem solchen Anliegen zu uns kommen will, leider sehr schwer haben, eine Dreherlaubnis zu bekommen. Wir sind von der Bedeutung unserer Arbeit für den Natur- und Tierschutz überzeugt. Ein aktuelles Beispiel ist ein wissenschaftliches Experiment, bei dem wir unserem Schwertwal Keto erfolgreich einen innovativen Tagging-Gürtel angelegt haben, mit dem man die Wanderungrouten großer Wale, zum Beispiel der Buckelwale, erstmals beobachten kann. Diese Forschungarbeit zugunsten des Schutzes der Wale konnte nur hier durchgeführt werden. Darauf sind wir sehr stolz und werden deswegen unsere Arbeit fortsetzen.




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Eine deutliche Bestätigung unserer Ansicht kann man auf der Webseite Meeresakrobaten finden:

Der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke war im Einsatz für Delfine unterwegs. Wer den ZDF-Film am 2. August 2016 verpasst hat, kann ihn in der Mediathek des Zweiten Deutschen Fernsehens noch nachträglich ansehen. Mir hat der Beitrag bis auf ein paar kritikwürdige Inhalte recht gut gefallen. Im Folgenden möchte ich meine Eindrücke schildern und einige Stellen aus dem Film kommentieren sowie mit eigenen Beiträgen ergänzen.

Da bei Jaenicke das Thema „Ablehnung der Orca-Haltung“ etwa ein Viertel des Films ausmacht sowie indirekt die Rettung von Orca-Weibchen Morgan negativ beurteilt wird, habe ich am Schluss außerdem noch einen Nachtrag über eine fragwürdige Rettungsaktion durch eine Delfinariengegnerin angefügt. Das von ihr am 4. August „gerettete“ Orca-Baby ist zwei Tage später verstorben.

Es gibt viele Delfin-Arten

Den einen Delfin gibt es nicht. Man unterscheidet über 40 Arten, erfährt man im Film.

Ich finde es sehr gut, dass dies gleich am Anfang der Sendung gesagt wird.

Viele Tierschutzaktivisten sprechen nämlich von dem Delfin, der soundso viele Kilometer am Tag schwimmt, der soundso viele Meter tief taucht usw. Was sie oft nicht wissen oder tunlichst aus Eigennutz verschweigen, ist, dass jede Delfin-Art und sogar jede Delfin-Population der gleichen Art andere Bedürfnisse hat.

Die in Delfinarien gehaltene atlantische Art des Großen Tümmlers zum Beispiel stammt ursprünglich aus seichten Küstengewässern und muss, um an Nahrung zu kommen, nicht viele Kilometer schwimmen wie sogenannte Offshore-Delfine, die ihr Zuhause weit draußen im Meer haben.

Jaenicke fliegt zur ersten Station seiner Dokumentation

Hannes Jaenicke fliegt in seinem Beitrag zuerst nach Hurghada ans Rote Meer. Dort lebt der Indopazifische Tümmler, der etwas kleiner ist als der Atlantische Tümmler.

Die Delfine im Roten Meer hatte ich vor sechs Jahren ebenfalls besucht. Was ich dort alles erlebt hatte, erfahrt ihr in meinem Beitrag Im Land der Pharaonen und Delfine.

Eine Woche lang auf dem Meer unterwegs

Eine Woche lang begleitet Jaenicke die Deutsch-Schweizerin Angela Ziltener auf ihrem Forschungsschiff, um zusammen mit ihr den Delfinen ganz nah zu sein und etwas über die Forschungsmethoden der Zoologin zu erfahren.

Ähnlich wunderschöne Szenen, die unter Wasser vom Filmteam aufgenommen wurden, konnte man zum großen Teil bereits in einer vor drei Jahren ausgestrahlten Sendung – „Adoptiert von Delfinen“ – sehen. Dazu habe ich seinerzeit einen Artikel verfasst. Du findest ihn unter Als Delfin unter Delfinen. Außerdem erfährst du in Mit Delfinen verantwortungsvoll umgehen, für welche Schutzmaßnahmen sich Angela Ziltener und ihr Tauchpartner Michael Stadermann einsetzen.

200 Delfine sind erfasst

200 Tiere wurden anhand markanter Körpermerkmale wie zum Beispiel der sich von Individuum zu Individuum unterscheidenden Rückenflosse (Finne) in einer Datenbank festgehalten. Jeder neu erfasste Delfin erhält einen Namen.

Die Zoologin Angela Ziltener studiert u.a., wie die Tiere schlafen und wie der Alltag der Delfine aussieht.

In voller Tauchausrüstung geht es dann in die Tiefe. Auch der menschenfreundliche Ferdinand, der eigentlich ein Weibchen ist und oft ohne Begleitung schwimmt, begegnet dem Schauspieler und der Delfin-Forscherin. Ferdinand kaut genüsslich auf einer Qualle herum, während sich die beiden Taucher ihm (bzw. ihr) nähern.

Nicht nur unter Wasser wird der Zuschauer mit herrlichen Aufnahmen verwöhnt. Auch über der Wasseroberfläche sind tolle Szenen mit eingesetzten Drohnen entstanden.

Das Bier zum Fußball

Der Film soll Emotionen wecken. Dafür werden auch gerne menschliche Vergleiche herangezogen.

In einer Szene sieht man von der Sprecherin „Männergangs“ bezeichnete Delfinbullen in Zweierkonstellationen durchs Meer ziehen. Man wundert sich, dass sie genussvoll, aber vorsichtig auf giftigen Kugelfischen herumkauen. „Das Bier zum Fußball“, meint die Sprecherin humorvoll und ist sich nicht sicher, ob Delfine Kugelfische als Drogenlieferanten nutzen.

Wie man im Film erfährt, tauschen Delfine oft Zärtlichkeiten miteinander aus. Dieses Verhalten wurde bereits in anderen Studien sowohl im Freiland als auch in Delfinarien nachgewiesen – u.a. von der international anerkannten Delfin-Forscherin Kathleen Dudzinsik im Duisburger Delfinarium. Ich verweise hier auf meinen Beitrag Kathleen Dudzinski kennt sich mit Delfinen aus.

Mensch-gemachte Bedrohungen

Bei all dem vielen Vergnügen, das Hannes Jaenicke mit den Delfinen im Roten Meer augenscheinlich hat, gibt es auch ernste Worte von ihm, die er ans Publikum richtet. So erfährt der Zuschauer, dass die weltweit größte Bedrohung für Delfine die Fischerei darstellt. Jedes Jahr sterben 300.000 Wale und Delfine in Netzen als Beifang.

Aber auch das unkontrollierte und sich immer mehr ausbreitende Whale-Watching setzt den Tieren zu. So auch im Roten Meer.

Siehe dazu den MEERESAKROBATEN-Beitrag Delfine im Roten Meer werden belästigt.

Dass „ihre“ Delfine ungestört schlafen können, ist das Hauptanliegen von Angela Ziltener. Zu wenig Schlaf kann eine Immunschwäche nach sich ziehen und die Tiere krank machen bzw. Energie rauben, die sie dringend zum Jagen und Verteidigen benötigen. Deshalb müssen ihre Schlafplätze geschützt werden und Touristen dürfen den Tieren nicht zu nahe kommen.

In ihrem Projekt Care for Dolphins versucht Angela Ziltener ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse praktisch umzusetzen.

Besuch im Nürnberger Tiergarten

Delfine in freier Wildbahn erleben zu können wie die Kinder am Roten Meer – diese Möglichkeit hat natürlich nicht jeder. Jaenicke zeigt sich hier als Realist und weiß, dass auch er sich in einer privilegierten Situation befindet. Er lebt direkt am Meer und kann von seinem Haus aus Delfine beobachten.

Der Schauspieler nimmt die Zuschauer mit zu seiner zweiten Station, in der man ebenfalls Delfine beobachten kann. Es geht in den Nürnberger Tiergarten.

Hannes Jaennicke spricht dort mit dem Tiergarten-Leiter Dr. Dag Encke und erfährt, dass es zur Delfinhaltung, die von Tierschutzaktivisten abgelehnt wird, viele Missverständnisse gibt.

Das Schwimmen von langen Strecken ist zum Beispiel „ressourcen- und sozialabhängig“, erklärt Dag Encke dem Schauspieler. Da das Beutefangen in einem Delfinarium wegfällt (also der Ressourcen-Faktor), liegt das Hauptaugenmerk beim Management der Delfine in Nürnberg auf der „sozialen Integrität“ der Gruppe.

Das bedeutet, dass die Delfine sich in Nürnberg frei bewegen können. Es gibt Rückzugsorte, Verstecke und Putzmöglichkeiten.

„Das ist mehr, als die meisten Delfinarien bieten“

Seine Frage jedoch, ob die Lagune ein Leben im offenen Meer ersetzen kann, ist eine rein rhetorische und emotionale Frage. Denn die Großen Tümmler in Nürnberg (und auch die in Duisburg) haben ganz andere Bedürfnisse als ihre Artgenossen im Meer.

Was ist normal?

Man könnte Jaenicke unterstellen, er meine, dass es nicht normal ist, wie Delfine in Delfinarien leben. Doch was ist „normal“ und vor allem, wer definiert, was man unter „normal“ zu verstehen hat?

Wenn man zum Beispiel die sehr gut erforschte Tümmler-Gruppe der Port-River-Population in Australien anschaut, kann man feststellen, dass sich die Delfine hier wieder ganz anders verhalten und eine andere Normalität leben als die von Jaenicke beobachteten Tiere im Roten Meer.

Manche Port-River-Delfine schwimmen zum Beispiel freiwillig in eine Schleuse und lassen sich dort einsperren. Sie haben gelernt, dass sie in einer Schleuse sehr leicht an ihre Beute kommen. Ist das ein „normales“ Verhalten von Delfinen?

Mehr zu den Port-River-Delfinen erfährst du unter Marianna und die Delfine sowie in Delfine lassen sich einsperren.

Man müsste sich auch fragen, ob es „normal“ für eine Katze ist, ihr ganzes Leben lang in einer vollklimatisierten Wohnung zu verbringen, statt draußen zu streunen, mit Wetter- und Jahreszeiten-Veränderungen umzugehen, mit anderen Katzen zu kämpfen und zu jagen. Wahrscheinlich ist solch ein Leben für die betreffende Hauskatze normal – für ihre Freigänger-Artgenossen wäre es kein normales Leben.

Die Natur ist nicht paradiesisch

Viele Menschen haben eine idyllisch gefärbte Vorstellung von der Natur. Ob es daran liegt, dass sie Sehnsucht nach ihren Wurzeln haben?

Ein Tier, das in der „freien Natur“ lebt, projiziert vielleicht diese Sehnsucht und das animalische Leben nährt diese Sehnsucht.

Doch Dag Encke weiß, dass die Natur nicht paradiesisch ist. Ein Tier muss jagen, um sein Revier kämpfen, Feinde abwehren, mensch-gemachten Bedrohungen standhalten usw.

Enges Verhältnis zu Pflegern

Jaenicke hebt das enge Verhältnis der Pfleger zu ihren Schützlingen hervor. Den gleichen Eindruck habe auch ich bereits mehrfach – sowohl in Nürnberg als auch in Duisburg – gewonnen. Das Zusammenspiel von Mensch und Delfin klappt in beiden Einrichtungen aus meiner Sicht perfekt.

Während der Vorstellungen und auch auf etlichen Informationstafeln rund um die Lagune wird über die Delfine aufgeklärt.

„Live ist es eben etwas anderes als im Fernsehen“, gibt Jaenicke zu und widerspricht damit Tierrechtlern, die meinen, es würde genügen, wenn man mit Delfinen ausschließlich in den Medien Bekanntschaft machen würde.

Erkenntnisse aus Zoos

„Vieles, was wir heute über Delfine wissen, stammt aus Forschungsprojekten in Zoos“, erklärt Jaenicke seinen Zuschauern. „Hier sind kontrollierte Versuchsaufbauten möglich.“ Erforschung im natürlichen Lebensraum der Delfine ist dagegen schwer planbar. Sie hängt von vielen Umweltfaktoren ab.

Forschung in Delfinarien dient auch den Delfinen in freier Wildbahn. Das habe ich erst vor kurzem in meinem Beitrag Zoo-Forschung dient Meeressäugern dargelegt.

Im Film sieht man Tim Hüttner, den ich am 26. Juni 2016 im Tiergarten kennengelernt habe und der so freundlich war, für die MEERESAKROBATEN einen Exklusiv-Beitrag über seine aktuelle Forschungsarbeit in der Delfin-Lagune zu schreiben.

Die Southern Residents

Jaenickes nächste Station nach dem Nürnberger Tiergarten ist der Staat Washington an der Nordwestküste der USA. Der Schauspieler und Umweltaktivist möchte dort einer Orca-Gruppe einen Besuch abstatten.

Über die 83 residenten (ortstreuen) Tiere erfährt Jaenicke etwas vom Orca-Forscher Dr. Kenneth Balcomb.

Der 75-Jährige erforscht bereits seit 41 Jahren das Leben der Orcas in der Salish Sea.

In diesem Seitenarm des Pazifiks leben die sesshaften Orcas einen großen Teil des Jahres über. Sie sind auch bekannt als Southern Residents (= „die südlichen Sesshaften“).

Ganz in der Nähe – auf der kanadischen Seite – war ich im Jahr 2003. Dort habe ich zwar nicht Dr. Balcomb kennengelernt, dafür aber einen anderen sehr bekannten Orca-Experten: Dr. Paul Spong. Spong erforscht zusammen mit seiner Frau Dr. Helena Symonds die Orca-Population auf Hanson Island. Mehr dazu unter Wale – so weit das Auge reicht.

Auch bei den Orcas wird aufgezeigt, dass sich die Tiere je nach Lebensgebiet anders verhalten. So sieht der Beuteerwerb der Orcas, die vor der argentinischen Halbinsel Valdez leben, ganz anders aus als die Jagdmethoden der norwegischen Schwertwale.

Zur Jagdstrategie der argentinischen Orcas hat Laurence Peree zusammen mit den MEERESAKROBATEN einen sehr interessanten Beitrag geschrieben. Du findest ihn unter Besuch bei den Wölfen der Meere.

Müllkippe Meer und kaum noch Fisch

Der Lebensraum der Orcas ist bedroht. Das Meer ist zu einer Müllkippe verkommen, klagt Jaenicke an. Orcas gehören zu den am meisten mit Umweltgiften belasteten Meeressäugern.

Beeinträchtigt werden die Orcas und andere Delfine außerdem durch ein von Menschen verursachtes Lärmgewitter.

Lebensbedrohlich für die Meeressäuger ist auch unser Hunger nach Fisch. „Wir fischen ihnen die Nahrung vor der Nase weg“, lässt uns die Sprecherin im Film wissen.

Nur durch ein mehrjähriges Fangverbot für den Königslachs könnte den Orcas geholfen werden, ist sich der Orca-Experte Balcomb sicher. Denn Königslachse stellen die Hauptnahrung der Southern Residents dar. Sie weichen zwar auch auf anderen Fisch aus. Doch dieser hat längst nicht den Nährwert von Königslachsen.

25 Königslachse muss ein Orca pro Tag fressen, um seinen Energiehaushalt aufrechtzuerhalten. Ein Königslachs kann bis zu 36 Kilogramm wiegen.

Die Orca-Haltung ist für Jaenicke unerträglich

War Jaenicke bis hierher bemüht, eine in großen Teilen ernst zunehmende Dokumentation zu präsentieren, schlägt der Film ungefähr im letzten Viertel plötzlich eine ganz andere Tonart an.

Dieser Teil der Sendung ist der Orca-Haltung in menschlicher Obhut gewidmet, die für den Schauspieler laut seinen eigenen Worten unerträglich ist.

Es werden Szenen gezeigt, die ungefähr vor 50 Jahren (!) aufgenommen wurden. Man sieht, wie Delfinfänger Mitglieder der Southern Residents einkesseln, um sie an Delfinarien zu verkaufen.

Die alten Dokumente werden meiner Meinung nach ausschließlich dazu genutzt, um unreflektiert Stimmung gegen die Orca-Haltung zu machen.

Jaennicke besucht den Delfinariengegner Howard Garrett und den Loro Parque auf Teneriffa, wo unter anderem das berühmte Orca-Weibchen Morgan lebt. Als Gesprächspartner steht ihm dort Dr. Javier Almunia Rede und Antwort. Almunia ist Leiter der Abteilung Meeressäuger im Loro Parque.

Kein Wort über Morgans Vorgeschichte

Es kommen zwar sowohl ein Delfinariengegner als auch ein Delfinarienbefürworter zu Wort. Trotzdem ist für mich diese Filmsequenz eindeutig negativ gefärbt, was man ganz gut an der lückenhaften Berichterstattung über Morgan sieht.

Der Zuschauer erfährt von Jaenicke, dass Morgan in Freiheit geboren wurde und seit über fünf Jahren im Loro Parque „untergebracht“ ist. Er „versäumt“ es, darüber zu informieren, warum eigentlich Morgan im Loro Parque lebt.

Der Zuschauer wird im Unwissen darüber gelassen,

  • dass Morgan vor ungefähr sechs Jahren in der Nordsee total geschwächt gestrandet war und von den Mitarbeitern von SOS Dolfijn in Harderwijk gesund gepflegt wurde,
  • dass Experten bei Morgan bald ein organisches Leiden feststellten, das wohl dazu geführt haben musste,
  • dass Morgan mutterseelenalleine gestrandet war,
  • dass Morgan nach einem niederländischen Gerichtsbeschluss im Loro Parque aufgenommen wurde, dass eine Rückführung ins Meer nicht möglich war, weil durchgeführte Untersuchungen und Tests ergeben hatten, dass Morgen schwerhörig oder sogar vollkommen taub ist,
  • dass es ein Todesurteil für Delfine in freier Wildbahn bedeutet, wenn sie sich nicht orientieren können.

Statt die Rettungsaktion von Morgan lobend hervorzuheben oder die Loro-Parque-Stiftung zu erwähnen, die Großes für Morgans Artgenossen im Meer sowie andere Tiere leistet, lenkt Jaenicke in seinem Beitrag nur auf die Tatsache, dass Morgan in Freiheit geboren wurde.

Zuschauer, die sich nicht so gut mit Morgans Werdegang auskennen, könnten interpretieren, dass sie für Show-Zwecke gefangen wurde. Aber das ist selbstverständlich Unsinn. Denn schon lange wird kein Orca mehr der Wildnis entnommen, um in einer der Einrichtugnen in den USA oder in Europa (außer auf Teneriffa werden auch noch im französischen Antibes Orcas gehalten) zu landen. Der Zuschauer hat jedoch noch die ekligen Fangszenen im Kopf, die das Thema Orca-Haltung einleiteten, und weiß evtl. nicht mehr, dass diese Aufnahmen aus Archiven stammen.

Mehr über die Vorgeschichte von Morgan erfährst du unter Über die Orca-Haltung auf Teneriffa.

Schlusswort

Im Großen und Ganzen (bis auf ungefähr das letzte Viertel) hat mir der Film recht gut gefallen.

Ob das Anliegen Jaenickes – die Zuschauer für die mensch-gemachten Bedrohungen im offenen Meer zu sensibilisieren – erreicht wurde, bezweifle ich. Ich bin sehr skeptisch, dass sich am Zustand der Meere und an der Gier der Menschen nach Fisch und anderen Meeresressourcen etwas ändern wird.

Auch Jaenicke selbst muss sich Kritik gefallen lassen, denn seine sehr gut gemeinten Forderungen haben einen Wermutstropfen.

Schließlich sorgt der Schauspieler mit seinen Erkundungsfahrten per Schnell- und Forschungsboot für Lärm im Ozean, der ja kurz vorher im Film angeprangert wird.

Außerdem ist es für ihn selbstverständlich, ein Flugzeug zu besteigen, um an spektakulären Orten zu drehen. Auch dieses Verhalten dient nicht dem so idyllisch inszenierten Gedanken vom Schutz der Natur und den natürlichen Lebensräumen der Delfine.

Nur wenige haben die Sendung gesehen

Offenbar sind die Zuschauer mit derartigen Dokumentationen, bei denen der mahnende Finger erhoben wird, schon überfüttert.

So lautet die Beurteilung des Streifens – was die Einschaltquote betrifft – folgendermaßen: „Diese Sendung erreichte für das ZDF maue 9,7 Prozent Marktanteil bei 2,09 Millionen Zuschauern. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurde ein schlechter Marktanteil von 4,6 Prozent ermittelt, was 0,35 Millionen Zuschauern entsprach.“ (Zitat aus Quotenmeter.de)

Ingrid Visser im Schmusepool mit einem Orca-Baby

Kurz nach Ausstrahlung der Sendung „Im Einsatz für Delfine“ machte eine Nachricht im sozialen Netzwerk die Runde:

Dr. Ingrid Visser – Meeresbiologin und Delfinariengegnerin – hat in Neuseeland ein männliches Orca-Kalb eingefangen.

Den kleinen Schwertwal steckte sie in einen Swimmingpool, wo sie ihn mit einer Lösung zwangsernährte und ständig betätschelte.

Bitte entschuldigt diese nicht sehr nette Ausdrucksweise. Aber genau mit diesem Vokabular greifen Aktivisten die Betreuer von in menschlicher Obhut gehaltenen Delfinen tagtäglich an.

Dem wilden Tier wurde der Name Bob gegeben. Visser zeigt sich vor laufender Kameras ganz entzückt von „ihrem Baby“.

Hier sieht man deutlich Parallelen zu Morgans Schicksal. Auch dieser Orca wurde ohne Mutter und total entkräftet gefunden. Allerdings haben sich um dieses Tier seinerzeit Experten gekümmert, die sich mit der Rettung von Walen und Delfinen auskennen und darin schon viel Praxis haben. Siehe dazu auch meinen Bericht über die SOS-Dolfijn-Station in Harderwijk die seinerzeit Morgan gerettet hat.

Der kleine Bob hat „Rettungsaktion“ nicht überlebt

Im Gegensatz zu Morgan hat der kleine Bob die abenteuerliche Rettungsaktion nicht überlebt. Er starb am 6. August 2016 in einem Swimmingpool, umgeben von vielen Menschen und für ihn wohl äußerst befremdlichen Aktionen.

In einem von der Rettungsaktion aufgenommenen Film sowie in verschiedenen Medienberichten kann man hören, sehen und erfahren,

  • dass Bob jämmerlich schreit, als er gefangen wird,
  • dass sich (zu?) viele Menschen um das Becken versammelt haben und fotografieren bzw. filmen,
  • dass das Wasserbecken, in das Bob verfrachtet wurde, keine Umwälzpumpen hat, die für frisches Wasser sorgen.
  • Im Film von Hannes Jaenicke konnte man lernen, dass neugeborene männliche Orca-Babys ohne Mutter keine Überlebenschance haben …

Messen mit zweierlei Maßstäben

Dem Fang eines hilflosen Orca-Kalbs ist an für sich nichts entgegenzusetzen, doch Visser macht sich unglaubwürdig, wenn sie Mitarbeitern einer professionellen Delfin-SOS-Station (zumindest indirekt) vorwirft, einen jungen Orca – nämlich Morgan – vor dem Tod gerettet zu haben und dass dieses Tier später, als klar wurde, dass es nicht mehr in die Freiheit entlassen werden kann, mit Artgenossen im Loro Parque zusammengebracht wurde.

Statt Lob Vorwurf der Profitgier

Die Free-Morgan-Gruppe, der auch Visser angehört, lobt nicht etwa die Rettungsmaßnahmen rund um Morgan, sondern wirft den Rettern Profitgier vor. Vissers eigene vergebliche Rettungsaktion, die viele Spendengelder kostete, soll dagegen voll in Ordnung gewesen sein.

Handelt es sich hier um eine Scheinmoral einer Delfinariengegnerin, im Sinne von „Das, was ich darf, darfst du noch lange nicht.“?



12 Kommentare

Martin Siewert

Liebe Frau Gugeler, ich bin positiv überrascht! Sie haben meiner Meinung nach den Film von Hannes Jaenicke sehr neutral wiedergegeben. Auch wenn ich die Kritik von Ihnen bezüglich Morgen nicht ganz nachvollziehen kann. Hier handelt es sich doch um ein Einzelschicksal (wie man auch immer dazu stehen mag) und bedarf in einem derartigen Film, der versucht auf Probleme der Delfine aufmerksam zu machen, keiner gesonderten Betrachtung. Die Fangszenen der Orcas zu zeigen, fand ich dagegen richtig. Zeigt es doch mit welcher Brutalität Meeressäuger früher ihrem Lebensraum entrissen wurden und die Gefangenschaft begründete. Man sieht so einen Film einfach mit anderen Augen, wenn man sich etwas länger mit Delfinen beschäftigt hat. Er ist jedoch nicht nur für Delfinschützer gedacht, sondern für die Menschen, die immer noch an Flipper oder anderen vermenschlichten Bildern der Delfine glauben.


Martin

Wie sie ganz richtig sagen, solche Dokumentation sind für das breite Publikum mit wenig Hintergrundwissen gedacht. Und da liegt das Problem. Grundsätzlich halte ich es auch nicht für falsch zu zeigen, wie die Tiere seinerzeit gefangen wurden. Es ist ganz klar, dass solche Fangaktionen zu verurteilen sind, um so mehr, als dass sie in anderen Teilen der Welt immer noch stattfinden. Genauso deutlich muss aber werden, dass sie, in Bezug auf Westeuropa und Nordamerika, der Vergangenheit angehören. Für die unmittelbare Lebenssituation der meisten Tiere heute spielen die Umstände, wie ihre Vorfahren in menschliche Haltung geraten sind, eine untergeordnete Rolle. Sie sind in Gefangenschaft geboren, es ist die einzige ihnen bekannte Lebenswirklichkeit, so wie ein isolierter Stamm im Bergregenwald Papua-Neuguineas nichts vom Stadtleben in Sidney weiß. Was ihre Vorfahren durchgemacht haben, haben heutige Zootiere idR nicht selbst erlebt. Dieses Hintergrundwissen muss aber unbedingt mit transportiert werden, wenn Tierfang zurecht kritisch dargestellt wird, sonst kann das Publikum die Bilder nicht einordnen. Und ich muss dazu sagen, ich weiß aus erster Hand, dass es tatsächlich immer noch Leute gibt, die glauben, (hiesige) Zoos würde im Jahre 2016 immer noch Tiger für ihre neuen Anlagen aus Sibirien kommen lassen.


Susanne

Hallo Dani, vielen Dank für deinen Kommentar. Genauso wie du hatte ich es auch empfunden. Die Fangszenen und dann die Überleitung zu SeaWorld und den Loro Parque. Man konnte tatsächlich den Eindruck bekommen (vor allem wenn man nicht so mit der Materie vertraut ist), dass es da eine aktuelle Verbindung gäbe.

Und die Aussage, Morgan wäre in Freiheit geboren und nun im LP untergebracht, war mir einfach zu dürftig. Auch hier denkt der unbedarfte Zuschauer, es handle sich um einen ganz bewussten Wildfang. Von der Rettungsaktion und von den Leistungen des LP in Bezug auf Morgans Artgenossen in freier Wildbahn kein Wort …


Oliver

Hallo Susanne,

da hast Du Dir ja wieder viel Mühe gegeben und die Doku analysiert. Danke für die Links. Die Haltung von Orcas sehe ich auch eher kritisch, denn das sind doch nochmal ganz andere Kaliber als so ein Tümmler und bringt das 10 bis 15-fache auf die Waage. EIn äußerlich sichtbares Zeichen, dass man mit der Haltung von Orcas nach wie vor seine Probleme hat, sehe ich darin, dass – wie auch im Film gezeigt wurde, bei den Orcas oft die Finne abgeknickt ist, was in Freier Wildbahn wohl nur selten vorkommt. Es scheint also doch irgendwas zu fehlen…

Etwas Anderes ist es natürlich, wenn ein Orca gerettet wird und man ihn nicht mehr auswildern kann. Ich finde, in solchen Fällen ist die Haltung in menschlicher Obhut sicher die bessere Wahl. Allerdings hat man dann das Dilemma, dass man mehrere Orcas halten muss, um den Tieren soziale Interaktionen mit Artgenossen zu ermöglichen. Ein schwieriges Thema, für das ich auch keine ideale Lösung weiß.

Ich finde es auch falsch, Tiere auszuwildern, die sich jahrelang an das Leben im Tierpark gewöhnt haben. An „Free Willy“ hat man ja gesehen, was passieren kann, wenn ein Orca nach jahrelangem Aufenthalt in menschlicher Obhut wieder ausgewildert wird. Gut gemeint ist eben noch lang nicht gut gemacht.

Danke auch für die Hintergrundinfos über Morgan. Das wusste ich noch nicht und in der Tat wurde in dem Film der Eindruck erweckt, dass auch heute noch Tiere aus freier Wildbahn für den Loro Parc gefangen werden.

Interessant fand ich im Film auch, dass in manchen Gegenden die Delfine immer weitere Strecken schwimmen müssen, um genügend Nahrung zu finden. Ich finde, das zeigt wieder, dass Delfine nicht viele Kilometer pro Tag schwimmen, weil es ihnen Spaß macht, sondern weil sie es zur Nahrungssucht tun müssen. Wenn es genügend Futter vor Ort gibt, sind Delfingruppen oft auch nahezu ortstreu. Ich denke, da sind alle Lebewesen gleich: möglichst wenig anstrengen, wenn es auch einfacher geht. AUch wir Menschen laufen wenn’s sein muss 5 Kilometer zum nächsten Supermarkt – aber nicht, wenn es 500 Meter entfernt einen Supermarkt mit dem gleichen Angebot gibt. Davon abgesehen: es wäre mal interessant, welche Strecken die Delfine in Nürnberg so am Tag zurücklegen, die sind ja auch den ganzen Tag zwischen den einzelnen Becken unterwegs.

Ich denke viel wichtiger ist, dass man Delfinen in ihrem Habitat genügend Abwechslung verschafft, da sie so gerne spielen und neuigierig sind. Ich hab gesehen, wie viel Spaß die Pfleger und die Delfine in Nürnberg haben, da merkt man, dass die ein tolles Vertrauensverhältnis haben. Und wenn man immer mal wieder etwas umräumt und z.B. interessante Sachen versteckt, bleibt die Erkundung der Umgebung auch spannend.


Norbert

Die abgeknickte Finne rührt nach Aussage von Biologen daher, dass sie keine Belastungen durch Strömungen aushalten muss und mangels „Training“ nicht genug steifes Bindegewebe nachgebildet wird. Ob es die Tiere ernsthaft stört, ist unklar, eindeutige Anzeichen dafür sind wohl nicht zu erkennen.

Noch ein Nachtrag zum Orca-Fang: Weder LoroParque, noch SeaWorld (denen sämtliche LoroParque-Orcas außer Morgan gehören) haben in den letzten 25 Jahren auch nur einen einzigen Orca gefangen bzw. Wildfänge gekauft. Auch hatte SeaWorld ursprünglich nie vor, Orcas zu halten, wurde aber von einer US-Behörde dazu verdonnert, da Tiere (aus einem bankrott gegangenen Park) untergebracht werden mussten. Die Orcas in LoroParque sind übrigens ursprünglich zu 100% Nachzuchten aus SeaWorld (+ 2 eigene Nachzuchten) – und Morgan ist bekannter Maßen ein in freier Wildbahn nicht überlebensfähiger Strandungsfund (sie ist praktisch taub), der ihnen per Gerichtsentscheid quasi „verordnet“ wurde (in Ermangelung besserer Unterbringungsmöglichkeiten).

Sich dann in diesem Zusammenhang und vor diesem Hintergrund über Fangmethoden bei Orcas zu echauffieren ist meiner Meinung nach schon ziemlich daneben. Die durchaus berechtigte Kritik bleibt da viel zu leicht am falschen Adressaten hängen! Wenn man solche Kritik in einem Fernsehbeitrag bringen möchte, muss man auch so fair sein, die Verantwortlichen eindeutig und im korrekten (zeitlichen) Zusammenhang zu benennen – und nicht eine Verbindung mit Institutionen stehen lassen, die ein solches Vorgehen ebenso ablehnen, wie der Filmemacher.


Susanne

Vielen Dank, Norbert, dass du hier einiges richtiggestellt und ergänzt hast!


Oliver

Danke für die Erklärung zur Rückenflosse der Orcas. Ob Orcas mit abgeknickter Finne einen biologischen Nachteil haben, weil sie vielleicht nicht ganz so schnell schwimmen können und deshalb ggf. weniger Nahrung bekommen, lässt sich natürlich im Tierpark nicht feststellen, da die Tiere dort ja gefüttert werden. Andererseits sind in freier Wildbahn die Familienverbände untereinander sehr solidarisch und jeder bekommt von der gemeinsam gejagten Beute was ab.

Da nur die Männchen eine so lange Finne haben, liegt für mich die Vermutung nahe, dass sie neben strömungstechnischen Eigenschaften wohl auch die Funktion haben könnte, Artgenossen zu beeindrucken, also frei nach dem Motto „Wer hat die Längste?“, also die Rangordnung zwischen zwei Männchen zu regeln und zugleich die Orcaweibchen anzulocken.


Susanne

Vielen Dank für deine Eindrück, Oliver. So wie dir ging es bestimmt vielen Zuschauern. Sie mussten den Eindruck bekommen, dass Morgan ein bewusster Wildfang wäre.Von der Vorgeschichte des schwerhörigen oder sogar tauben Orca-Weibchens erfuhren sie nichts.

Wie gut das Verhältnis zwischen Pflegern und Delfinen in Nürnberg (aber auch in Duisburg) ist, habe ich auch schon sehr oft erlebt.


Dani

Zunächst einmal ein ganz großes Dankeschön für die außerordentlich umfassenden und ausführlichen Beitrag. Ich kann mir dadurch eine recht genau Vorstellung machen.

Vielleicht noch ein Wort zu meinen unter dem andern Beitrag geäußerten Bedenken: Diese Bezogen sich auf zwei Zitate in meiner Tageszeitung, in denen Herr Jaenicke Delphine sinngemäß als die intelligentesten und friedlichsten aller Tiere bezeichent, an denen absolut nicht Böses wäre.

Lassen wir das leidige Thema vergleichbare Messung tiereischer Intelligenz einmal außen vor. Laut Douglas Adams sind Delphine ohnehin nur die zweitintelligentesten Lebewesen auf unserem Planeten, hinter den Mäusen, die ja eigentlich nur die Verkörperung höherer interstellarer Wesen sind.

Auch dass überhaupt die menschlichen ethisch-moralischen Kathegorien von Gut und Böse auf Tiere angewandt werden, sei jetzt einmal, wenn auch mit Magenkneifen, hingenommen. Aber selbst wenn man dann diese Kathegorien auf das Verhalten von Delphinen anwendet, ist mir völlig unverständlich, wie man Behauptung aufstellen kann, Delphine, vor allem Große Tümmler, wären absolut nicht böse. Schon ein Hering wäre da anderer Ansicht. Von Flippers dunkler Seite reden wir da noch garnicht. So eine Einschätzung beruht meiner Ansicht nach auf Unkenntnis oder auf bewusstem Ignorieren oder Verschweigen. Ich hatte daher meine Zweifel über eine Dekomentation, deren Leitfigur das ebenso altbekannte wie realitätsferne Flipper-Bild wohl völlig in sich aufgenommen hat und weiterpropagiert.


Susanne

Vielen Dank für deine Ergänzungen aus deiner Tageszeitung und schön, dass dir mein Beitrag gefällt!


Benjamin

Danke liebe Susanne für diesen tollen Kommentar zum Film! Ich persönlich habe die Dokumentation von Jaenicke ähnlich wahrgenommen. Für mich war es größtenteils sehr vernünftige Berichterstattung. Zu der Rettungsaktion in Neuseeland gibt es noch einiges mehr zu sagen, ich schreibe dazu bereits an einer Zusammenfassung. Vielleicht auch was für Meeresakrobaten?


Susanne

Vielen Dank,Benjamin! Du hast vollkommen recht, zur „Rettungsaktion“ in Neuseeland gibt es noch mehr in einem exklusiven Beitrag zu sagen. Auf deine Zusammenfassung bin ich daher schon sehr gespannt!

Orcakalb stirbt nach amateurhafter Behandlung durch Dr. Ingrid Visser

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Uns liegt ein auf Delfinarien-Info veröffentlichter Kommentar eines Experten vor, den wir angesichts der beständigen unsachlichen Kritik der Tierrechtsextremisten an der Orcahaltung im Loro Parque durch Ingrid Visser der Öffentlichkeit nicht vorenthalten moechten. In der Tat hat Frau Visser bei der Pflege des Orcakalbs, bis hin zur unterlassenen Nekropsie des toten Tieres, deren Ergebnisse vielen anderen Orcas oder weiteren Walartigen künftig hätten helfen können, unglaublich viele Fehler begangen.

Es hatte in den letzten Tagen schon viel Wirbel verursacht, was dort in Neuseeland passierte. Trotzdem habe ich mich dazu nicht zu Wort gemeldet, denn erstens sind wir hier nicht wie die hysterischen Delfinarienhasser und Tierrechtsaktivisten und zweitens zeige ich mit diesem Bericht einer absolut unprofessionellen und radikalen Frau, wie man als wahrer Wissenschaftler arbeitet: man wartet zuerst auf Resultate, bevor man etwas veröffentlicht.

Die Adressatin meiner Kritik: Walforscherin Ingrid Visser. Sie hat in den letzten Tagen versucht, eine rührselige Geschichte über ein einsames Orcababy und seine Rettung zu verbreiten. Warum versucht? Weil der kleine Wal mittlerweile tot ist. Und weil Ingrid Visser sonst nichts anderes zu tun hat, wissenschaftlich geführte Delfinarien auszuspionieren und auch deren professionelle und erfolgreiche Rettungsprogramme durch den Dreck zu ziehen. So wie bei Morgan, dem jungen Orcaweibchen, das vor der niederländischen Küste von Experten des Dolfinarium Harderwijk gerettet wurde. Erfolgreich, wohl angemerkt.

Ingrid Visser kritisiert die Gefangenschaft von Delfinen und Walen und betonte deshalb umso mehr, dass die Rettung des neuseeländischen – auf den Namen Bob – getauften Wals auf jeden Fall in einer Rückführung in die Wildnis enden würde. Jeder Experte in Walrettungen würde ihr jetzt sagen, dass man Schritt für Schritt vorgehen muss und nicht gleich die alles überspringen sollte. Doch das ist ja nur eine mentale Einstellung. Eher stellt sich die Frage, wie man einen Wal wieder auswildern kann, wenn man ihn von Anfang an verhätschelt und tätschelt und als Haustier behandelt. Was Visser ja peinlicherweise schon mit wilden Killerwalen macht, wird hier ad absurdum geführt.

Kann man einen Wal nur retten, indem man ständig mit ihm spricht und ihn durch Personen im Wasser „stimuliert“, wie Visser es ausdrückt? Nein! Es ist der größte Fehler den man machen kann, wenn man ein Tier erfolgreich rehabilitieren und auswildern will. Auf der Rettungsstation SOS Dolfijn in Harderwijk habe ich dagegen oft beobachtet, wie eine richtige Rehabilitation aussehen muss. Wenn die Tiere selbstständig schwimmen können, geht niemand ins Wasser. Wenn nicht gerade gefüttert oder behandelt wird, ist niemand anwesend. Nicht einmal am Beckenrand. Jeder Kontakt mit Menschen ist für einen wilden, kranken Wal enormer Stress!

Die Unwissenheit gepaart mit der Verlogenheit dieser Frau ist einfach unglaublich. Da behauptet sie doch glatt, der Wal würde im Pool (ohne Filterung!) an einem geheimen Ort stehen. Doch auf jedem Bild in den Medien sieht man Dutzend Leute um das kleine Becken stehen. Natürlich mit Kameras und Handys. Leute die husten, niesen, sprechen, lachen. Und das gut einen Meter entfernt von einem schwachen Orcakalb. Danke für die vielen Erreger.

Ingrid Visser sieht man auf keinem einzigen Foto mit Mundschutz und Handschuhen. Zum Vergleich zeige ich hier mal, wie man beim Texas Marine Mammal Stranding Network mit Patienten umgeht:

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Peinlich ist es vor allem dadurch, dass Ingrid Visser selbst mehrfach in SeaWorld Parks spioniert hat und dort Trainingssessions gefilmt hat. Unter anderem beschwerte sie sich später darüber, dass bestimmte medizinische Konditionierungen ohne Handschuhe trainiert worden sind. Entweder also hat Ingrid Visser gedacht, dass sie heilende Hände hat und Handschuhe nicht braucht (was mit dem jetzigen Ergebnis leider nicht bestätigt werden kann), oder sie hat halt gar nicht gedacht.

Weitere drängende Fragen stellen sich nach der bereits vor Monaten veröffentlichten Meldung, dass Ingrid Visser durch einen amerikanischen Spielzeugkonzern insgesamt 1,2 Millionen US-$ an Spenden für ihre Orcaprojekte bekommen hat. Wo ist das Geld? Der mickrige Pool für eine wichtige Rettungsaktion jedenfalls kann nicht so viel gekostet haben. Wie immer bei Tierrechtsorganisationen taucht also auch hier wieder das altbekannte Muster des mysteriösen Geldverschwindens auf.

Das Ende dieses Wals ist tragisch. Sicher, die Chancen waren gering, und auch die professionellen Rettungsteams der Delfinarien verlieren viele Patienten. Doch Wissenschaftler können auch von Fehlern lernen. Nicht jedoch Visser. Anstatt auf eine wichtige Autopsie des Tieres zu bestehen, wurde es sofort begraben. Nicht das erste Mal, das Tiere, die in Obhut von Tierrechtsextremisten gestorben sind, heimlich entsorgt werden. Auch Ric O’Barry hat so Tiere vor Untersuchungen verborgen. Man kann also leider nicht mehr feststellen, woran „Bob“ letztendlich gestorben ist. Eine Schande ist das für eine Frau, die sich selbst als Wissenschaftlerin bezeichnet.

Originaltext im Facebook

Wie die anliegende Veröffentlichung zeigt, geben die Umstände des traurigen Todes des Orca-Kalbs „Bob“ in Neuseeland Anlass, dessen Betreuung und Pflege zu hinterfragen!

Wir müssen darauf hinweisen, dass Nekropsien toter Wale von grösster wissenschaftlicher Bedeutung sind! Denn sie geben uns wichtige Hinweise auf die Krankheiten, unter denen die Tiere leiden, und geben uns auch einen Einblick in die Ursachen für die Isolierung und die Strandung dieser Tiere.

Tatsächlich wäre es ein großer Fehler, an diesem jungen Orca keine umfassende pot-mortem Studie durchgeführt zu haben. Denn dies würde die Möglichkeit nehmen, zukünftig anderen Orcas in ähnlichen Situationen zu helfen!

Stellungnahme des Loro Parque zur Petition von PETA Deutschland „Please Return Morgan the Orca to Her Home!“

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Am 15. Juni 2016 erhielt Loro Parque ebenso wie die Spanische Botschaft in Berlin sowie die Spanische Umweltpolizei SEPRONA eine Liste mit 5.000 Unterschriften mit der unsinnigen Aufforderung den Orca Morgan „nach Hause zurückkehren zu lassen“. Bekanntlich ist der im Juni 2010 vollkommen hilflos und entkräftet im niederländischen Wattenmeer geborgene und im Delfinarium Harderwijk erfolgreich wiederaufgepäppelte Orca Morgan in der Natur nicht überlebensfähig. Deswegen hatte sich Loro Parque auf Anfrage der Niederlande im Jahre 2011 dazu bereit erklärt, den aufgrund eines Hörschadens schwerbehinderten Orca aufzunehmen und in seine Orcagruppe zu integrieren, was sehr gut gelungen ist.

Loro Parque schrieb am 23. Juni 2016 sowohl PETA Deutschland als auch die Spanische Botschaft in Berlin und die SEPRONA an, um den Unsinn dieser auf Unwahrheiten basierenden Aktion und den tierschutzwidrigen Inhalt dieser Petition von PETA Deutschland deutlich zu machen.

Dennoch setzte PETA Deutschland diese Kampagne fort und versandte am 26. Juli 2016 per Email weitere 5.000 Unterschriften für diese Petition an die oben genannten Adressaten.

PETA versucht also weiterhin das Image und den guten Namen des Loro Parque mit falschen Informationen, unbegründeten Anschuldigungen und böswilligen Spekulationen zu beschädigen mit dem Ziel, sich selbst ins Rampenlicht zu setzen.

Erneut wird deutlich, dass es PETA gar nicht um den Tierschutz geht! Bereits einige Monate zuvor hatte PETA den Loro Parque wegen Tiermisshandlungen denunziert, und Loro Parque bei der spanischen Umweltpolizei SEPRONA angezeigt. Diese Anzeige hatte zur Folge, dass die zuständigen Behörden sogleich Experten zur Überprüfung dieser Vorwürfe in den für sein vorbildliches Engagement gerade in Umweltfragen vielfach ausgezeichneten Loro Parque geschickt hatten.

Die Einrichtungen des Loro Parque wurden von einem Team der Zentralen Operationseinheit aus Madrid unter der Leitung der Spanischen Generalstaatsanwaltschaft für Umweltfragen kontrolliert. Die Inspektoren interviewten alle unsere Mitarbeiter, überprüften die Aufzeichnungen über unsere Tiere, fragten nach unabhängigen tiermedizinischen Berichten und beobachteten die tierpflegerischen Aktivitäten über mehrere Tage. Ergänzend prüften sie auch die Berichte der lokalen Behörden, die zuständig für Tierschutz und für die Inspektionen nach der Zoogesetzgebung sind, weiterhin die Berichte der lokalen CITES Behörden und der lokalen Umweltpolizei.

Mit dem Ergebnis, dass alle Berichte zeigen, dass Loro Parque die höchsten Standards in der Tierhaltung erfüllt und diese sogar übertrifft, und dass die Anschuldigungen von PETA falsch und irreführend sind. Unabhängig davon wurde das Wohlergehen der Orcas durch das strengste Team der Umweltpolizei und der Fachbehörden nachgewiesen.


Hier Auszüge aus dem resultierenden Statement von SEPRONA:

Die CITES-Behörde (in Abhängigkeit vom spanischen Ministerium für Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit) bestätigt, dass der Transfer des Orca Morgan in Übereinstimmung mit allen geltenden Gesetzen und in Abstimmung mit den niederländischen CITES Behörden durchgeführt wurde.

Im April 2014 veröffentlichte der Oberste Gerichtshof der Niederlande ein endgültiges Urteil, dass unanfechtbar die rechtliche Situation festschreibt.

Die Berichte der zuständigen Behörden bestätigen die Erfüllung der in Abschnitt 4 des spanischen Zoogesetzes geforderten Naturschutz- und Bildungsprogramme.

Die jährlichen Inspektionen durch die für den Tierschutz zuständigen Behörden verliefen in den Jahren 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015 (insbesondere im Bezug auf die Anlagen der Orcas) ohne Beanstandungen. Die Inspektion entdeckte keine tierschutzrelevanten Nichteinhaltungen oder Unkorrektheiten.

In den verschiedenen Inspektionen durch die zuständigen Behörden beobachteten sie ein Verhalten, das mit dem Verhalten der Tiere in menschlicher Obhut übereinstimmt.

SCHLUSSBEMERKUNGEN

1.- Das Verfahren von der Rettung von Morgan bis zu ihrer Haltung im Loro Parque hat die geltenden Gesetze befolgt.

2.- Von 2010 bis zum heutigen Tag haben mehrere Tierrechtsorganisationen den Fall angeprangert. Dies hat zu verschiedenen Gerichtsverfahren geführt und endete in einem unanfechtbaren Urteil des niederländischen Obersten Gerichtshofs, das die Rechtmäßigkeit des Transfers von Morgan in den Loro Parque bestätigt.

3.- Die physische Situation von Morgan, bei der verschiedene Studien einen Gehörschaden bestätigen, führt zu dem Schluss, dass sie im Meer nicht überleben würde, da sie nicht in der Lage sein würde, mit Artgenossen zu kommunizieren oder ihre Beute zu finden.

4.- Bezugnehmend auf die angeprangerten Verletzungen oder körperlichen Schäden ist festzuhalten, dass die unabhängigen Tierärzte und Experten der offiziellen Institutionen sie nicht für schwerwiegend halten. Sie halten sie verglichen mit jenen, die bei wildlebenden Ocas gefunden werden, für geringfügig.

5.- Der Gesamtzustand der Killerwale im Loro Parque ist in Ordnung.

6.- Folglich gibt es keine Hinweise auf einen Verstoß gegen das geltende Recht, weder in der rechtlichen Situation des Tieres noch in seinem physischen Zustand.


Dieses eindeutige Statement von SEPRONA macht sehr deutlich, dass PETA sich eigentlich gar nicht für den Tierschutz interessiert, sondern weiterhin versucht, das Image von Loro Parque zu verletzen.

Deswegen veröffentlicht Loro Parque hiermit diese Vorgänge und zudem auch sein Schreiben an PETA Deutschland vom 23. Juni 2016:


Peta Deutschland e.V.
z.H. Dr. Tanja Breining
Frioelzheimer Str. 3a
70499 Stuttgart
Germany

23. Juni 2016

Sehr geehrte Frau Breining,

ich schreibe ihnen bezugnehmend auf Ihre Email, die Sie am 15. Juni an die spanische Botschaft in Berlin und an SEPRONA geschickt haben, und in der Sie fordern, dass Morgan nach Hause zurückkehren soll.

Es ist schockierend, dass Sie vier Jahre, nachdem Sie im Dezember 2012 auf der Website von PETA Deutschland die Kampagne „Lasst Morgan nach Hause zurückkehren“ ins Leben gerufen haben, immer noch die selben falschen Argumente verwenden. Wir erhielten Ihre Email am 4. Dezember 2012, und beantworteten sie am selben Tag, indem wir Ihnen eine detaillierte Erklärung der Gründe gaben, warum die niederländischen Behörden den Loro Poarque baten, für Morgan zu sorgen. In dieser Antwort machten wir deutlich, dass Morgan‘ s Familie niemals gefunden wurde, und dass Morgan von sieben unabhängigen Experten für Killerwale als für nicht auswilderungsfähig erklärt worden war: Cornelis Camphuysen (Königliches Institut für Meeresforschung der Niederlande), Dr. John Ford (Pacific Biological Station), Dr. Christophe Guinet (Centre Nationale de Recherche Scientifique), Dr. Mardik Leopold (IMARES), Dr. Cristina Lockyer (The North Atlantic Marine Mammal Commission), Dr. James McBain (Experte der Tiermedizin für Killerwale) und Dr. Fernando Ugarte (Greenland Institute of Natural Resources).

Es ist wirklich seltsam, dass Sie vier Jahre später, und im Besitz der gesamten korrekten Informationen, darauf bestehen, Morgan nach Hause zurückkehren zu lassen, selbst nach dem Statement des NABU aus dem Jahre 2013: „Morgan´s Rettung durch die Experten des Delfinariums Harderwijk und des Loro Parque kann als erfolgreich bezeichnet werden. Aktuell ist Morgan in der Natur nicht lebensfähig.“

Es ist unglaublich, dass eine vorgebliche Tierschutzorganisation niemals innerhalb von vier Jahren vom Loro Parque Informationen über die aktuelle Situation von Morgan angefordert hat, aber weiterhin öffentliche Kampagnen auf der Grundlage von Missinformationen durchführt. Auch ist es völlig undenkbar, dass Sie in Ihren Kampagnen ignorieren oder sogar absichtlich verbergen, dass bei Morgan eine hochgradige Schwerhörigkeit diagnostiziert wurde, und dass sie möglicherweise gar vollkommen taub ist.

Die Ergebnisse dieser Diagnose wurden in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht, und es ist wohlbekannt, dass Gehörschäden ein Grund dafür sind, gestrandete Cetaceen nicht auszuwildern.

Alle diese Informationen sind seit mehreren Jahren für die Öffentlichkeit verfügbar. Deswegen kann die Reaktivierung des öffentlichen Appells, Morgan auszuwildern, unter Verwendung der selben Argumente, die sich als falsch erwiesen haben, nur als heimtückische Hetzkampagne betrachtet werden. Loro Parque behält sich vor, rechtliche Schritte gegen PETA Deutschland zu ergreifen, wenn Sie in Ihren Kampagnen anhaltend falsche und unvollständige Informationen benutzen und der Öffentlichkeit wesentliche Fakten vorenthalten, um unsere Organisation zu diskreditieren.

In der Tat erhält PETA Unterschriften auf der Grundlage falscher Informationen , weswegen diese Unterschriften keinerlei Wert haben können.

Ihre heimtückische Hetzkampagne bestätigt Berichte, die sagen

– dass PETA „eine faschistische Organisation ist (…), (…) die noch nie mit Naturschutz aufgefallen ist, sondern mit Kampagnen wie „Der Holocaust auf Ihrem Teller…“ (BALDUS, R.D. & W. Schmitz (2015): Auf Safari, Kosmos Verlag S. 55),

– dass PETA „eine radikale, faschistische Organisation ist… Sie braucht populäre Ziele, um sich von Spenden manipulierbarer Tierfreunde zu finanzieren.“ (Süddeutsche Zeitung 26./27.01.2013 und 08.02.2013)

– dass PETA „(…) fast 30.000 Tiere in elf Jahren eingeschläfert hat…“ („…Bock zum Gärtner?“ – Süddeutsche Zeitung 6. April 2013)

Zumindest müssen wir betonen, dass wir in den letzten 22 Jahren, dank der Arbeit des Loro Parque als ein Zoo, der wegen seiner Qualität international anerkannt ist, in der Lage waren, mehr als 16 Millionen Dollar in den Naturschutz für gefährdete Arten auf unserem Planeten zu investieren.. Der wichtigste Erfolg dieser Arbeit war es, zwei Papageienarten davor zu bewahren als kritisch gefährdet eingestuft zu sein, und vielen anderen Arten zu helfen ihre kleinen Bestandszahlen zu vergrössern und nicht für immer zu verschwinden. Was sind die Leistungen von PETA für die Bewahrung der biologischen Vielfalt? Wieviel Geld hat PETA in den Schutz der am stärksten gefährdeten Arten investiert? Wieviele Arten wurden gerettet?

Das schrecklich Paradoxe ist, dass PETA nicht nur nicht die Natur zu bewahren half, sondern darauf abzielt, diejenigen zu vernichten, die Arten vor der Ausrottung bewahren. Wie kann sich PETA dann als eine Organisation bezeichnen, die für den Tierschutz arbeitet?

Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Rades
Zoologischer Direktor