Die holländische CITES Behörde geben Loro Parque erneut ihres Zustimmung im Fall Morgan

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orca Morgan

Sieben Jahre nachdem Morgan moribund an der niederländischen Küste gefunden wurde gibt es weiterhin Organisationen die ihre Rückführung ins Meer fordern. Es ist unglaublich, dass diese Organisationen Loro Parque denunzieren, obwohl 5 Gerichtsurteile bestätigen, dass eine Wiederentlassung ins Meer ihr Tod sein würde, da sie nachweislich ein Gehörproblem hat. Aber dies ist eine bekannte Strategie einiger selbsternannter Tierschützer: sie nutzen die Wirkungen der Medien und der sozialen Netzwerken um Aufmerksamkeit und Mittel zu bekommen. Obwohl ihnen durchaus bewusst ist, dass es keine Möglichkeit gibt Morgan wieder ins Meer zurückzuführen und dies auch mit einem endgültigen Urteil des höchsten niederländischen Gerichtshof bereits 2014 bestätigt wurde.

Die Free Morgan Foundation hat sich diese Skandalstrategie schon öfters zueigen gemacht. Sie präsentierten Anschuldigungen gegenüber Loro Parque und machen Kampagnen in den sozialen Netzweken, womit sie ehrliche Menschen, die sich um die Tiere sorgen, in Alarmbereitschaft versetzen und so Spendengelder für ihre Organisation sammeln. Aber wenn Behörden ihre Anschuldigungen widerlegen und als unbegründet betiteln, machen sie das nicht publik und zeigen auch keinerlei Einsicht; nicht einmal auf ihrer Webseite erfahren ihre Mitglieder darüber. Das ist reiner Betrug.

Morgan Loro ParqueLetzte Woche hat die holländische CITES Behörde eine weitere Klage der Free Morgan Foundation abgelehnt, die darauf abzielte, dass die Entscheidung der CITES Behörde gegenüber Morgans Verbleib illegal war.

Einige Monate zuvor hatte dieselbe Behörde eine Klage abgelehnt, die Loro Parque beschuldigte wissenschaftliche Forschung mit Orcas zu betreiben, die nicht mit der Regulierung von 2011 übereinstimmen. Die spanischen CITES Behörden (bei denen die Free Morgan Foundation auch Klage eingereicht hatte) ließen im Januar des Jahres folgendes Statment verlauten: „ Der Umzug des Killerwals Morgan vom DolfinariumHarderwijk in den Niederlanden in den Loro Parque auf Teneriffa 2011 wurde unter Einhaltung des Artikel 9 des Beschlusses (CE) 338/97 . Dieser wurde von dem niederländischen Gerichtshofs aufgesetzt und besagt, dass eine Wiedereingleiderung von Morgan ins Meer keine befriedigende Alternative sei.“

Sie brauchen sich allerdings nicht die Mühe machen, diese Erklärung auf der Free Morgan Foundation Webseite zu suchen. Sie wurde nicht veröffentlicht.

Leider wissen wir auch, das dies nicht die letzte Anschuldigung der Free Morgan Foundation und anderer Minderheitsgruppen sein wird und sie weiterhin diese Skandalestrategien nutzen werden, da diese sehr profitabel für sie sind.

Während dessen ist Morgan glücklich mit ihrer neuen Familie, sie ist fast ausgewachsen und wiegt über 2.100kg. Ihr Wohlebefinden wurde steht ausser Zweifel. Erst kürzlich bestätigte die American Humane Association, eine Vereinigung die sich weltweit mit dem Wohbefinden der Tiere befasst, folgendes: „Die Bewegungen und die Energie der Orcas ist beruhigend. Trainer führen täglich sechs Trainigseinheiten und drei Präsentationen durch; diese Stimulationen tragen zu einem außerordentlichem Wohlbefinden der sechs Orcas bei.“ Dies reiht sich ein in eine Auszeichnung mit der Höchspunktzahl (100%) der Artenschutzrichtlinien des britschen Reiseverbands ABTA geprüft durch Global Spirit. Wir alle im Loro Parque arbeiten jeden Tag für das Wohlbefinden von Morgan und den anderen tausenden Tieren in unserer Obhut.

Eingesperrt und depressiv?

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Quelle: https://elsternest.blog/2017/06/16/eingesperrt-und-depressiv-teil-iii/

Die Haltung von Meeressäugern im Loro Parque Teneriffa

Die Haltung von Meeressäugern in zoologischen Gärten und Aquarien ist mittlerweile sehr umstritten. In der Tat deutlich stärker, als die Haltung der meisten anderen Tiere. Auch Menschen, die Zoos sonst eher positiv betrachten, lehnen die Haltung dieser Tiere aus vielen Gründen komplett ab. Die Tiere seien depressiv, ihrer Freiheit und Würde beraubt. Zusätzlich wird dieser Eindruck durch „Skandale“, in Form von Videos oder Fotos, bestärkt.

Im Februar dieses Jahres war es mir erfreulicherweise gestattet, einen Blick hinter die Kulissen der Tierhaltung im Loro Parque auf Teneriffa zu werfen. Dort werden derzeit zwei Arten von Delfinen gehalten: Schwertwale (Orcinus orca) und Große Tümmler (Tursiops truncatus). (Eine Anmerkung vorab: Der Einfachheit halber verwende ich im weiteren Verlauf den Begriff „Delfin“, wenn ich mich auf beide Arten beziehe.)

In dieser Reihe blicke ich auf die wichtigsten Themen der Meeressäugerhaltung, zeige populäre Irrtümer auf und erläutere anhand des Beispiels im Loro Parque, was ein modernes Delfinarium ausmacht.

Teil III: Beschäftigung und Training

Shows und Präsentationen gehören zu ziemlich jedem Delfinarium dazu. Bei den Besuchern meist sehr beliebt, werden hier unter anderem akrobatische Sprünge der Delfine gezeigt und mittlerweile immer öfter Wissenswertes über die Meeressäuger vermittelt. Dennoch bleiben diese Präsentationen nach wie vor ein Dorn im Auge von Delfinarien-Gegnern und Aktivisten aus der Tierrechts-Szene. Die Vorführungen seien unnatürlich, würden nur wenig zur Bildung der Besucher beitragen und wären für die Tiere selbst Quälerei.

Training

Wer glaubt, die Delfine würden einzig und allein zur Unterhaltung der Besucher „Tricks“ vorführen, der liegt falsch. Ein moderner Zoo wie der Loro Parque nutzt das Training als wichtige Beschäftigung für seine Schützlinge und legt Wert darauf, dass die Tiere Spaß daran finden. Die Pfleger arbeiten nicht etwa mit Futterentzug, sondern durch die Methode der positiven Verstärkung: Zeigt ein Delfin das gewünschte Verhalten, wird er belohnt, unerwünschtes Verhalten wird nicht bestraft, sondern lediglich ignoriert. Diese Methode ist mittlerweile maßgebend für das Training mit jeglichen Tieren, auch mit Haustieren wie Hunden. Denn mittlerweile ist erwiesen, dass es sich um die effizienteste Methode handelt, da sie auf jegliche Bestrafung verzichtet und so die Beziehung zwischen Mensch und Tier nicht belastet. Bestrafungen oder gar Schläge gehören erfreulicherweise in den allermeisten Fällen schon lange der Vergangenheit an. Aber wie werden die Delfine belohnt? Bei den Delfinen und Orcas des Loro Parque (und vieler anderer Delfinarien) wird zwischen verschiedenen Belohnungen unterschieden. Sobald ein Delfin beispielsweise den gewünschten Sprung ausführt, erzeugt der Pfleger mit seiner Pfeife ein akustisches Signal, welches dem Tier signalisiert, dass es alles richtig gemacht hat. Im Loro Parque gibt es bei den Orcas dazu noch eine Besonderheit: Da das gehörlose Weibchen Morgan seit 2010 dort mit den anderen Orcas lebt, mussten sich die Trainer für sie ein anderes Signal einfallen lassen. Anstelle eines Pfiffs wird mit Morgan mithilfe von Lichtsignalen kommuniziert, kleine Leuchten sind dafür an mehreren Stellen der Becken angebracht. Auch bei den anderen Orcas werden diese Signale zusätzlich zu den Pfiffen eingesetzt, damit keine Eifersucht unter den Tieren durch die unterschiedliche Behandlung entsteht. In jedem Fall folgt bei korrektem Verhalten eine Belohnung, bei der es sich nicht unbedingt immer um Fisch handeln muss. Auch Gelatinewürfel, Eis (hier zu sehen) und sogar simple Streicheleinheiten werden von den Tieren gerne angenommen. Letztere sind besonders wichtig um die Bindung und das Vertrauen zwischen Trainer und Tier zu stärken.

Aber wofür ist dieses Training dann gut? Einfach gesagt, Delfine sind intelligente Tiere und brauchen deshalb Beschäftigung. In freier Wildbahn verbringen sie die meiste Zeit mit der Suche nach Nahrung, aber diese fällt im Delfinarium natürlich gänzlich weg. Um sie trotzdem körperlich und geistig fit zu halten, wird mit ihnen auf freiwilliger Basis trainiert. Selbstverständlich ist eine Delfin-Show auch ein Publikumsmagnet, doch handelt es sich bei einer Vorführung vor Besuchern um nichts anderes als ein öffentliches Training. Die gezeigten Sprünge sind oftmals an natürliche Verhaltensweisen angelehnt. In vielen Delfinarien gehen die Trainer auch zu den Tieren ins Wasser, werden von ihnen in die Luft katapultiert und durch das Becken gezogen, auch bei den Großen Tümmlern im Loro Parque. Dies hat selbstverständlich wenig mit dem Verhalten wilder Delfine zu tun, doch ob es einem nun persönlich gefällt, ist letztendlich Geschmackssache, da die Tiere auch hier freiwillig mitmachen und keine körperlichen Schäden davontragen. Sprünge durch brennende Reifen und andere gefährliche Aktionen werden in Delfinarien schon lange nicht mehr gezeigt. Die Dauer und Struktur des Trainings wird, um es für die Tiere interessant zu halten, variiert. Wenn ein Tier mal keine Lust hat, muss es nicht mit machen und erhält trotzdem sein Futter.

Ein weiterer Vorteil des Trainings ist sicherlich der vertraute Umgang mit den Tieren. Sie sind an den engen Kontakt zum Menschen gewöhnt und sind deshalb auch bei medizinischen Untersuchungen gelassener, was die Arbeit der Veterinäre natürlich erleichtert. Das „Medical Training“ ist fester Bestandteil der modernen Delfinhaltung. Diese Art des Trainings beruht ebenfalls auf freiwilliger Mitarbeit der Tiere und es werden dabei beispielsweise die Blutabnahme oder Ultraschalluntersuchungen geübt.

Besonders interessant fand ich die folgende Situation während meines Besuches bei den Großen Tümmlern des Loro Parque: Als ein Trainer mit uns am Beckenrand stand, kam eines der Tiere auf ihn zu und brachte ihm ein Blatt, das wohl in sein Becken gefallen war. Der Trainer lobte den Delfin überschwänglich und streichelte ihn. Er erklärte uns, dass den Tieren beigebracht wurde, Gegenstände in ihren Becken zu ihren Pflegern zu bringen, um sie gegen eine Belohnung zu „tauschen“. Damit wird verhindert, dass die Delfine fremde Gegenstände von Besuchern fressen oder sich daran verletzen. Obgleich Personal sicherstellt, dass die Besucher den Tieren vor und nach den Vorführungen nicht zu nahe kommen und nichts in die Becken werfen, wird es leider immer wieder Individuen geben, die solche Maßnahmen erst notwendig machen.

Beschäftigung

Neben den Trainingseinheiten wird gerne eine Fülle an Spielzeug angeboten, mit denen die Tiere alleine, gemeinsam oder mit ihren Pflegern spielen können. Für die Großen Tümmler werden unter anderem herkömmliche Bälle verwendet, das Spielzeug der Orcas fällt dagegen eine Nummer größer aus. Die Trainer lassen sich immer wieder neue Dinge einfallen, damit ihren Schützlingen nicht langweilig wird. Die Beschäftigung der Tiere ist ein wichtiger Bestandteil einer guten Tierhaltung, denn man ist sich in zoologischen Einrichtungen durchaus bewusst, dass die etwas andere Lebenssituation der Tiere in menschlicher Obhut auch gewisse Herausforderungen mit sich bringt.

Blick in die „Spielkiste“ der Orcas

Natürlich kann niemand in die Köpfe der Tiere schauen und mit Sicherheit behaupten, dass sie zufrieden seien. Jedoch kann man sich durchaus sicher sein, dass die Delfine zumindest Gefallen an der Arbeit mit ihren Trainern finden, da sie freiwillig daran teilnehmen und immer wieder Aufmerksamkeit fordern, obwohl sie ebenso Kontakt zu ihren Artgenossen suchen könnten. Kontakt zu Artgenossen ist für diese sozialen Tiere selbstverständlich von erheblicher Wichtigkeit, aber dennoch scheint ihnen auch der Kontakt zu ihren Pflegern wichtig zu sein. Stereotypische oder apathische Verhaltensweisen waren während meiner Besuche im September und Februar nicht zu beobachten. Man sollte den häufig gezeigten Momentaufnahmen angeblich apathischer Tiere ohnehin kritisch begegnen, da sie immer nur einen kurzen Augenblick im Tagesablauf des Tieres zeigen, und das meistens ohne den Kontext genauer zu beleuchten. Tatsächlich befinden sich viele angeblich apathische Delfine zum Zeitpunkt solcher Aufnahmen in einer Ruhephase, denn dann harren nämlich auch Delfine nach Möglichkeit an einer Stelle aus, mit dem Blasloch an der Oberfläche, um Luft holen zu können. Das würden die Tiere sicher nicht tun, wenn sie stark gestresst und verängstigt wären. Die Behauptung, die Tiere seien „depressiv“ ist ohnehin sehr weit her geholt, da Depressionen bisher eine nur beim Menschen bekannte psychische Erkrankung ist. Deshalb ist es doch ausgesprochen fraglich, wie diese bei einem Tier wie einem Delfin diagnostiziert werden kann und welche Verhaltensweisen dafür ausschlaggebend sein sollen.

Übrigens: Die Frage, weshalb man zur „natürlichen“ Beschäftigung der Tiere nicht einfach lebende Fische verfüttert, lässt sich einfach beantworten, denn es ist gesetzlich nicht erlaubt. Wirbeltiere dürfen nur unter besonderen Umständen lebend verfüttert werden, etwa dann, wenn eine geregelte Nahrungsaufnahme der zu fütternden Tiere nicht anders gewährleistet werden kann (Beispielsweise bei bestimmten Schlangen). Delfine nehmen problemlos den toten Fisch an und fallen deshalb nicht unter diese Ausnahmeregelung. Man hat mir übrigens erklärt, dass der verfütterte Fisch Restaurant-Qualität hat. Es werden regelmäßig Qualitätskontrollen durchgeführt und die Kühlkette wird bis zur Fütterung nicht unterbrochen.

Spielender Delfin

Wofür das alles?

Zum einen hat das Training, wie schon erwähnt, den Zweck, die Tiere körperlich und geistig fit zu halten und sogar die medizinische Versorgung zu vereinfachen. Außerdem ist eine Delfin-Show nach wie vor das Highlight schlechthin für die Besucher und gute Zoos nutzen daher diese Möglichkeit nicht nur zur Unterhaltung des Publikums, sondern auch dafür, es über die gezeigten Tiere zu informieren. Diese Art der edukativen und gleichzeitig unterhaltsamen Präsentation findet nicht nur mit Meeressäugern statt, sondern beispielsweise auch mit Vögeln oder Seelöwen.

Im Loro Parque hat man sich für diese Kombination aus Unterhaltung und Bildung entschieden. Sowohl bei der Vorführung mit den Großen Tümmlern als auch in „Orca Ocean“ ertönt passende Musik und es gibt sowohl Elemente, die reine Unterhaltung sind, als auch informative. So wird zum Beispiel erklärt, welche äußerlichen Merkmale männliche von weiblichen Delfinen unterscheiden oder wie der korrekte Umgang mit einem gestrandeten Delfin aussieht, denn dieses Szenario ist auf den Kanaren durchaus im Bereich des Möglichen. Bei den Orcas wird unter anderem gezeigt, wie mit der tauben Morgan kommuniziert und trainiert wird. Ob man nun ein Freund dieser Art von Vorstellung ist, bleibt wohl Geschmackssache, dem Großteil der Besucher scheint es zu gefallen. Jedenfalls braucht man sich keine Sorgen machen, dass die verwendete Musik gar schädlich für die Tiere sei, denn Delfine hören über Wasser nicht besonders gut und „ohrenbetäubend“ ist diese Musik ohnehin nicht. Davon mal abgesehen, dass ein Großteil der Geräusche unter Wasser überhaupt nicht ankommt. Es ist bestimmt nicht einfach, eine gute Mischung aus Information und Unterhaltung zu finden, die den Besucher anspricht. Allzu trockene Darbietungen werden nun einmal nur wenige begeistern, dass muss sich auch der eher kritische Leser eingestehen. Ich persönlich bin der Meinung, dass man den Besucher nicht nur ausreichend informieren sollte, sondern auch sein Herz für diese Tiere gewinnen muss. Wir sollten nie vergessen, dass Orcas noch im vergangenen Jahrhundert als blutrünstige Killer verschrien waren, die bei jeder Möglichkeit getötet wurden. Die US-Luftwaffe nutzte noch in den 1950er Jahren wilde Orcas für ihre Zielübungen, da die Tiere durch ihre Färbung auch aus der Ferne für die Piloten gut sichtbar waren. Selbst wenn man sich mit der Haltung der Schwertwale in Gefangenschaft nicht anfreunden kann, sollte man zumindest einsehen, dass auch die Shows mit diesen Tieren ihren Ruf deutlich verbessert haben.

Neben den genannten Vorteilen gibt es einen weiteren, äußerst wichtigen Aspekt: Die Forschung. Schon allein das Wissen um die Intelligenz von Walen und Delfinen entstammt größtenteils aus der direkten Arbeit mit den Tieren. Auch die Beziehung von Müttern zu ihren Kälbern wurde hier eingehend erforscht, ebenso wie die Biologie und die Kommunikation der Tiere untereinander. Im Loro Parque wurde kürzlich gemeinsam mit Forschern ein neuer Sender erprobt, der bei wilden Buckelwalen zum Einsatz kommen soll. Das Gerät ist in eine Art Gürtel integriert, welcher den Tieren um den Bereich vor der Schwanzflosse gelegt werden soll. Da die herkömmliche Methode, die Tiere über einen unter der Haut befestigten Sender zu markieren, gelegentlich zur Infektion der kleinen Wunde führt, sucht man derzeit nach einer Alternative. Dieser Gürtel soll so befestigt werden, dass er nicht vorzeitig abfällt und gleichzeitig das Tier nicht bei der Fortbewegung behindert. Schwertwalbulle „Keto“ eignete sich als großes Männchen am besten für den Test. Mit wilden Walen ist so eine Arbeit undenkbar, da sie kaum lange genug ausharren würden, um mehrere Testläufe mit dem Sender starten zu können. Keto jedoch ist an den Kontakt zu Menschen gewöhnt und kann problemlos einige Zeit „still halten“. Ich persönlich bin gespannt, wie die Ergebnisse im Umgang mit den wilden Buckelwalen umgesetzt werden. Des Weiteren erfolgte eine Studie zur Kommunikation von Schwertwalen, mit dem Ziel, Hinweise auf individuelle „Signaturlaute“, ähnlich solchen von Großen Tümmlern, zu finden. Tatsächlich konnte man bestätigen, dass auch Orcas solche individuellen Laute von sich geben, was zum einen widerlegt, dass die Kommunikationsfähigkeit der Tiere in Gefangenschaft degeneriere, und zum anderen hilfreich bei der Identifikation von Individuen in freier Wildbahn sein kann. Zudem wird derzeit daran geforscht, die Umweltverschmutzung in den Gewässern um die Kanaren an den im Fettgewebe enthaltenen Schwermetallen von gestrandeten Delfinen nachzuweisen. Letzteres hat zwar keinen direkten Bezug zu den im Loro Parque gehaltenen Tieren, doch die Einnahmen von dort fließen zu großen Teilen in die Loro Parque Fundación und damit in den Schutz der Tiere. (Weitere Informationen über die Arbeit der Fundación gibt es hier)

Das Training mit den intelligenten Meeressäugern ist also ein wichtiger Bestandteil einer tiergerechten Haltung, die sie sowohl auf körperlicher als auch geistiger Ebene fordert und fördert. Die Fähigkeit zu Lernen ist für wilde Delfine von enormer Wichtigkeit und muss deshalb auch in menschlicher Obhut immer wieder neu angeregt werden. Shows mit Delfinen sind dennoch nach wie vor umstritten und obwohl es solche Vorführungen und Trainingseinheiten beispielsweise auch mit Seelöwen gibt, bleiben diese größtenteils von Kritikern verschont, obwohl die Trainingsmethoden die gleichen sind und in beiden Fällen auf einen spielerischen und zwanglosen Umgang mit den Tieren geachtet wird. Der Großteil der Kritik fußt auf falschen Annahmen bezüglich des Trainings, etwa, dass mit Futterentzug oder Schlägen gearbeitet wird. Solche Methoden haben in modernen Einrichtungen jedoch keinen Platz, und das ist auch gut so.

Im Aquarium des Loro Parque gibt es Neuzugang

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Das Zuchtprogramm des Aquariums im Loro Parque weist einen weiteren Erfolg auf. Diesmal wurden sechs Rochen (Dasyatis americana), auf den Kanaren genannt „chuchos“, geboren.

Nach einer unkomplizierten Geburt wurde entschieden, die Tiere in einem Hängebassin im grossen Ausstellungsbecken zu belassen. Somit erleiden die Neugebornen keinen abrupten Wasserwechsel und sind zugleich von den andern Fischen jeglicher Art, die sich in der Ausstellung befinden, geschützt.

Die sechs jungen Rochen gehören zur Familie der Plattenkiemer, welche sich in subtropischen Meeren des Südatlantiks, der Karibik und des Golf von Mexico’s heimisch fühlen. Sie haben einen flachen, diamantförmigen Körper, der an der Oberfläche schlammbraun und unterhalb weiss ist.

Diese Art von Rochen toleriert weite Temperaturspannen und Salzgehalte. Ein Rochen gebärt lebend und kann 4-7 Jungtiere hervorbringen. Die Schwangerschaftsperiode ist im Vergleich zu anderen Rochenarten sehr kurz, nur vier Monate. Die Weibchen können sich zweimal pro Jahr vermehren. Die durchschnittliche Größe der Jungtiere liegt bei 40 cm.

Das Team des Loro Parque freut sich über diese erfolgreiche Nachzucht, die wieder einmal mehr zum Schutz und der Erhaltung der Arten beiträgt.

Zoos besuchen im Urlaub

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Quelle: http://www.openpr.de/news/955009.html

Urlaubszeit ist die Zeit der Zoobesuche – ob zu Hause in Deutschland oder auf Reisen. Allerdings sind manche Tierfreunde verunsichert, in welche Zoos man denn gehen könne. Am besten sucht man sich dazu moderne Zoos aus, die ihre Tiere artgemäß halten und auch im Bereich des Natur- und Artenschutzes aktiv sind. Am besten schaut mal sich auf der Webseite des jeweiligen Zoos um und informiert sich entsprechend.

Gute Zoos in Deutschland finden Eine wichtige Leitlinie, um einen guten und modernen Zoos ausfindig zu machen, ist der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V.. Wer da Mitglied ist, musste höchste Haltungsqualität nachweisen und zudem sind die Mitglieder auch im Natur- und Artenschutz aktiv. Der Verband verfolgt das moderne Zookonzept, dass artgemäße Haltung mit interessanter Edukation und wirkungsvollem Natur- und Artenschutz verbindet. Ebenfalls wird auch im Bereich der Forschung und Wissenschaft gearbeitet.

Gute Zoos im Ausland finden Im deutschsprachigen Ausland orientiert man sich am besten an der Österreichischen Zoo Organisation und zooschweiz, um professionelle Einrichtungen zu finden. Europaweit ist immer die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) ein guter Orientierungspunkt. Auch hier verbinden sich artgemäße Haltung mit Edukation, Artenschutz und Wissenschaft. Außerhalb Europas ist die World Association of Zoos and Aquariums (WAZA) die Dachorganisation der modernen Zoos und Aquarien. Mitgliedzoos kann man ruhigen Gewissens besuchen, denn sie mussten das moderne Zookonzept umfänglich nachweisen. Ähnlich wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es auch in anderen Ländern nationale Verbände, die sich dem modernen Zookonzept verschrieben haben wie zum Beispiel die Asociación Ibérica de Zoos y Acuarios (AIZA). Auch hier lohnt sich eine Recherche.

In welches Delfinarium kann ich gehen? Häufig stehen Delfinarien im Fokus, wenn es um „tierfreundlichen Urlaub“. Zu oft wird populistisch generell vor diesen Einrichtungen gewarnt, was falsch ist. In modernen Delfinarien sind die Tiere gesünder, stressbefreiter und leben länger als in der Wildbahn. Zudem schütten sie beim Training nach modernen Methoden Glückshormone aus.

Auch hier helfen die Mitgliedschaften in den Zoovereinen. Zudem kann man auch nach Mitgliedschaft in der European Association for Aquatic Mammals (EAAM) oder der Alliance of Marine Mammal Parks and Aquariums (AMMPA) schauen. Sie verfolgen das System des modernen Zoos im Bereich der Meerestiere und die Mitglieder mussten exzellente Haltung nachweisen, um sich akkreditieren zu lassen.

Was ist mit Zoos, die nicht akkreditiert sind? Bei Zoos, die nicht von den großen Verbänden akkreditiert sind, handelt es sich nicht automatisch um schlechte Zoos, wo es den Tieren nicht gut geht. Es gibt auch gute Zoos, die sich gerade auf dem (manchmal langen) Weg zu einer Akkreditierung finden. Hier muss man sich in jedem Einzelfall genau selbst informieren, während man sich bei akkreditierten Zoos schon sicher sein kann, dass sie die entsprechenden Standards erfüllen. Leider finden sich unter den nicht akkreditierten Einrichtungen allerdings auch die schwarzen Schafe der Szene, weshalb man schon aufpassen sollte.

Vorsicht bei Aktionen in der Wildbahn Dass Ökoterrorismus auch schädlich ist, sieht man nicht zuletzt am Beispiel des Great Barrier Reef. Wer denkt er sei mit solchen Angeboten automatisch auf der sicheren Seite, ist auf der falsche Fährte. Auch bei solchen Angeboten gilt: genau prüfen, sonst gefährdet man sich und die Tiere – so etwa bei direktem Kontakt mit Wildpopulationen.

Moderne Zoos hingegen achten darauf, und sind dazu auch durch die Mitgliedschaften in den Zooverbänden verpflichtet, Menschen nur so nah an die Tiere zu lassen wie es beiderseitigem Wohlbefinden zuträglich ist.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR im Presseportal Berlin veröffentlicht.

Kontakt Philipp J. Kroiß

Loro Parque Fundación: das einzige zoologische Zentrum in Europa, der es geschafft hat, den Lear-Ara zu züchten.

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Loro Parque erhält weiterhin hervorragende Ergebnisse durch sein Zuchtprogramm, und bei dieser Gelegenheit ist die Loro Parque Fundación das einzige europäische Zentrum, das es geschafft hat, den Lear-Ara (Anodorhynchus leari) zu züchten, eine bedrohte Tierart, die im Norden Brasiliens lebt und jetzt im Park ausgestellt ist.

Seit 2006, als die brasilianische Regierung ein Paar zur Förderung der Zucht in den Loro Parque schickte, erzielte die Stiftung die Nachzucht von 30 Tiere, die auf Teneriffa geboren wurden, von denen sie neun nach Brasilien mit dem effektiven System, das im besten Zoo in Europa verwendet wurde, geschickt hat. Die Akklimatisierung war von großer Bedeutung, um ein Zuchtvolumen zu erreichen, dass so hoch ist wie das von der Loro Parque-Stiftung: die Nachahmung der Felsen, wo sie in Brasilien leben, das gute Klima der Insel und der Licuri, das selbe Futter wie in der Natur, waren die Schlüssel zu guten Ergebnissen.

Der Lear’s Ara leidet unter dem illegalen Handel mit der Gefangennahme seiner Jungen, und wenn sie erwachsen sind, werden sie von Landwirte gejagen die ihre Mais schützen wollen. Ihr Lebensraum wird zunehmend durch die zunehmende Nutzung von Land für Rinder, und auch durch die wahllose Sammlung von Blättern und Früchten der Licuri Palme verschlechtert.

Der wissenschaftliche Direktor der Loro Parque Foundation, Rafael Zamora, erklärt den Prozess der Anpassung und die Schaffung eines Lebensraumes, der ihrer natürlichen Umgebung am ähnlichsten ist: „Als das Paar ankam, machten wir ein Foto von der Klippe, wo sie vorher im Gebiet von Brasilien wohnten, so dass unsere Baumeister eine Nachahmung dieser Felsen, so ähnlich wie möglich herstellen konnten, wir haben es geschafft, Brasilien in einem Park zu repräsentieren, der mehr als eine Million Besucher pro Jahr erhält. „

Die Loro Parque Stiftung hat es geschafft, die Arte wiederherzustellen und die Schutzkategorie von kritisch gefährdeten zu bedrohten zu verbessern, eine wichtige Tatsache in der Erhaltung. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden fast 500.000 € in den Schutz von freien Lears Ara investiert, was zum Aufstellen von vorrangigen Maßnahmen beiträgt, wie zuvor ihre geographischen Bewegungen und Nahrungsmittelressourcen studieren aber auch die Sensibilisierung der örtlichen Bevölkerung auf die Bedeutung der Aufrechterhaltung der Licuri Palme.

Das Ziel bleibt, Lear’s Aras als ein Art zu entlassen die nicht mehr verwaltet werden muss, seine Drohungen zu reduzieren und dafür zu sorgen, dass sich die die Anzahl der wilde Bevölkerung erholt, zusätzlich der Schutz von den Palmen, der für die langfristige Wiederherstellung der Spezies wesentlich ist.

Anti-Peta-Kampagne soll Spendern die Augen Öffnen

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Quelle: http://www.outfox-world.de/news/anti-peta-kampagne-soll-spendern-die-augen-oeffnen.html „Peta gibt fast die Hälfte der Spenden für Gehälter aus“ – mit dieser Information verziert rollen derzeit Busse durch Hamburg und Berlin. Hinter der Kampagne steckt laut einem Bericht von realfacesofanimalrights.de der internationale Pelzhandelsverband, der auf diese Weise vor allem wohlmeinende Spender über die Geschäftsgebaren der Tierrechtsorganisation aufklären will. In einer Karikatur wird Peta als geldgieriger Geier dargestellt, der auf einen verhungernden Welpen starrt und diesen offenbar als Beute betrachtet. Nach jahrelanger Zurückhaltung habe die Pelz-Branche sich laut dem Bericht nun entschieden, die Tierrechtsaktivisten anzuprangern – wegen „falscher Anschuldigungen, Heuchelei, Gier und Intoleranz, die darauf abzielen, den Verbraucher irrezuführen und zu schikanieren“. Wer an Peta spende, solle daher wissen, dass die Organisation in Deutschland 42 Prozent aller Spenden für Gehälter und Aufwandskosten ausgebe. „Die Rechnung für diese Armee von Aktivisten belief sich im Jahre 2015 auf atemberaubende 1.728.583 €“, heißt es in dem Bericht. Zudem seien „unglaubliche 1.516.373 €“ allein für Öffentlichkeitsarbeit genutzt worden.
Wie Peta und andere Tierrechtsaktivisten die Öffentlichkeit in die Irre führten, sei bedenklich, wird Mark Oaten vom Internationalen Verband des Pelzhandels zitiert. Nur wenige Menschen wüssten beispielsweise, dass Peta im Jahr 2016 in einer Rettungsstation im US-Bundesstaat Virginia mehr als 1400 Katzen und Hunde getötet habe. Das seien beinahe 72 Prozent der Tiere gewesen, die in die Peta-Station kamen. „Viele ihrer Spender würden sofort den Stecker ziehen, wenn sie dies alles wüssten“, sagte Oaten dem Bericht zufolge. „Es wurde Zeit, dass jemand sie bloßstellt und die Sache richtig stellt.“ Die Busreklame soll der Auftakt zu einer weltweiten Kampagne sein, die Werbung in Großstädten, auf Bahnhöfen, bei Festivals und in Zeitungen umfasst. Damit Peta in Deutschland auch juristisch belangt wird, hatte der Deutsche Jagdverband (DJV) kürzlich Anzeige erstattet, unter anderem wegen falscher Verdächtigung (wir berichteten). In Baden-Württemberg erhielten die Tierrechtler im April offiziell kein Verbandsklagerecht. Zur Begründung wurde dabei auf die seltsame Organisationsstruktur von Peta verwiesen (wir berichteten).

Petas Tiertötungpraxis in der Kritik

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Quelle: http://www.salonkolumnisten.com/petas-tiertoetungspraxis-in-der-Kritik

Die Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) tötet auch gesunde und vermittelbare Tiere in ihrem Tierheim. Ein Tierrechtler wendet sich nun offen gegen diese Praxis: Nathan J. Winograd ist Autor, Filmemacher und setzt sich aktiv für Tiere und deren Schutz ein.

In den USA sterben viele Tiere in Tierheimen. Jeden Tag werden rund 8.000 Hunde und Katzen eingeschläfert. Das „No Kill“-Konzept soll die Tötungen reduzieren: Eine Tötungsrate in den Tierheimen von etwa 10 Prozent oder sogar weniger. Tiere sollen nur eingeschläfert werden dürfen, wenn ein unabhängiger Tierarzt das Leiden der Tiere feststellt und eine Einschläferung zum Wohl des Tieres empfiehlt. Aktuell werden in den USA auch Tiere eingeschläfert, obwohl sie nicht leiden bzw. ohne, dass unabhängig ihr Leid festgestellt wurde.

Tiere und ihre Tötungsraten

Eine Tötungsrate von 30 Prozent gilt als Erfolg, wobei sie in schlechten Jahren bei 60 Prozent liegen kann. Manche Tierheime haben aber auch eine Tötungsrate von rund 90 Prozent und vermitteln gar keine Tiere weiter.

In deutschen Tierheimen gibt es Härtefälle, um die sich die Mitarbeiter besonders kümmern und bei denen man trotzdem versucht, sie an liebende neue Besitzer zu vermitteln, die ein Herz für diese vom Leben gebeutelten Tiere haben. In den USA werden solche Tiere in „Kill“-Tierheimen geparkt.

Auf Anfrage der Zeitschrift „Ein Herz für Tiere“ teilte Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes, mit: „Die Tierheimordnung des Deutschen Tierschutzbundes regelt ganz genau, wann Hunde und Katzen in Tierheimen eingeschläfert werden dürfen. Nur wenn der Tierarzt eine unheilbare, schwere Erkrankung feststellt, ist dies erlaubt. Ein weiterer Grund zur Tötung eines Tieres kann das Vorliegen von schweren Verhaltensstörungen sein, die für das Tier Leiden im Sinne des Tierschutzgesetzes bedeuten. In solchen Einzelfällen trifft eine Kommission aus Tierärzten und Tierheimmitarbeitern die Entscheidung. In allen anderen Fällen ist die Tötung von Tieren im Tierheim grundsätzlich abzulehnen, denn das deutsche Tierschutzgesetz verbietet das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund.“

Deutsche Praxis als Vorbild

Nathan J. Winograd strebt ein ähnliches Konzept für die USA an: „Wenn PETA sich glaubhaft um alle Tiere kümmern würde, und sie retten wollte, wäre ich ein Unterstützer.“ PETA betreibt ein Tierheim in den Vereinigten Staaten. Dieses gehört zu den „Kill“-Tierheimen und kooperiert auch ausschließlich mit solchen. Winograd will eine Tötungsrate von 10 Prozent oder weniger, der US-Durchschnitt liegt bei 40 Prozent und die Tötungsrate von PETA liegt bei rund 86 Prozent. (Die Zahlen zum PETA-Tierheim stammen von der zuständigen Regierungsbehörde, der VDACS).

Winograd möchte die Tötungen nicht abschaffen, sondern sie nur zur eigentlichen Wortbedeutung zurückführen. „‚No Kill‘-Tierheime schläfern Tiere nur nach strengster medizinischer Indikation ein – so wie es in Deutschland auch ist. Wenn PETA wirklich nur die leidenden Tiere einschläfern würde, wäre es kein Problem der ‚No Kill‘-Bewegung beizutreten, denn diese Tiere würden auch dann eingeschläfert, wenn der hinzugezogene, unabhängige Experte genauso urteilen würde.“

Was macht PETA mit den Spendenmillionen

PETA verfügt jedes Jahr über einen mittleren, zweistelligen Millionenbetrag: Nur 10 Prozent davon gehen in das, was PETA „karitativen Tierschutz“ nennt. Gemeint ist damit unter anderem in das Tötungstierheim. An der grundlegenden Situation für die Tiere ändert sich dadurch aber nichts. Gab es 2001 immerhin noch eine Adoptionsrate von rund 26 Prozent (die höchste im Zeitraum von Mitter 1998 bis 2015), sank die Adoptionsrate auf 0,3 Prozent (2008) und lag 2015 bei rund 3 Prozent.

Das wirft Winograd der Tierrechtsorganisation vor: „Sie töten nicht nur gesunde Tiere, einschließlich Hundewelpen und Katzenbabys, sondern sie tun das ohne Anstrengungen zu unternehmen, für die Tiere ein neues Zuhause zu finden.“ Das bestätigt auch PETA. Winograd zitiert die PETA-Gründerin Ingrid Newkirks Aussage, dass nicht im „Home finding business“ sei.

Die Ideologie hinter PETA

Winograd erklärt dazu: „PETAs Ansichten über Hunde und Katzen in Häusern von Menschen kommen aus einer grundsätzlich fehlerhaften Perspektive, die die Partnerschaft zwischen Tier und Mensch in die gleiche Kategorie stellt wie verschiedene und unbestreitbare Formen der Tierausbeutung. Dabei ist es das gar nicht.“

Wenn man nach Erklärungen sucht, warum PETA trotz genügend Finanzmitteln, Reichweite und Möglichkeiten nicht in Tierhaltung investiert, stößt man schnell auf die Ideologie von PETA. Denn PETA ist gegen jede Form der Tierhaltung. Von Nutztieren über Haustiere bis hin zu Assistenztieren wie etwa Blindenhunden: PETA lehnt alle diese Formen ab. Es ist also im PETA-Denken schlicht zielführend, Tier-Haltungen durch Einschläferung zu beenden.

Peta’s Kampagne gegen Orcahaltung geht nach hinten los

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Quelle: http://www.huffingtonpost.de/philipp-j-kroia/kampagne-gegen-orcahaltung-hebt-ab-_b_16507450.html

Angeblich sollen nun Eurowings und Airberlin die PETA-Werbeanzeige gegen Delfinarien im Board-Magazin abdrucken. In der Pressemitteilung heißt es: „Die Anzeige der Tierrechtsorganisation finden Reisende noch bis Ende Juni im Bordmagazin aller Flugzeuge der Air Berlin. Mit Air Berlin fliegen jährlich durchschnittlich 30 Millionen Menschen, zum Beispiel nach Teneriffa […] .

Auch Millionen Fluggäste von Eurowings und Germanwings finden die Anzeige von PETA im Inflight Magazin, das noch bis Ende August an Bord aller Flugzeuge ausliegt.“

Beide Airlines fliegen in dieser Zeit allerdings Teneriffa gar nicht an: Bereits seit Jahresbeginn hat airberlin die Linie an eine andere Fluggesellschaft abgegeben und Eurowings bedient das Ziel erst wieder ab Oktober. Ob PETA das seinen Rezipienten der Pressemitteilung absichtlich vorenthält oder selbst nicht weiß, ist schlicht nicht überliefert.

Mit seiner edukativen Orcashow erreicht der Park tausende Besucher pro Tag.

Für die Fluglinien könnte das einen Imageschaden bedeuten. Die PETA-Werbung enthält die falsche Pauschalbehauptung, dass Orcas in Menschenobhut immer leiden würden, was nicht stimmt und für moderne Haltungen, wie den erwähnten Loro Parque, bereits widerlegt wurde.

Zudem wird auch gegen andere moderne Zoos und Aquarien Stimmung geschürt, die für umfassenden Arten- und Naturschutz, sowie für die naturkundliche Bildung unerlässlich sind.

Hier ist das Vancouver Aquarium ein gutes Beispiel, wo man verschiedene Delfinarten artgemäß hält, aber man ermöglicht auch Forschung, die für den Artenschutz notwendig ist: etwa die Schweinswalforschung zur Unterstützung des Vaquita-Rettungsplanes.

Außerdem rettet das Rettungszentrum des Aquariums rund 100 Meeressäugern pro Jahr das Leben. Auch gegen solche Einrichtungen richtet sich die PETA-Werbung. Solche populistische Anti-Werbung, die Lügen enthält, schadet der Glaubwürdigkeit eines Mediums, das Werbung verbreitet, weil solche Werbung auch ein schlechtes Bild auf die andere gezeigte Werbung wirft.

Hier müssen Werbekunden abwägen, ob ein zukünftiges Placement in den Board-Magazinen sinnvoll ist, nachdem bekannt wurde, dass beide Unternehmen auch völlig unseriöse Werbung abdrucken.

Delfinarien bekommen Rückenwind von der Wissenschaft

Derweil stärken unabhängige Wissenschaftler den Rücken moderner Delfinarien. Die Wissenschaft ist für die Haltung von Meeressäugern.

Eine vergleichende Studie brachte zudem zum Vorschein, dass Delfine in Zoos gesünder sind als ihre wilden Artgenossen. Ebenso wurde schon vor längerer Zeit nachgewiesen, dass Delfine in Menschenobhut unter keinem chronischen Stress leiden, sondern sogar völlig normale Stresswerte aufweisen – ganz anders als oftmals ihre wilden Artgenossen, die deutlich gestresster sind . Ebenso konnte für Wale in Menschenobhut nachgewiesen werden, dass sie beim Training das Glückhormon Dopamin ausstoßen.

Das Wohlergehen der Tiere im Loro Parque wird auch von unabhängigen Experten überprüft. © Philipp J. Kroiß

Solche unabhängig geprüften Studien sind wichtig, um in der Diskussion die Fakten zu klären und sachlich zu diskutieren. Den Delfinariengegnern gehen derweil die Argumente aus und es werden Aktionen gestartet wie in Nürnberg, wo radikale Tierrechtler eine Rauchbombe in einem Delfinarium zündeten und schließlich zu den Tieren ins Wasser sprangen. Das ist natürlich alles andere als sachlich und seriös.

Der Wind dreht sich Langsam wird klar, dass all die populistischen Anschuldigungen, die Aktivisten gegen Delfinarien in den letzten Jahren führten, falsch sind. Die, die den Desinformanten nun vertraut haben, stehen ziemlich lächerlich gemacht dar.

Vor gar nicht allzu langer Zeit wurde PETA gegenüber SeaWorld völlig entmachtet und ein paar Tage zuvor war ihnen in Deutschland das Verbandsklagerecht verwehrt worden.

Man scheiterte hierbei an den Kriterien: „Gesetzlich festgelegte Kriterien, […] stellen dabei sicher, dass nur […] demokratisch strukturierte Organisationen anerkannt werden […]. Darüber hinaus müssen diese jahrelange Erfahrung im Tierschutz nachweisen und so verantwortungsvoll mit ihren neuen Möglichkeiten umgehen können.“ Dies hat PETA wohl nicht nachweisen können.

Der größte ‚Erfolg‘ gegen die Delfinarien war bisher immer die Zerstörung von SeaWorlds Orca-Zuchtprogramm gewesen. Das hat aber eine nicht mehr artgerechte Haltung der Tiere zu Folge und eine ethisch nicht zu rechtfertigende, dauerhafte Medikation der Tiere. In Europa haben sowohl die EU, als auch der europäische Zooverband (EAZA), solche Entscheidungen aus guten Gründen unmöglich gemacht.

In den USA war ein Implementierung rechtlich möglich, aber wie lange sie unter den neuen chinesischen Einflüssen im Unternehmen Bestand hält, ist fraglich, denn es ist bekannt, dass China Orcas züchten will und niemand zweifelt ernsthaft daran, dass sie dies auch tun. Die letztendliche Frage ist nur, wo die Zucht stattfindet bzw. stattfinden kann und wo somit das Unternehmen zukünftig Millionen investieren wird und entsprechend Arbeitsplätze schafft.

Der sprichwörtliche Drops ist aber lange noch nicht gelutscht – in Mexiko wird gerade viel in eine Anti-Delfinarienkampagne gesteckt, die einen Zuchtstopp gesetzlich festschreiben will und in Kanada versuchen Tierrechtler das einzige Kanadische Rettungszentrum für Meeressäuger zu schließen und Walhaltung zu verbieten. Das Tierwohl ist dabei egal – wie schon im Fall SeaWorld, wo es Tierrechtler durch Lobbyarbeit und entsprechende, drücken wir es vorsichtig aus, ‚Motivation‘ von Politikern erreicht haben, dass nun viele Orcas unter einem völlig unnatürlichen Zuchtstopp leben müssen und sinnlose Medikation durch Verhütungsmittel erhalten, die langfristig unter Umständen lebensbedrohliche Krankheiten verursachen.

In der Wildbahn spitzt sich die Lage zu Die Verschmutzung der Umwelt schreitet fort und Walpopulationen schrumpfen. Der chemische Verseuchung der Meere sorgt unter anderem dafür, dass Orcas unfruchtbar werden – es braucht aktuell Forschung an der Reproduktion der Schwertwale dringender denn je. SeaWorld blockiert dies aktuell bzw. muss dies blockieren.

Die Southern Residents Schwertwal Population ist so bedroht wie noch nie. Während man wissenschaftlich geführte Haltungen dieser Tiere nun immer wichtiger werden, versuchen Zoogegner ihnen zu schaden. Alternativkonzepte existieren aber nicht, weil in Delfinarien Forschungen möglich sind, die in der Wildbahn nie möglich sein können.

Keto, Kohana, Skyla und Morgan (v.l.) zeigen sich während der Show als Botschafter ihrer Art und ihres Lebensraumes. | © Philipp J. Kroiß

Während moderne Zoos Millionen in den Schutz dieser Tiere, ihrer Art und ihres Lebensraums investieren, versucht man ihnen durch Populismus zu schaden. Airberlin und Eurowings scheint das egal zu sein! Solange man sie bezahlt, scheinen sie offenbar gerne den Steigbügelhalter für populistische Kampagnen zu spielen, die wichtigen Forschungs-, Natur- und Artenschutzakteuren schaden. Man muss sich auch fragen wie eine Fluglinie, die lieber falschen Darstellungen als wissenschaftlich nachgewiesenen Fakten zu vertrauen scheint, vertrauenswürdig genug ist, mit ihr in den Urlaub zu fliegen.

Anmerkung: Sowohl Airberlin, als auch Eurowings wurden angeschrieben, damit sie die Gelegenheit bekommen, Stellung zu nehmen. Beide nahmen dies nicht wahr.

 

„In der Natur geht es dem König der Tiere zunehmend an den Kragen“

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Quelle: http://www.wochenblatt.es/kanarische-inseln/in-der-natur-geht-es-dem-koenig-der-tiere-zunehmend-an-den-kragen/

Der Loro Parque in Puerto de la Cruz erwartet in den nächsten Wochen Familienzuwachs. Drei junge Löwen werden in ein für sie entworfenes und gebautes Gehege einziehen und als Botschafter ihrer Art die Parkbesucher auf ihre Notlage in der Natur aufmerksam machen. Wolfgang Rades, seit Dezember 2015 zoologischer Direktor des berühmten Tierparks auf Teneriffa, hat dem Wochenblatt im Interview Einzelheiten und Hintergründe dieses Projektes verraten.

Wochenblatt: Herr Rades, vor Ihrer neuen Aufgabe im Loro Parque waren Sie Chef des Tierparks Herborn. Wie hat es Sie aus Hessen auf die Insel verschlagen? Wie kamen Sie in Kontakt mit Familie Kiessling?

Wolfgang Rades: Ich bin engagierter Naturschützer und begeisterter Tiergärtner. Ein senegalesischer Ökologe hat bereits 1968 einen Satz geprägt, der heute der Leitsatz des modernen Zoos in Deutschland ist, und der kurzgefasst lautet: „Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen!“ Dies hat meine positive Beziehung zu zoologischen Gärten ebenso beeinflusst wie das Wirken des berühmten langjährigen Frankfurter Zoodirektors Professor Bernhard Grzimek und seine naturkundlichen Filme. Im Biologiestudium spezialisierte ich mich auf Tiergartenbiologie und Tierökologie. Sowohl beruflich als auch ehrenamtlich bin ich seit Jahrzehnten gleichermaßen im Zoobereich wie auch im Natur-, Arten- und Tierschutz engagiert. Unter anderem war ich fast ein Jahrzehnt lang als Artenschutzreferent beim Naturschutzbund Deutschland NABU, dem größten deutschen Naturschutzverband, und als Leiter des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde, einer großen Wildtierauffangstation in Niedersachsen, angestellt. Aufgrund dieses Engagements kam ich im November 2013 im Rahmen eines Informationsbesuchs erstmals in den Loro Parque, und zwar zur Beurteilung der Orcahaltung, der ich zunächst sehr kritisch gegenüberstand. Denn ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass es möglich ist, solch ein großes Meeressäugetier artgerecht in einem Delfinarium zu halten. Hintergrund war, dass wir über den Orca Morgan, der im niederländischen Wattenmeer hilflos aufgefunden worden war, und der in der Natur nicht überlebensfähig wäre, gesprochen hatten, um die Rechtmäßigkeit seiner Haltung im Loro Parque zu überprüfen. Wie ich inzwischen weiß, hat Morgan glücklicherweise auf Anfrage der Niederlande im Loro Parque eine neue Heimat gefunden, und konnte hier bestens in die Orcagruppe integriert werden. Dieser Informationsbesuch öffnete mir die Augen für die im Loro Parque gegebene große Qualität der absolut tiergerechten Orcahaltung.

So kam der Kontakt zur Familie Kiessling zustande, die mich durch ihr vorbildliches Engagement für den Tierschutz wie auch den Natur- und Artenschutz stark beeindruckt hat.

Wochenblatt: Hatten Sie denn schon zuvor vom Loro Parque auf Teneriffa gehört bzw. die Insel besucht?

Wolfgang Rades: Natürlich hatte ich auch schon zuvor vom Loro Parque gerade wegen seiner qualitativ insgesamt sehr guten Tierhaltung und wegen seines vorbildlichen internationalen  Naturschutzengagements mit seiner Naturschutzstiftung gehört. Ich kannte den laut TripAdvisor besten Zoo Europas jedoch ebenso wie die sehr schöne Insel Teneriffa bis zu meinem ersten Besuch 2013 nicht persönlich. Als dann 2015 Matthias Reinschmidt als vorheriger zoologischer Direktor nach 15 Jahren Teneriffa als Direktor des Zoos Karlsruhe zurück in seine badische Heimat ging, entschied ich mich, mich zum Ende des Jahres 2015 der Herausforderung eines der weltweit attraktivsten und im Naturschutz engagiertesten modernen Zoos zu stellen.

Wochenblatt:Im Herborner Tierpark begegnen Besuchern vor allem gefiederte Arten. Da liegt die Verbindung zum Loro Parque nahe. Doch die Bereiche Fische und Meeressäuger stellen Sie auf Teneriffa sicherlich vor neue Herausforderungen.

Wolfgang Rades: Für Wale und Delfine trifft dies zu, mit Robben und terrestrischen Säugetieren (vom Tiger bis zum Elefanten) ebenso wie mit Reptilien, Amphibien und Fischen hatte ich jedoch auch zuvor in anderen Tierparks (Heidelberg, Solingen, Bochum und Herborn) und teils auch im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde gearbeitet.

Wochenblatt: Gibt es eine lustige Anekdote oder (Tier-)Begegnung aus Ihrer ersten Zeit im Loro Parque?

Wolfgang Rades: Ich möchte hier gar nicht mal so sehr etwas Lustiges hervorheben, als vielmehr die enorme Faszination, die die großartige und besonders vertrauensvolle Mensch- Tier-Beziehung zwischen den Trainern und den mit ihnen bestens harmonierenden Meeressäugetieren, besonders den Delfinen und Orcas, mit sich bringt. Hier geschieht in Training und Shows selbstverständlich nichts durch irgendwelche Zwänge (was nach heutigen Erkenntnissen auch gar nicht ginge!), sondern die Tiere machen spielerisch und vollkommen freiwillig auf der Basis positiver Verstärkung mit!

Wochenblatt: Nun wirft im Loro Parque wieder einmal ein großes Ereignis seine Schatten voraus: Vor einigen Wochen überraschte die Nachricht, dass bald der König des Tierreichs im Loro Parque einziehen wird. Wann ist es so weit, und warum hat sich der Loro Parque ausgerechnet für Löwen entschieden?

Wolfgang Rades: Der Löwe gilt als der König der Tiere. Aber selbst dieser majestätischen Tierart geht es, wie auch anderen Großtieren, weltweit und jetzt zunehmend auch im bislang noch relativ dünn besiedelten Afrika, bedingt durch menschliche Bevölkerungszunahme und die Übernutzung der natürlichen Lebensräume, in der Natur beängstigend schlecht! In Afrika leben heute nur noch weniger als 25.000 Löwen, nachdem es vor fünfzig Jahren noch etwa 100.000 waren. Neben dem Lebensraumverlust spielt gerade beim Löwen als Fleischfresser die Konkurrenzsituation zum Menschen eine Rolle, denn aufgrund des zunehmenden Mangels an natürlichen Beutetieren verschärfen sich die Mensch-Tier-Konflikte. Zunehmend müssen die Löwen in Rinderherden einbrechen, wenn sie nicht verhungern wollen. In der Folge werden die Tiere oftmals illegal abgeschossen oder vergiftet! Über solche Zusammenhänge zu informieren, hat sich Loro Parque zum Ziel gesetzt, denn zweifellos ist dies eine der wichtigsten Aufgaben des modernen Zoos als Botschafter für wilde Tiere!

Selbstverständlich engagiert sich Loro Parque im Rahmen seiner Naturschutzprojekte gemeinsam mit verschiedenen Partnern, darunter auch mit Reiseunternehmen, wie der Nachhaltigkeitsinitiative Futoruis in Deutschland, für die Schaffung von Grundlagen für ein nachhaltiges naturtouristisches Angebot. Und natürlich kommt dem Löwen als einer Flaggschiffart, einem Vertreter der berühmten afrikanischen „Big Five“, im KAZA-Transfrontier Schutzgebiet, das im Rahmen internationaler Zusammenarbeit fünf südafrikanische Staaten umfasst, eine ganz besonders große Bedeutung zu.   

Wochenblatt: Die Löwen, die im Loro Parque einziehen werden, gehören zur Unterart des Angola-Löwen. Welche Besonderheiten kennzeichnen diese Unterart?

Wolfgang Rades: Zunächst ist der südwestafrikanische Angola-Löwe die für das KAZA-Projekt typische Unterart, von der es nach den vorliegenden Erkenntnissen leider nur noch etwa 400 Tiere gibt. Dass diese Unterart mit einer goldgelben bis hellbraunen Grundfärbung und einer zumeist prächtigen blonden Mähne des Männchens zudem sehr attraktiv ist, ist natürlich ein positiver Nebeneffekt, der die Stellung der Tiere im Loro Parque als Botschafter für die in der Natur lebenden Artgenossen untermauern dürfte.

Wochenblatt: Woher kommen die Löwen und weshalb dieser Umzug?

Wolfgang Rades: Das Männchen kam im Zoo Lissabon, der bei der Haltung und Zucht des Angola-Löwen eine große Tradition hat, im August 2015 zur Welt. Die beiden Löwenmädchen wurden im Juli 2016 im auf Wildkatzenhaltung spezialisierten französischen Parc des Felins geboren. Der Austausch von Tieren und die Kooperation in internationalen Zuchtgemeinschaften ist wesentlicher Bestandteil der modernen Tiergartenbiologie. Und natürlich hoffen wir auf die Gründung einer harmonischen Löwenfamilie, die den Bestand des Angola-Löwen in menschlicher Obhut als genetische Reserve für die bedrohte Population der Unterart in der Natur sichern hilft.

Wochenblatt: Inwieweit ist das Gehege dem natürlichen Habitat seine Bewohner ähnlich?

Wolfgang Rades: Die etwa 1.000 qm umfassende Löwenanlage wird mit ihrer großen Naturnähe mit Savannenpflanzen und Felslandschaften dem Habitat des Angola-Löwen in der KAZA-Region mit trockenen Buschsavannen in Wassernähe sehr nahekommen. Malerisch eingerahmt wird das Ganze zudem mit den für die Kanarischen Inseln typischen Drachenbäumen, die den Löwen im Sommer willkommenen Schatten spenden werden.

Wochenblatt: Wie engagiert sich Loro Parque für den Schutz des Angola-Löwen in Afrika?

Wolfgang Rades: In Zusammenarbeit mit namhaften Naturschutzorganisationen und dem Projekt WildCRU der Universität Oxford werden die Aktionsräume der Löwen in der KAZA Region mithilfe von Fotofallen und der Besenderung einzelner Löwen mit Satelliten-Halsbändern erforscht. Die resultierenden Erkenntnisse sollen dem besseren Schutz der Löwen (und anderer Wildtiere) zugutekommen, auch, indem sie zur Vermeidung von Mensch-Tier-Konflikten beitragen. Bislang hat die Loro Parque Fundación hierfür 125.000 Dollar zur Verfügung gestellt.

Wochenblatt: Wie denken Sie, schafft es ein Zoo, den Artenschutz-Gedanken an seine Besucher weiterzugeben?

Wolfgang Rades: Loro Parque liegt auf einer beliebten Urlaubsinsel, und wir müssen hier besonders beachten, dass die meisten Menschen den Park nicht als außerschulischen Lernort (der er natürlich ist) wahrnehmen und nutzen wollen, sondern dass sie sich vielmehr hier in ihrer Freizeit entspannen und erholen möchten. Deswegen setzen wir zunächst darauf, dass wir unseren Besuchern durch die unmittelbare Begegnung mit dem lebenden Tier die Faszination und Schönheit der Natur und der Tierwelt vermitteln, und sie dabei im Rahmen eines sogenannten „Edutainments“, also einer geschickten Mischung von Unterhaltung und Bildungsarbeit, eher unmerklich für die Tierwelt interessieren und über sie informieren. Dass zudem im vergangenen Jahr fast 129.000 unserer Gäste an einer Discovery-Tour mit weiteren Hintergrundinformationen über die  Tiere teilgenommen haben, ist eine schöne Bestätigung dieses Konzepts.

Wochenblatt: Bei Facebook gibt es zur bevorstehenden Eröffnung des Löwengeheges die verschiedensten Meinungen. Viele Kommentare loben die Bemühungen des Loro Parque um eine artgerechte Haltung, aber es gibt auch Gegner. So fordert zum Beispiel ein Kritiker die Schaffung eines „virtuellen Zoos mit Hologrammen der Tiere“, ein anderer fragt sich, warum die Löwen nicht in Afrika ausgewildert werden. Was sagen Sie dazu?

Wolfgang Rades: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass die Tierhaltung im Loro Parque natürlich im Einklang mit den neuesten tiergarten- und verhaltensbiologischen Erkenntnissen absolut tiergerecht erfolgt. Die ablehnenden Kommentare in den sogenannten sozialen Medien sprechen hingegen nicht für die Sachkenntnisse der Kommentatoren. Es ist schon eine verrückte Zeit: Es gibt Menschen, die lesen irgendwelche emotional verklärten und völlig realitätsfremden Posts bei Facebook etc. und meinen dann, mehr von den Tieren zu verstehen als die Wissenschaftler, Tierärzte und Tierpfleger, die sich seit etlichen Jahren intensiv mit den Tieren befassen. Diese Stimmung wird geschickt von den Funktionären radikaler Tierrechtsorganisationen wie PETA oder der Born Free Foundation, oftmals unter gezielter Verbreitung von Lügen, geschürt, um an die Spendengelder gutgläubiger Tierfreunde zu gelangen. Zumeist kommen diese Spenden jedoch nicht dem Natur- und Tierschutz zugute, sondern dienen zum überwiegenden Teil der Eigengefälligkeit radikaler Tierrechtsfunktionäre!

Hingegen unterstützt Loro Parque die Naturschutzarbeit der Loro Parque Fundación mit 10% der Eintrittsgelder. Diese konnte schon mehr als 17 Millionen Dollar in mehr als 130 Schutzprojekte in über 30 Ländern zum Schutz seltener Arten investieren, und dadurch beispielsweise wesentlich dazu beitragen, dass sich die Bestandszahlen von zumindest acht hochgradig von der Ausrottung bedrohten Papageienarten in der Natur erfreulich erhöht haben.

Doch zurück zur Rolle des modernen Zoos in unserer von Verstädterung und der daraus resultierenden Naturentfremdung. Vonseiten der Tierrechtsaktivisten heißt es oft, wir bräuchten keine Zoos mehr, denn es gäbe heute ein großes Angebot gut gemachter Naturdokumentationen und andere virtuelle Angebote. Dabei übersehen sie, dass die große Mehrheit der naturentfremdeten Bevölkerung gar keine Motivation hat, sich Naturdokus über Orcas und ihre Gefährdung durch Umweltgifte, Plastikmüll und überfischte Meere, oder über die Gefährdung der Menschenaffen durch die Abholzung der Regenwälder und die Anlage von Palmölplantagen, oder eben auch über die Gefährdung des Königs der Tiere anzusehen. Ähnlich wie ein Video nicht das unmittelbare Erlebnis eines Konzertbesuchs ersetzen kann, ist die unmittelbare Begegnung mit dem lebenden Tier durch nichts zu ersetzen! Dass diese hauptsächlich im Zoo erfolgen sollte, liegt auf der Hand.  Denn natürlich können die weltweit mehr als 700 Millionen Jahresbesucher zoologischer Gärten nicht auf Safari in die letztverbliebenen Lebensräume der bedrohten Tierwelt geschickt werden. Nicht wenige Zoobesucher werden aber nach der faszinierenden Begegnung mit dem lebenden Tier sehr viel eher aufnahmebereit für Informationen über Tierwelt und Natur sein, und folglich für die Notwendigkeit des Naturschutzes und eines Tierschutzes mit Augenmaß sensibilisiert sein. Von diesen Zoobesuchern sind jedenfalls nicht solche wirklichkeitsfremden Vorschläge wie die nach einer Auswilderung der zoogeborenen Löwen zu erwarten. Denn wir informieren ja im Loro Parque darüber, dass es in der Natur dem König der Tiere zunehmend an den Kragen geht, wenn wir nicht, mithilfe der modernen Zoos als Botschafter für wilde Tiere, in Kooperation mit seriösen Naturschutzverbänden, dagegensteuern.

Hierzu möchte ich abschließend meinen Hochschullehrer, Professor Gunther Nogge, den ehemaligen Direktor des Kölner Zoos, zitieren, der einmal gesagt hat: „Gäbe es noch keine Zoos, so wäre es an der Zeit, sie zu erfinden!“ – Denn: „Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen!“

Löwinnen eingetroffen

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Quelle: http://www.wochenblatt.es/kanarische-inseln/loewinnen-eingetroffen/

Die ersten beiden Bewohner des neuen Löwengeheges im Loro Parque sind eingetroffen und inspizieren ihr neues Zuhause. Das rund 1.000 Quadratmeter große Gehege, das ihrem natürlichen Habitat nachempfunden ist, und das angenehme Klima der Kanareninsel sorgen für eine gute und problemlose Eingewöhnung.

Die beiden jungen Löwenmädchen der Unterart der Angola-Löwen sind Schwestern und stammen aus dem Zoo Parc des Félins im französischen Nesles, wo sie auch geboren wurden. Sie sind noch kein Jahr alt und bringen mit circa einem Meter Körperlänge und 60 Zentimetern Schulterhöhe zwischen 30 bis 40 Kilo auf die Waage. Im Loro Parque bekommen sie täglich je zwei Kilogramm Frischfleisch – Rindfleisch, Kaninchen und Hühnchen sind ihre Leibspeisen.

Loro Parque wird Lion’s Kingdom am 25. Mai feierlich eröffnen. Ab 26. Mai können Besucher des Parks das Löwengehege und seine Bewohner bewundern.