Offener Brief des Loro Parque anlässlich der Erklärung von Barbara Pompili, der französischen Ministerin für ökologischen Wandel, über die Zukunft der Delphinarien des Landes

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Es ist wirklich überraschend, dass inmitten des 21. Jahrhunderts in einem so fortschrittlichen europäischen Land wie Frankreich derart populistische Entscheidungen getroffen werden, die eindeutig von bestimmten Tierrechtsgruppen mit dem Interesse verfolgt werden, das Konzept des modernen Zoos und mit ihm all seine Errungenschaften und Beiträgen zum Tierschutz und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt auf unserem Planeten zu diskreditieren und zu zerstören. Wir beziehen uns hier auf die Ankündigung der französischen Ministerin für den ökologischen Wandel, Barbara Pompili, in der sie die Haltung von Cetaceen (Walen und Delfinen) in menschlicher Obhut verbietet, das heißt, die Haltung in spezialisierten zoologischen Einrichtungen, die über alle Zertifizierungen und Lizenzen, sowie über Experten mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Tierpflege verfügen.

Was uns auch aufhorchen lässt, ist, dass die Entscheidung durch einen Ministerialerlass getroffen werden musste, da der Vorschlag dieses anti-zoologischen Projekts auf der parlamentarischen Ebene desselben Landes auf kein Interesse stieß.

Daher möchten wir die Ministerin und die interessierte Öffentlichkeit auf Folgendes aufmerksam machen:

  1. Erstens basiert die Maßnahme nicht auf tierschutzfachlichen, sondern auf politischen Beweggründen. Es gibt keinen einzigen Tierschutzexperten, der sich für ein Verbot der Zucht von Cetaceen in Zoos ausgesprochen hat. Der Begriff „Tierschutzexperte“ muss sehr wohl klar definiert werden, denn dabei handelt es sich um Tierärzte, die sich dem Studium und der Verbesserung des Wohlergehens von Tieren widmen, und nicht um Tierrechtsaktivisten. Da es offensichtlich ist, dass Wale und Delfine in Zoos keine Einschränkungen ihres Wohlergehens erfahren, wird auch deutlich, dass diese Maßnahme keinen Sinn ergibt.
  2. Zu glauben, dass alle Delfine und Killerwale Frankreichs in Meeresschutzgebiete umgesiedelt werden können, ist so naiv wie die Annahme, dass sich das Wohlergehen der Wale spontan verbessert, sobald man sie in einem Meeresgehege unterbringt. In den Schutzgebieten sind die Tiere der Meeresverschmutzung und Verunreinigungen ausgesetzt (wie z.B. der Rotalgenblüte, Ölverschmutzungen, Plastik, Unterwasserlärm …), und sie sind auch Krankheitserregern und Parasiten ausgesetzt, die es in Zoos nicht gibt. Ein Sturm könnte das Netz des Schutzgebietes zerstören und dazu führen, dass alle Delfine am Strand ertrinken, wie es in Portugal durch Ringwadenfischerei geschehen ist. Die Tiere würden wahrscheinlich nicht lernen selbst Fisch zu fangen (wie es im isländischen Beluga-Wal-Schutzgebiet geschieht), und wenn sie es täten, würden sehr schnell alle Fische aus der Bucht verschwuden sein (wie es auch im isländischen Beluga-Wal-Schutzgebiet der Fall ist). Ganz zu schweigen von der Verschmutzung des Wassers durch die Anhäufung von Exkrementen einer Gruppe von riesigen Raubtieren in einer kleinen Bucht.
  3. Derzeit gibt es Sanctuaries im Meer weder für Delfine noch für Orcas. Nach zehnjähriger Suche nach einem Ort für den Bau eines Sanctuaries im Meer für seine Delfine (um die Investition in eine neue Anlage zu vermeiden) gab das Baltimore Aquarium auf und berichtete, dass es unter den derzeitigen Bedingungen aufgrund des Klimawandels nicht möglich sei, einen geeigneten Ort für den Bau eines Sanctuaries in der Karibik zu finden. Eine ähnliche Situation ist bei den Delfinen des Zoos von Barcelona aufgetreten. Nachdem der Stadtrat mehrere Jahre lang versucht hatte, sie in ein Sanctuary umzusiedeln, erkannte er, dass solche Einrichtungen nicht existieren, und verlegte sie in einen Zoo in Griechenland. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Cetaceen Frankreichs zehn Jahre lang dort bleiben werden, wo sie sind, oder in ein anderes Delfinarium außerhalb Europas gebracht werden müssen. Der Zuchterfolg in den europäischen Delfinarien hat dazu geführt, dass kein Platz mehr zur Verfügung steht und die Überbestände wegen extravaganter politischer Entscheidungen wie der von Frankreich ins Ausland verlagert werden müssten.
  4. Die Verhinderung der Fortpflanzung von Tieren schränkt ihr Verhalten stark ein und verdammt sie dazu, für den Rest ihres Lebens in kleinen und sozial instabilen Gruppen zu leben. In der Praxis wird diese Maßnahme das Wohlergehen der Cetaceen in menschlicher Obhut in Frankreich für mehrere Jahrzehnte beeinträchtigen und die Tiere leiden lassen.
  5. Es hat sich gezeigt, dass die längere Verwendung von Verhütungsmitteln Veränderungen in den Ovulationsszyklen von Cetaceen hervorruft und zu schweren Pathologien, hormonellen Veränderungen und Verhaltensproblemen führen kann. Es wird vermutet, dass diese Art der Behandlung mit empfängnisverhütenden Hormonen sogar mit dem Auftreten von Gebärmutterkrebs zusammenhängen könnte. All dies beeinträchtigt ernsthaft das Wohlergehen der Tiere.
  6. Wenn Delfinarien gezwungen werden, ihre Aktivitäten einzustellen, verringert sich der Platz für die Versorgung gestrandeter Cetaceen, die nicht sofort auswilderungsfähig sind, was bedeutet, dass sie nicht überleben würden, wenn sie ins Meer zurückgebracht werden. Derzeit sind Zoos die einzige Alternative für diese Tiere, die sonst euthanasiert werden müssten. Jetzt können Tiere, die nicht ins Meer zurückgebracht werden können, in Delfinarien umgesiedelt werden, wo sie tierärztliche Versorgung, Nahrung und geeignete Umweltbedingungen erhalten, ohne dass der öffentlichen Verwaltung Kosten entstehen.
  7. Wenn die Delphinarien ihre Arbeit einstellen, gehen besonders wertvolle Bildungseinrichtungen verloren, die auf die Probleme aufmerksam machen, unter denen die Cetaceen in der Natur leiden, wie z.B. die chemische Verschmutzung, die bis 2050 50% der Orca-Populationen zu vernichten droht, die Lärmbelästigung, die die Zahl der mit Hörproblemen umherwandernden Cetaceen vergrößert hat, die Kollisionen mit Schiffen, die dafür verantwortlich sind, dass der Atlantische Glattwal vor der Ausrottung steht, oder der unbeabsichtigte Beifang, der jedes Jahr schätzungsweise 300.000 kleine Cetaceen weltweit tötet. In den letzten Jahren ist Frankreich ein gutes Beispiel für die schrecklichen Auswirkungen dieses unbeabsichtigten Beifangs, denn jedes Jahr tauchen Hunderte von verstümmelten Delfinen an den französischen Küsten auf: https://www.independent.co.uk/news/world/europe/dolphins-killed-beach-dead-france-sea-shepherd-atlantic-coast-a8828371.html
  8. Ohne die Delfinarien geht eine erstklassige wissenschaftliche Ressource verloren, in der Wissenschaftler wesentliche Fragen zur Physiologie und Intelligenz der Cetaceen sowie zu den negativen Auswirkungen untersuchen können, die die Substanzen, mit denen wir das Meer verunreinigen, auf sie haben. Grundlegende Fragen wie die Echoortung oder die Kommunikation von Cetaceen wurden dank der in Delfinarien gehaltenen Tiere entdeckt. Wenn sie verschwinden, verschwinden mit ihnen auch enorme Möglichkeiten für die wissenschaftliche Forschung.
  9. Wenn die Vermehrung von Walen und Delfinen in Zoos verboten wird, bedeutet das nicht nur das Ende der Delfinarien, sondern auch das Ende der beruflichen Laufbahn der Experten, die für die Pflege, die Gesundheit, die Fütterung, die Handhabung usw. der Tiere verantwortlich sind. Der Verlust hunderter von Fachleuten, deren Karriere beendet werden würde, würde den Verlust der essentiellen Erfahrung in der Pflege geretteter Wale bedeuten. Zudem würden die Experten fehlen, wenn es in Zukunft notwendig werden wird, Zuchtprojekte für kritisch bedrohte Walarten in menschlicher Obhut einzurichten. Ohne erfahrene Tierärzte, Tierpfleger und Trainer für Meeressäuger sind die Chancen, in Zukunft Programme zur Zucht und Wiederansiedlung von vom Aussterben bedrohten Walarten in menschlicher Obhut einzurichten, überaus gering. Wenn der nächste Kalifornische Schweinswal oder Chinesische Flussdelfin gerettet werden muss, wo können die Experten dies tun?

Offener Brief an PETA

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Es ist wirklich erstaunlich, dass PETA Deutschland immer noch Kampagnen durchführt, in denen sie die Freilassung des Orca Morgan fordern. Und neuerdings fordern sie das Gleiche auch für ihr im Loro Parque zur Welt gekommenes Kalb Ula. Man könnte fast glauben, dass die Mitarbeiter und Aktivisten von PETA Deutschland nicht lesen können oder nicht in der Lage sind, Gerichtsurteile zu verstehen.

Es ist mehr als bewiesen und wurde in 10 Gerichtsentscheidungen und mehreren Verlautbarungen des Petitionsausschusses des Europäischen Parlaments bestätigt, dass Morgan nicht freigelassen werden kann, und dass sie deswegen zu Recht von den niederländischen Entscheidungsträgern im Loro Parque untergebracht wurde, um hier – übrigens mit großem Erfolg – in einem der modernesten Delfinarien der Welt in einen Sozialverband mit Artgenossen integriert zu werden.

Vor fast zehn Jahren hat eine unabhängige Expertengruppe die Begründungen dafür ganz klar festgestellt:

  • Ihre Familie wurde nie gefunden. Es wurden seit 2007 noch nicht einmal mögliche verwandte Gruppen ihrer Familie entdeckt.
  • Als Morgan völlig allein, dehydriert und unterernährt gefunden wurde, war sie so jung, dass sie keine Möglichkeit gehabt hatte, die Jagdtechniken der norwegischen Orca-Grupppen zu erlernen.
  • Sie freizulassen, hätte einen langen Leidensweg und ihren qualvollen Tod bedeutet, und wäre deswegen auch nach wie vor unmöglich und absolut tierschutzwidrig.
  • Die Aufforderung von PETA, die Tiere umgehend in eine Auffangstation am Meer zu überstellen ist schlichtweg utopisch, denn es existiert in Wirklichkeit keine solche Einrichtung.
  • Desgleichen würde die Rückkehr dieser beiden Tiere ins Meer zu einer genetischen Kontamination wildlebender Orca-Populationen mit negativen Auswirkungen auf deren Vitalität führen.

2019 wurde zudem in einem wissenschaftlichen Fachjournal das Ergebnis eines zweiten Audiogramms von Morgan veröffentlicht, das keinen Zweifel an ihrer Taubheit zulässt.

Wie kann eine Organisation, die von sich behauptet, die Rechte der Tiere zu verteidigen, allen Ernstes fordern, dass ein gehörloser Schwertwal ohne Familiengruppe und ohne die Technik des Jagens erlernt zu haben, in eine Auffangstation überführt wird, um anschliessend ins offene Meer entlassen zu werden? Noch dazu in Begleitung ihres zweijährigen Kalbes, die natürlich auch nicht jagen kann und es von ihrer Mutter nicht lernen kann.

Das ist so absurd, dass man glauben könnte, die Mitarbeiter von PETA hätten die Situation einfach nicht verstanden. Aber das ist leider nicht der Fall. Sie nutzen einfach jede Gelegenheit, um mit ihren Hetzkampagnen öffentliche Aufmerksamkeit und Spenden zu erhalten. Spenden von gutherzigen Menschen und Tierfreunden, die in bester Absicht spenden und denken, dass diese Spenden zum Wohl, vernehmlich, leidender Tiere eingesetzt werden. Aber so ist das nicht.

Auch an dieser Stelle möchten wir deutlich klarstellen: unsere Tiere leiden nicht! Sie leben in geräumigen Einrichtungen, werden mit grösster Fürsorge gepflegt, erhalten erstklassiges Futter, beste medizinische Betreuung, tägliche Bewegung um körperlich und geistig fit zu bleiben und alle Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Pfleger.

Aber zurück zur Frage der Spendenausgaben von PETA. Von den über 10 Millionen Euro die PETA Deutschland im Jahr 2019 durch Spenden und Erbschaften erhalten hat, wurden weniger als 8% zum Wohl von Tieren ausgegeben. Das bedeutet also, 92 Cent von jedem Euro, der an PETA gespendet wird, wird zwar ausgegeben, aber hilft, laut eigenen Aussagen der Organisation, in Wirklichkeit keinem einzigen Tier (Quelle: https://www.peta.de/mediadb/PETA-Wirtschaftsjahr-2018_2019-01.pdf).

Angesichts der grausamen Art von „Hilfe“, die Tiere erhalten, wenn sie das Pech haben von PETA „gerettet“ zu werden, ist es fast besser, wenn diese Organisation kein Geld für die Finanzierung von Tierheimen ausgibt.

Die Tierheime, die von PETA in den USA geführt werden, haben die höchste Euthanasie-Quote. Im Schnitt werden die Tiere dort innerhalb von 48 Stunden nach ihrer „Rettung“ getötet. Die Präsidentin und Gründerin von PETA, Ingrid Newkirk, bestätigt gar öffentlich:

„Wir treten nicht für das Recht auf Leben für die Tiere ein“. (https://www.snopes.com/fact-check/ingrid-newkirk-quotes-peta-euthanasia/ ).

Es ist für die Tiere, die Hilfe benötigen, wirklich bedauerlich, dass eine Organisation wie PETA, Menschen, die guten Willens sind zu helfen, derartig betrügt. Und es ist eine Schande, dass Organisationen, die sich wie der Loro Parque für den Tierschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt einsetzen, diese Unwahrheiten nur wegen der Gier von PETA ertragen müssen.

1994 festigte der Loro Parque sein nachhaltiges Engagement im Tier- und Naturschutz durch die Gründung der Loro Parque Fundación; einer international anerkannten gemeinnützigen Organisation, die sich auf die Erhaltung und den Schutz von Papageienarten und Meeressäugern, sowie anderer Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, spezialisiert hat. Da alle laufenden Betriebskosten der Stiftung vom Loro Parque getragen werden, fließen jedes Jahr 100% der eingegangenen Spenden direkt in Natur- und Artenschutz- sowie in Bildungsprojekte in situ und ex situ. So ist „100% für die Natur“ nicht nur ein bloßer Slogan, sondern geht viel weiter: es ist Realität. Die Zahlen und Ergebnisse sprechen für sich: mehr als 21,5 Millionen Dollar, die in fast 200 Projekte auf fünf Kontinenten investiert wurden und 10 Papageienarten, die direkt vor dem drohenden Aussterben gerettet wurden.

Darüber hinaus verfolgt die Loro Parque Fundación ein starkes Engagement für die marine Biodiversität der Kanarischen Inseln und widmet einen bedeutenden Teil ihrer Ressourcen ihrem Schutz durch Projekte in Zusammenarbeit mit dem Aquarium Poema del Mar.

Unter den verschiedenen Projekten ist CanBio hervorzuheben; ein Forschungsprogramm, das gemeinsam von Loro Parque und der kanarischen Regierung finanziert wird. In dessen Rahmen untersuchen verschiedene Forschungsgruppen der Universitäten La Laguna und Las Palmas die Auswirkungen des Klimawandels im Meer, die Versauerung der Ozeane sowie deren Auswirkungen auf die marine Biodiversität der Kanaren und Makaronesiens, insbesondere auf Wale, Meeresschildkröten, Haie und Rochen.

Aber was haben eigentlich Organisationen wie PETA, die angeben, sich um das Wohl der Tiere zu kümmern, in der Zwischenzeit gemacht?

Anstatt gegen die wirklichen Probleme zu kämpfen, die das Überleben vieler Tiere und ganzer Arten und Lebensräume gefährdet, unternehmen sie große Anstrengungen, um moderne und im Natur- und Tierschutz engagierte Zoos, in denen Delfine oder Orcas (sowie andere besonders charismatische Arten) leben, zu diskreditieren und in Verruf zu bringen, obwohl wir alles unsere Bemühungen daran setzen und sicherstellen, dass es unseren Tieren an nichts fehlt und es ihnen in unserer Obhut gut geht.

Jetzt würden wir gerne einmal wissen, was PETA denn bis jetzt getan hat und wieviel von ihnen investiert wurde, um den Bestand der wild lebenden Wale oder jegliche andere Tierart zu schützen?

Zur Unterscheidung zwischen persönlichem Glauben und wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Verbesserung des Wohlergehens von Orcas – ein Kommentar

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Wir fechten die Veröffentlichung von Marino et al. (2019) bezüglich des Wohlergehens von in menschlicher Obhut lebenden Schwertwalen (Orcinus orca) an, da verfügbare Daten falsch dargestellt wurden und Zitate verwendet wurden, die die Behauptungen nicht stützen. Marino et al. stellen Stressreaktionskonzepte falsch dar und zitieren fälschlicherweise Studien, die die philosophischen Überzeugungen von Marino et al. bezüglich der Hypophotamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse der Cetaceen nur scheinbar unterstützen.

Um das klar zu stellen, diese falschen Darstellungen sind keine wissenschaftlichen Meinungsunterschiede, denn die Schlussfolgerungen der Autoren haben keinerlei wissenschaftliche Grundlage. Eine ausführliche Überprüfung der Zitate von Marino et al. offenbart einen Mangel an empirischen Beweisen zur Unterstützung ihrer Behauptungen. Darüberhinaus steht der Ansatz des Verständnis zum Tierwohl von Marino et al nicht im Einklang mit den herkömmlichen tiermedizinischen Ansätzen zur Beurteilung des Wohlergehensvon Tieren, einschließlich ihrer offensichtlichen Ablehnung des Einsatzes von präventiven und therapeutischen tiermedizinischen Behandlungen.

Während Marino et al. argumentieren, dass die kognitiven und räumlichen Bedürfnisse von Schwertwalen einer Haltung dieser Art in Menschenobhut ausschließen macht eine falsche Darstellung der Zitate ihre Argumente ungültig. Irreführende Interpretationen von Daten, die sich auf die kognitiven und emotionalen Bedürfnisse beziehen sowie fadenscheinige und unbegründete Vergleiche mit Zuständen vom Menschen, mit posttraumatischer Belastungsstörung werden als Strategie genutzt, um das Wissen über das Wohlergehen von Orcas falsch darzustellen.

Diese falschen Darstellungen und Irrtümer sind mit wissenschaftlichen, ethischen Standards für glaubwürdige und von Experten begutachtete Fachjournale (ICMJE, 2018) unvereinbar. Sie behindern den strengen Diskurs und die Identifizierung von Strategien zur Optimierung des Wohlergehens von Orcas. Die Darstellungen in dieser Arbeit, sind nichts anderes als eine Zusammenstellung abschließender philosophischer Ansichten. Wir möchten ausserdem darauf hinweisen, dass Manuskripte wie das von Marino et al. der vergleichenden Psychologie und der gesamten Verhaltenswissenschaft großen Schaden zufügen.

Hier können Sie auf das vollständige Dokument zugreifen:
https://escholarship.org/uc/item/6cj9473p

Art der FehlinterpretationAusgewählte Beispiele [Seitenzahl in Marino et al. (2019) in Klammern]
FälschungMarino et al. gaben an, dass “regelmäßig prophylaktische Antibiotikabehandlungen durchgeführt wurden, bevor auch nur kleinere Reparaturarbeiten im Stadion neben ihrem Becken angrenzenden Stadion durchgeführt wurden“ (S.17) und zwar für einen einzelnen Schwertwal in einer einzelnen Anlage, basierend auf einem unveröffentlichten Selbstzitat (Visser, 2016). Dieses Selbstzitat von Visser (2016) bezog sich auf die Reparatur eines einzigen Walstadions, und in dem Dokument scheinen keine Antibiotika aufgeführt zu sein. (Weitere Informationen finden Sie in Anhang 1)
VerzerrungMarino et al. behaupten, dass Cetaceen “sich an das klassische HPA-Modell halten” (S.13) während die zitierten Referenzen etwas anderes angeben.
(für eine vollständige Diskussion siehe den obigen Abschnitt: Irrtümer in Marino et al., dass Orca unter menschlicher Obhut unter chronischem Stress leiden).
Marino et al. missbrauchten ein Zitat über die Verwendung neuartiger Objekte zur Bereicherung der Umwelt (Sambrook & Buchanan-Smith, 1997) um die Aussage zu untermauern, dass “es einer der größten Stressfaktoren für in Gefangenschaft gehaltene Tiere ist, dass sie die meisten Aspekte ihres Umfeldes und Daseins nicht kontrollieren können“ (S.17). Sambrook and Buchanan-Smith (1997) benutzten das Wort Stressfaktor nicht, und “Stress” ist lediglich in der Zitatenliste von Sambrook und Buchanan-Smith enthalten.
Marino et al., stellen fest, dass “die Ausdehnung dieser Regionen bei Cetaceen mit hochentwickelten kognitiven und sozialen Fähigkeiten, wie Aufmerksamkeit, Vorhersage, sozialem Bewusstsein und Empathie verbunden ist” (S.3). Keines der verwendeten Zitate unterstützt diese Aussage. Eines der angeführten Zitate (Allman et al., 2005) bezieht sich auf Autismus beim Menschen. Das zweite Papier (Hof et al., 2005) ist ein Selbstzitat, in dem die Wörter “Aufmerksamkeit,” “Vorhersage,” “soziales Bewusstsein,” oder „Empathie“ bei einer elektronischen Durchsuchung des Textes nicht vorkommen.
UnterlassungMarino et al. stellen fest, dass “Magengeschwüre oft durch einen langanhaltenden Stress verursacht werden sowie mit dem Bakterium Helicobacter pylori (Nomura et al., 1994) in Verbindung stehen”
(S. 8). Allerdings haben Marino et al. es versäumt, die umfangreiche Anzahl von Helicobacter-bezogenen Publikationen nach Nomura et al. (1994) zu erwähnen, die darauf hinweisen, dass der Organismus im Allgemeinen kommensal (nicht pathogen) ist, der auch bei gesunden, Cetaceen in der Natur angetroffen wird. (Weitere Informationen siehe obigen Abschnitt: Werden die physischen Bedürfnisse von Schwertwalen in der menschlichen Obhut erfüllt?).
Herauspicken von RosinenMarino et al.’s Abschnitt über Selbstwahrnehmung (S. 5) erkennt nicht an, das eine Kontingenzprüfung bei vielen Arten vorkommt, die niemals den Spiegel-Test bestehen (Anderson & Gallup, 2015; Clary & Kelly, 2016), und dass 9 Fischarten (Putzerfisch Labroides dimidiatus) beides aufweisen, Kontingenzprüfungen und das Bestehen des Spiegel-Tests (Kohda et al., 2019).
Irreführende AnschaulichkeitDie Verwendung von Begriffen wie “kommerzieller Handel” (S. 2), “Betonbecken” (S. 1-3, 10, 14-19), und “Tricks” (anstelle von zu Haltungs- und Bereicherungszwecken antrainiertem Verhalten ) (S. 18), “toter Fisch” (S. 11), und Zahnfleisch, das als “ nekrotisch, infiziert oder hyperplastisch ” (S. 11) bezeichnet wird, sollen eine negative, emotionale Assoziation bewirken.
Den Nachwuchs von Schwertwalen als Kinder (S.7) zu bezeichnen, bewirkt eine menschenbezogene Assoziation anstatt objektiv zu bleiben. Das steht im Gegensatz zu früheren JVB Publikationen, in denen Nutzschweine in “individuellen Kisten” (Oelke et al., 2018), Altantischer Lachs (Salmo salar) in “Transportsystemen” für die Aquakultur (King, 2009), und ausgebildete Therapiehunde in ambulanten Krankeneinrichtungen (Clark et al., 2019) untersucht wurden. Ähnlich werden nicht domestizierte Tiere, die als Haustiere oder zur Ausstellungszwecken gehalten werden, in Käfigen gehalten (Graupapageien als Haustier, Psittacus erithacus; Greenwell & Montrose, 2017), Geparden (Acinonyx jubatus) und Tiger (Panthera tigris) in Gehegen (Phillips et al., 2017), Schlangen in Terrarien oder Vivarien (Warwick et al., 2019), Gorillas (Gorilla gorilla gorilla) in Affenhäusern (Fuller & Allard, 2018), und Delfine (Tursiops truncatus) in offenen und geschlossenen Anlagen (Ugaz et al., 2013).
VerschleierungAusführliche Diskussionen über Enzephalisation, Gehirnstruktur, limbisches System, Sinnesregulation, Selbstwahrnehmung, Emotionen und andere Informationen (S. 2-6) befassen sich nicht ausdrücklich mit der Frage, ob Schwertwale unter einem chronischen Dauerstress leiden, der ihr Wohlbefinden beeinträchtigt.
Das Wohlergehen von Schwertwalen und Schwertwalangriffe auf Menschen (S. 10, 33, 34) sind zwei völlig verschiedene Themen, die nicht in Verbindung stehen.
Ziehen Sie Ihre eigenen Rückschlüsse/ zu falschen Schlussfolgerungen führenDie umfangreiche Liste von Marino et al. von medizinischen und Zahnerkrankungen mit Beschreibungen von Behandlungen (S.8-11) sollen offenbar negative Assoziationen wecken. Dies steht im Gegensatz zum Kontext und zur Überlegung, wie die medizinische und zahnärztliche Versorgung beim von Menschen oder von anderen Arten sowie unbehandelte Krankheiten bei wildlebenden Schwertwalen gesehen werden.
AblenkungsmanöverVier verschiedene Ablenkungsmanöver werden unten aufgelistet.
Gefühle weckenDer Verweis auf die negativen emotionalen Erfahrungen der posttraumatischen Belastungsstörung (S. 16), der erlernten Hilflosigkeit (S.18) und anderer psychologischer Störungen beim Menschen, ohne ausreichende Beweisführung für eine Übertragbarkeit auf Schwertwale ist irreführend und entbehrt stichhaltiger Argumente.
Appell an die KonsequenzenErwähnung seltener Schwertwalangriffe auf Tierpfleger (S.10) anstelle der Anerkennung von positiven Mensch-Schwertwal-Beziehungen oder ohne Zusammenhang mit dem Wohlergehen der Tiere.
Appell an die NaturMarino et al. behaupten, dass Schwertwale unter Stressfaktoren (S.13) leiden müssen, weil sie keine weiten Strecken zurücklegen können, anstatt zu bedenken, warum Schwertwale dies tun (z.B. zur Nahrungssuche) und wie die relevanten Tierbedürfnisse in Menschenobhut berücksichtigt werden können.
AssoziationsfehlerDas Verhalten von Fleischfressern und Schwertwalen (S. 16) nur aus dem Grund in Verbindung zu bringen, dass beide andere Tiere fressen, anstatt unterschiedliche Umweltbedingungen und andere Faktoren in Betracht zu ziehen, ist irreführend.

Der Präsident des Loro Parque teilt eine Botschaft der Zuversicht in den sozialen Medien

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Wolfgang Kiessling, der Präsident des Loro Parque, hat an diesem Wochenende eine Videobotschaft in den sozialen Netzwerken des Zoos von Puerto de la Cruz veröffentlicht, in der er zuversichtliche Worte an die Öffentlichkeit richtet. Er erklärte, dass sich sowohl die Tiere als auch das Personal des Parks in bestem Gesundheitszustand befinden und wies darauf hin, dass Loro Parque und Poema del Mar für die kommenden Monate über genügend Vorräte verfügen und mit gewohnt großer Umsicht dafür sorgen, dass es den Tieren an nichts fehlt.

Er sprach auch darüber, dass der leider in der aktuellen Situation unabdingbare Personalabbau mit großer Umsicht erfolgt sei. Denn das Wohlergehen der Tiere, die in den Einrichtungen von Loro Parque leben, stand immer im Vordergrund. So arbeiten die Abteilungen, die für die Pflege der verschiedenen Arten zuständig sind, weiterhin normal, wenn auch im Schichtbetrieb, um so die Gesundheit der Mitarbeiter und das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten.

Kiessling forderte auch alle Follower des Loro Parque dazu auf, nicht auf die unbegründete Kritik von radikalen Tierschützern zu hören, da die meisten von diesen nicht einmal mit Tieren arbeiten und sie keineswegs Spezialisten auf diesem Gebiet sind. „Wir wissen, was wir tun! Unsere Mitarbeiter sind diejenigen, die die Tiere lieben, die die Tiere verstehen, die mit ihnen leben, und die ihre Zuneigung haben“, sagte er.

In diesem Video, das große Aufmerksamkeit in den sozialen Medien bekam, betonte der Präsident des Loro Parque auch die Rolle der modernen Zoos als wahre Botschaften für Wildtiere. „In der Zeit, seit ich auf der Welt bin – und in diesem Jahr werde ich 83 Jahre alt – ist die Zahl der Menschen von 2.200 Millionen auf heute fast 7.800 Millionen gestiegen. Wir haben den Lebensraum für exotische Tiere um 50% reduziert“, und in diesem Zusammenhang versichert er, dass Artenschutzzentren wie der Loro Parque heute notwendiger denn je seien.

Hinsichtlich der Wiedereröffnung erklärte Kiessling, dass er die Türen des Parks sehr gerne wieder öffnen würde, dass er dies aber erst tun werde, wenn „die durch das Coronavirus verursachte Situation sicher unter Kontrolle ist“, so dass die Sicherheit der Besucher gewährleistet und das Personal keinerlei Gefahr ausgesetzt wird.

Beileidsbekundung anlässlich der dramatischen Feuertragoedie im Krefelder Zoo in der Neujahrsnacht

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Der Start ins Jahr 2020 war für uns als moderner und dem Natur-, Arten- und Tierschutz verpflichteter Zoo leider ein unfassbar trauriger! Denn mit großer Bestürzung mussten wir erfahren, dass in der Neujahrsnacht das 1975 als lange Zeit wegweisender Schritt der modernen Tiergartenbiologie im Zoo Krefeld errichtete Tropenhaus für Menschenaffen, das inmitten üppiger tropischer Vegetation neben westafrikanischen Schimpansen, Borneo-Orang-Utans und den beiden Flachlandgorilla-Senioren Massa (48) und Boma (46) auch zahlreiche Krallenaffen, Agutis, Flughunde und Vögel beherbergte, vollständig abgebrannt ist. Bis auf zwei Schimpansen – die wie durch ein Wunder überlebten – verloren mehr als 30 Tiere bei dieser dramatischen Feuertragödie ihr Leben.

Verursacht wurde dieser Brand offenbar durch – in Deutschland verbotene – chinesische „Himmelslaternen“. Dabei hatte der Zoo Krefeld noch wenige Tage vor Silvester an die Bewohner der Stadt appelliert, lieber Geld nachhaltig für die weitere Verbesserung der Menschenaffenhaltung im geplanten „SchimpansenWald“ zu spenden, anstatt es für das kurzfristige Vergnügen der – obendrein umweltschädlichen und wenig tierfreundlichen – Böllerei auszugeben! Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit für jeden klar denkenden Menschen sein, dass Feuerwerkskörper in der Nähe von Zoos und anderen Tierhaltungen nichts zu suchen haben.

Zudem sollten wir uns angesichts der duch menschliches Wirken und den Klimawandel immer öfter auftretenden Brandkatastrophen in der Natur – vor Augen führen, dass unzählbar viele Tiere in ihren Lebensräumen auf ähnlich tragische Weise ihr Leben verlieren. So verloren bei den Buschbränden in Australien nach Angaben der Universität Sydney seit September 2019 ca. 480 Millionen Vögel, Reptilien und Säugetiere, darunter fast 8.000 Koalas, ihr Leben. Um so wichtiger ist das Engagement der modernen Zoos für den Natur- und Artenschutz sowie den Tierschutz. Zwar hat die Zoogemeinschaft durch die tragische Brandkatastrophe im Zoo Krefeld großartige Tierpersönlichkeiten verloren. Aber unser gemeinsames Engagement für den Erhalt von Tierwelt und Natur wird weitergehen, und wir werden noch näher zusammenrücken.

Unsere Gedanken sind bei den Kolleginnen und Kollegen des Zoo Krefeld, insbesondere den Tierpflegerinnen und Tierpflegern des Menschaffentropenhauses, die die ihnen anvertrauten Tiere sehr geliebt haben. Liebes Team des Zoo Krefeld: Wir wünschen Ihnen und Euch in den kommenden Tagen und Wochen ganz viel Kraft, Mut und Zuversicht! Wenn wir irgendwie helfen können, bitte lassen Sie es uns wissen!

Euer Team des Loro Parque

Loro Parque begrüsst mit grosser Freude Morgan’s neugeborenes Kalb

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Das Orcaweibchen Morgan, welches halb tot aus dem Wadden Meer in Holland gerettet wurde und seit 2010 ein festes Mitglied unserer Orcagruppe ist, hat heute Vormittag ihr erstes Kalb geboren. Mutter- und Jungtier erfreuen sich bester Gesundheit und Morgan bewies sich von der ersten Minute an als exemplarische Mutter.

Das gestrandete Orcaweibchen Morgan wurde 2010 von Experten des Delfinarium Harderwijk aus dem Wadden Meer in Holland gerettet. Das Tier war so stark unterernährt, dass es nur mehr aus Haut und Knochen bestand und 430kg wog. Die Experten aus Harderwijk waren sich sehr unsicher, ob das Tier die erste Nacht überhaupt überleben würde, aber sie gaben die Hoffnung nicht auf. Dank all der Aufmerksamkeit und Pflege, sowie der richtigen Futterzuführung, überlebte und erholte sich die junge Orca.

Da das Delfinarium nicht für eine Orcahaltung eingerichtet war, wurde von den holländischen Behörden eine Kommission einberufen, welche über die Zukunft des Tieres zu entscheiden hatte. Eine Gruppe von unabhängigen, internationalen Experten kamen zu dem Schluss, dass es nur zwei Möglichkeiten gab: die Euthanasie oder die Haltung in einer dafür ausgestatteten Installation.

Zu diesem Zeitpunkt setzten sich die holländischen Behörden mit Loro Parque, der mit der modernsten Installation für die Haltung von Orcas ausgestattet ist, in Verbindung, um zu sehen, ob man bereit sei, das Tier aufzunehmen. Trotz der enormen Herausforderung, die diese Entscheidung mit sich führte, stimmte Loro Parque zu, das Orcaweibchen aufzunehmen und vermied so, dass die einzig andere Alternative, die Euthanasie, zur Anwendung kam.

Morgan passte sich ihrer neuen Umgebung schnell an und wurde erfolgreich in die bestehende Orcagruppe des Loro Parque integriert. Während dieser Zeit entdeckte man, dass das Tier einen Gehörschaden hatte; eine Bestätigung mehr, dass das Tier auf sich allein gestellt in der Natur nicht überleben kann.

Diese Umstände warfen während der Trächtigkeit Morgan’s viele Fragen auf: wie wird die Geburt für ein gehörloses Tier verlaufen?

Heute freuen wir uns eine grossartige Nachricht bekannt geben zu können: die Geburt verlief ganz normal und die ersten Stunden verlaufen, wie vorhergesehen, ohne jegliche Komplikationen.

Das Geschlecht des Jungtiers ist noch nicht bekannt, aber Mutter und Baby sind wohlauf und bei bester Gesundheit.

Loro Parque wird weiterhin über die Entwicklung berichten und möchte sich an dieser Stelle bei all seinen Besuchern, die aus allen Teilen der Welt kommen, bei den Reiseveranstaltern und den wissenschaftlichen Mitarbeitern für die Unterstützung bedanken. Dafür, dass sie uns helfen, die Tiere und ihre natürlichen Lebensräume zu schützen.

Der Fehler von Thomas Cook

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Der Fehler von Thomas Cook

Ist die Freilassung von Meeressäugern oder deren Überführung in Meeresreservate eine Alternative?

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Source: Ist die Freilassung von Meeressäugern oder deren Überführung in Meeresreservate eine Alternative

Ist die Freilassung von Meeressäugern oder deren Überführung in Meeresreservate eine Alternative?

Angesichts dessen, dass wir uns zu Beginn des 21. Jahrhunderts befinden und die Entfernung von Mensch und Natur immer grösser wird, wird die Bildungsarbeit in modernen zoologischen Einrichtungen immer notwendiger. Jede Tierart, die in einem Zoo untergebracht ist, wird zu einem Botschafter ihrer Art, sowohl für ihre eigenen Artgenossen als auch für viele andere Arten, die in bedrohten Lebensräume und Ökosystemen leben.

Seit mehr als 46 Jahren bietet der Loro Parque immer wieder Schutz für notleidende Tiere und ist so ein zu Hause für viele Tiere, wie z.B. Schimpansen, Pinguine, Gorilla, Tiger und sogar Orcas, geworden. Vor über einem Jahrzehnt benötigte SeaWorld Raum für seine wachsende Orca Gruppe und der Loro Parque stimmte zu, die modernste Anlage der Welt zu kreieren, um vier Exemplaren einen Platz zu geben. Im Jahr 2006 bezogen Skyla, Kohana, Tekoa und Keto (Orcas, die in zweiter und dritter Generation in Menschenobhut geboren wurden) die neu eröffnete Anlage, die der Loro Parque für sie geschaffen hatte. Mit der Geburt von Adán wuchs die Gruppe im Jahr 2010. Und im darauffolgenden Jahr wandte sich die holländische Regierung an den Loro Parque und bat um die Integration von Morgan, ein Orcaweibchen, dass fast tot an der Küste des Wattenmeeres aufgetaucht war. Die Rückkehr von Morgan ins Meer wurde von den holländischen Behörden als nicht durchführbar eingestuft. Sogar der holländische oberste Gerichtshof entschied, nach acht ähnlichen, vorangegangenen Urteilen, dass die Freilassung für das Tier einen langsamen, aber sicheren Tod bedeuten würde und die einzige Alternative zu einer Euthanasie, sei die Integration des Tieres in die Orcagruppe eines Zoos.

Bis zum heutigen Tag sind die Orcas, die im Loro Parque untergebracht sind, in einem perfekten Zustand. Ihre Gesundheit wird von einem Veterinärteam überwacht und ihre täglichen Bedürfnisse von einer Gruppe erfahrener Betreuer erfüllt. Die sozialen Beziehungen in der Gruppe sind stabil und die tierärztlichen Aufzeichnungen belegen, dass die Gesundheit der Tiere so hervorragend ist, dass sie in den letzten drei Jahren noch nicht einmal die Verabreichung üblicher Medikamente benötigten. Zudem wird das veterinärmedizinische Team des Loro Parque von internationalen tierärztlichen Beratern unterstützt, die den Park während des ganzen Jahres regelmäßig besuchen und das Wohlbefinden der Tiere genau kontrollieren.

Obwohl es keinerlei Grund zur Beunruhigung über den Gesundheitszustand und das Wohlergehen dieser Orcafamilie gibt, üben Aktivisten wie PETA (People for the Ethical Treatment of Animals), Born Free Foundation oder die Free Morgan Foundation Druck auf verschiedene Behörden aus, um zu erreichen, dass die Tiere ausgewildert oder in ein Meeresreservat überführt werden. Wie wir später erklären werden, ist die Freilassung dieser Orca-Exemplare ins Meer völlig unmöglich und ihre Überführung in ein Meeresreservat würde ihr Wohlergehen nicht verbessern, sondern im Gegenteil, eher verschlechtern. Aber in der letzten Zeit begrenzen sich die Erpressungen und der Druck der Aktivistdn nicht nur auf Administrationen oder Zoos, sondern sie bedrohen auch Reiseveranstalter und andere touristische Unternehmen.

Es empfiehlt sich zunächst zwei Fragen zu stellen:

Wer sagt, dass die Orcas in Zoos nicht glücklich sind?

Die Antwort ist, dass dies nur von Anti-Zoo-Organisationen behauptet wird. Es gibt keinen Wissenschaftler einer unabhängigen Institurion oder einer Universität, mit akademischem Wissen und nachgewiesener Erfahrung in Bezug auf das Tierwohl, der diese Behauptung bestätigt. Sogar die Wissenschaftler, die diese Anti-Zoo-Organisationen unterstützen, sind keine Experten was das Wohlbefinden der Tiere betrifft, sondern ihre Erfahrungen basieren auf allgemeiner Biologie oder Neuroanatomie.

Worauf basiert ihre Behauptung, dass die Orcas in den Zoos leiden? Nun die Behauptungen basieren nicht auf der Messung von Hormonen, eingehenden Forschungen über das Verhalten oder sorgfältigen wissenschaftlichen Studien, die die Entwicklung der Persönlichkeit und der Aktivität der Tiere berücksichtigt. Die Behauptungen der Anti-Zoo Organisationen basieren auf nie nachgewiesenen Vorurteilen und Spekulationen. Im Gegensatz dazu, verfügt der Loro Parque über unabhängige Studien von Tierwohlexperten der autonomen Universität in Barcelona und der Universität in Las Palmas de Gran Canaria, die hormonelle Parameter, Aktivitäten und Verhalten analysiert haben und zu dem Schluss kamen, dass das Wohlbefinden der Tiere sich auf einem sehr hohen Niveau bewegt.

Dies macht deutlich, dass die selbsternannten Tierrechtsorganisationen behaupten, dass ihre Aktionen auf dem fehlenden Wohlergehen der Orcas in Zoos basieren, obwohl keiner in diesen Organisationen über eine akademische Ausbildung im Bereich Tierwohl verfügt. In der Realität sieht es sogar so aus, dass die Aktivisten, in den allermeisten Fällen, noch nicht einmal über eine minimale Ausbildung in Bezug auf Biologie oder Zoologie verfügen. Die Wahrheit ist, dass diese Organisationen sich in große multinationale Organisationen verwandelt haben, die Millionen Dollar Spendengelder von Leuten mit einem guten Herzen scheffeln, die wirklich ernsthaft um das Wohl der Tiere besorgt sind. Aufgrund dieses Mangels an Wissen und Erfahrung haben die durchgeführten Kampagnen gegen zoologische Einrichtungen mit Meeressäugern nur den Effekt gehabt, dass sie in der Realität ein Desaster für die Orcas sind. Die Entscheidung von SeaWorld im Jahr 2016, das Zuchtprogramm der Orcas zu stoppen, hatte zur Konsequenz, dass die Jagd auf Orcas in Russland verstärkt wurde, um den Nachfragebedarf der chinesischen Parks zu decken.

An diesem Punkt ist es sehr wichtig die Forderung der Anti-Zoo-Gruppen an die Behörden und Reiseveranstalter zu analysieren: Die Orcas freizulassen oder in ein Meeresreservat zu bringen.

1.- Können diese Orcas ins Meer entlassen werden?

Die Antwort ist ganz klar: Nein. Und das wissen sie auch ganz genau, denn da es sich um hybride Tiere (Mischungen von Orcas aus atlantischen und pazifischen Gewässern) handelt, würde keine Behörde, in keinem Land, aufgrund der Gefahr einer genetischen Kontaminierung der wilden Orca-Populationen, einer Freilassung in ihrem Einflussbereich zustimmen,

Und wenn das noch nicht genug Grund wäre, kommt hinzu, dass es sich um Tiere handelt, die in der zweiten, dritten und vierten Generation in Menschenobhut leben und deshalb nie gelernt haben, ihre Beute zu jagen. Der einzige Erfahrungswert, der bekannt ist, bezieht sich auf die Freilassung des Orca Keiko (Protagonist des Film „Free Willy“), der 20 Jahre in einem Zoo verbracht hat, und dem es nicht möglich war, sein Jagdverhalten, um sich zu ernähren, wiederzuerlangen. Und das obwohl Keiko nicht in Menschenobhut geboren worden war. Für Tiere, die seit Generationen außerhalb des Ozeans leben, wäre diese Anpassung sogar noch schwieriger.

Gesundheitsbehörden würden eine solche Freilassung ins Meer auch nicht genehmigen, denn es würde die Möglichkeit beinhalten, dass Bakterien, Pilze und Parasiten, die mit Medikamenten behandelt wurden, große Probleme bei wilden Delfinen und Walen auslösen könnten.

Der beste Beweis für die Unmöglichkeit Orcas, die in Zoos gelebt haben, wieder an das Leben im Meer zu gewöhnen, ist die Freilassung von Keiko. Nach über drei Jahren Arbeit und 20 Millionen Dollar war das einzige Resultat, dass ein wunderbares Tier geopfert wurde, weil es nicht in der Lage war, für sich zu jagen. Aber es scheint, dass weder PETA, noch Born Free oder Free Morgan Foundation von Keikos Tod etwas gelernt haben und weiterhin die Freilassung als eine Ideallösung präsentieren.

2.- Würde der Gesundheitszustand der Orcas verbessert, wenn sie in ein Schutzreservat überführt würden?

Auch in diesem Fall lautet die Antwort: Nein. Es ist sehr naiv zu glauben, dass der simple Umstand, dass sich Orcas, die seit Generationen in Zoos leben, in einem größeren Lebensraum automatisch weitere Strecken zurücklegen würden. Die Realtität ist, dass man sie genauso wie in Zoos halten müsste. Mit Trainern, die sie dazu motivieren zu schwimmen und zu springen, um ihre Energie zu verausgaben und mit einem tierärztlichen Team, das Blut-, Urin-, Stuhl- und Blaslochproben (was nur mittels Training erreicht wird) nehmen würde.

Aus den gleichen Gründen der genetischen Kontaminierung und der möglichen Verbreitung von der vorher genannten Epidemien, würde keine Regierung die Schaffung eines Reservats in seinen Gewässern autorisieren, weil dadurch freilebende Delfine und Orcas gefährdet würden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tier per Unfall oder Absicht aus einem Reservat entwischt, ist sehr hoch. Genauso wie die Übertragung von Krankheiten über das Wasser, das sich ungereinigt mit dem Meerwasser vermischen würde. Es gibt einen bekannten Präzdenzfall für die absichtliche Freilassung von zwei Delfinen aus einem Reservat. Einer starb und der andere litt unter schwerwiegenden Konsequenzen, denn keines der Tiere war in der Lage lebend Fisch zu fangen, um sich selbst zu ernähren. Der Verursacher der Freilassung, Rick O’Barry wurde wegen Tiermisshandlung und Missachtung der Schutzgesetze für Meeressäuger in der USA, Marine Mammal Protection Act, verurteilt.

Im Fall von Ölteppichen und anderen Schiffsunglücken oder einfach durch die allgemeine Plastikverschmutzung der Meere, wären die Tiere in ernster Kontaminierungsgefahr.

Im Fall von Unwettern, wären die Tiere gefährdet zu ertrinken, wenn Abschottungsnetze reißen würden oder einfach durch große Wellen in der Bucht, die die Tiere an Land drücken könnten. Deshalb müsste das Reservat über ein Notfallsystem verfügen. In der Praxis würde dies bedeuten, Becken mit Filter- und Chlorsystemen zu bauen, etc.

Der Nahrungsbedarf der Orcas wäre genauso groß wie in einem Zoo. Das heißt, man müsste ihnen 8 bis 9 Mahlzeiten täglich anbieten, was einer Menge von über 300 Kilogramm hochwertigem Fisch entspricht. Es ist unmöglich, dass in einer kleinen Bucht eine so große Menge Fisch generiert würde und sie ins Wasser zu werfen, würde bedeuten, dass sie durch die Maschen der Netze entfliehen könnten. Deshalb müsste die Methode, die Orcas mit gefrorenem Fisch zu ernähren, auch in einem Reservat beibehalten werden.

Eine Gruppe von sechs dieser großen Tiere würde jedes Jahr rund 54.000 Kilogramm Exkremente produzieren. Deshalb wären starke Strömungen in der Bucht nötig, um das Wasser sauberzuhalten. Solch starke Strömungen könnten sich aber auch negativ auf die Tiere, sowie die Netze und die Verankerungen zum Verschließen der Bucht, auswirken.

Die Haltung eines Orcas kostet jährlich rund 600.000 US Dollar. Deshalb müsste ein solches Reservat für die nächsten 40 bis 50 Jahre, mindestens 3,6 Millionen Dollar pro Jahr erwirtschaften. Berücksichtigt man die Schwierigkeiten, die Tierheime für Hunde und Katzen haben, um niedrigere Haltungskosten zu regenieren, könnte es sein, dass diese Ausgaben, in einigen Jahren, über die Steuern der Bürger ausgeglichen werden müssten.

All diese Argumente machen klar, dass weder die Freilassung ins Meer noch die Unterbringung in einem Reservat mögliche Optionen für Orcas sind, die in menschlicher Obhut geboren wurden, wie es bei denjenigen der Fall ist, die im Loro Parque leben. Und was ist mit Morgan? Sie wurde nicht in menschlicher Obhut geboren. Das stimmt und wie schon erwähnt, kam Morgan nach einer lebensrettenden Rettungsaktion und aufgrund einer Anfrage der holländischen Behörden, die eine Euthanasie vermeiden wollten, in den Loro Parque. Man kann sagen, dank des Loro Parque wurde ihr zwei Mal das Leben gerettet. Mit der Ankunft von Morgan in unserer Anlage waren uns drei Dinge bewusst:

  1. Unser Eingreifen war nötig, um das Leben eines Tieres zu retten.
  2. Die Kosten unserer Anlage würden sich um 600.000 US Dollar im Jahr erhöhen.
  3. Durch die Aufnahme Morgans würde kein einziger zusätzlicher Besucher in den Park kommen.

Aber wie oftmals zuvor, entschied sich der Loro Parque dafür einem Tier in Not zu helfen. Deshalb haben wir Morgan aufgenommen und hiessen sie mit Professionalität, aber vor allem mit viel Liebe und Respekt gegenüber einem Tier, das sehr gelitten hatte, bei uns willkommen.

Aber, für uns völlig unerwartet, löste die Ankunft von Morgan eine Welle der Kritik bei den Aktivisten und eine Verbreitung von Falschmeldungen aus. So wurde z.B. behauptet, dass ihre Familie im Meer auf sie warten würde (obwohl ihr Pod nie gesichtet wurde), während es am wahscheinlichsten ist, dass sie wegen ihrer sensorischen Schwäche zurückgelassen wurde. Ihr Gehörschaden, der erst viele Monate nach ihrer Ankunft in unserer Einrichtung festgestellt wurde, könnte der Grund gewesen sein, weshalb die Maxime „nur die Stärksten überleben“ angewandt wurde. Ihre Familie hat sich von einem Mitglied getrennt, das zum Überleben der Gruppe nichts beitragen konnte.

Als die Betreuer von Morgan zu vermuten begannen, dass sie taub sein könnte, nahm der Loro Parque Kontakt zu den besten Experten im Bereich der Akustik von Cetaceen auf, zu Dr. Houser, Dr. Luke und Dr. Finneran von der Marine Mammal Foundation, IMARES und von der US Navy. Diese demonstrierten, dass Morgan der Gehörsinn komplett fehlt und haben ihre Resultate in Fachzeitschriften publiziert.

Deshalb würde die Freilassung von Morgan im offenen Meer ebenfalls ihren sicheren Tod bedeuten. Außerdem nachdem sie (wie der Rest der Orcas) nicht gelernt hat, zu jagen, würde das fehlende Gehör verhindern, dass sie Beute findet, weil ihr Sonarsystem nicht funktioniert. Zudem würde ihr Kommunikationsproblem verhindern, dass sie sich mit anderen Orcas zum Jagen koordinieren könnte und Orcas wie Morgan sind nicht in der Lage, sich selbständig zu ernähren.

In Folge, wenn PETA oder Born Free Foundation ihr Ziel erreichen würden, die Orcas des Loro Parque freizulassen oder in ein Reservat zu bringen, würde das zu ihrem sicheren Tod führen.

Das zeigt ganz deutlich, dass die Reklamationen von PETA, Born Free oder Free Morgan Foundation jeglicher Grundlage entbehren und aus Sicht des Tierwohls nicht zu rechtfertigen sind. Aber diese Organisationen, die ja für das Tierwohl arbeiten sollten, tun dies nicht. Leider nutzen sie ihre Spendenfonds nicht, um den Tierschutz zu verbessern, sondern um ihre Diffamierungskampagnen gegenüber Zoos zu organisieren, die auf Lügen basieren, und den Zweck haben, noch mehr Spendengelder einzusammeln. Um ein Beispiel zu geben: PETA erhält allein in den USA über 60 Millionen Dollar Spendengelder im Jahr. Sie unterhalten damit nicht ein einziges Tierheim, aber ihre Führungskräfte verdienen fünfstellige Gehälter, die Mitarbeiter reisen in der Businessklasse und steigen in Luxushotels ab. Nicht ein einziger Dollar, der multinationalen Organisation PETA wird für den Erhalt bedrohter Tierarten ausgegeben. Ganz im Gegenteil, es ist bekannt, dass sie hunderte Tiere töten, wie das beigelegte Buch (Why Peta kills) zeigt. Wer kümmert sich um die 300.000 kleinen Meeressäuger, die jedes Jahre als unfreiwilliger Beifang, in Geisternetzen, durch die Verschmutzung oder durch Kollisionen mit Booten verenden? Wer sorgt sich um die 100 Millionen Haie, die jedes Jahr in den Ozeanen rund um den Globus gefangen werden? Sicherlich nicht PETA und auch nicht Born Free oder Free Morgan Foundation, oder irgendeine andere Anti-Zoo-Organisation. Nicht das aller kleinste bisschen.

Der Haushalt von PETA, allein in den USA, hat in etwa das Volumen eines Unternehmens, wie die Loro Parque Gruppe, die über 1.000 Menschen beschäftigt und sich mit viel Liebe und Fürsorge um die 40.000 Tiere in ihrer Obhut kümmert. Obwohl der Loro Parque nicht das enorme Geschäftsvolumen von PETA erreicht, spendet er jährlich 10% jeder verkauften Eintrittskarte an die Loro Parque Fundación, die wiederum jedes Jahre eine Millionen US Dollar in Arterhaltungsprojekte in allen Teilen der Welt investiert. In dem 24-jährigen Bestehen der Loro Parque Fundación hat sie an über 150 Projekten weltweit teilgenommen, 19 Millionen US Dollar investiert und hat es geschafft, 9 Papageienarten vor dem Aussterben zu retten. Einige davon auf eigene Initiative und andere in Zusammenarbeit mit anderen zoologischen und Artenschutz-Organisationen. Es lohnt sich, dass der Leser in diesem Zusammenhang darüber nachdenkt, dass weder PETA, noch Born Free Foundation Aktivitäten unternehmen, um Arten zu retten. Im Fall von PETA ist ganz klar, dass sie davon leben grosse Unternehmen durch Verbreitung von Lügen und Erpressung zu zerschlagen. Im Fall der Born Free Foundation können Sie ein angehängtes audiovisuelles Dokument sehen, in dem der Verantwortliche des Born Free Reservats in Äthiopien ganz offen verschiedene Gründe nennt, weshalb es den Tieren in einem abgegrenztem Reservat besser geht als in freier Natur.

Es ist unverständlich, dass Thomas Cook sich, nach 45 Jahren ehrlicher und zufriedenstellender Zusammenarbeit mit uns, von PETA, Born Free Foundation und anderen Aktivisten-Organisationen einschüchtern lässt und seinen Kunden auf Teneriffa den Besuch einer ökologischen Einrichtung, einer Botschaft der Tiere und der exotischen Pflanzen, die von einer sechsten Ausrottung bedroht sind, vorenthält. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass diese sechste Ausrottungsphase durch das enorme Bevölkerungswachstum und die Zerstörung von Lebensräumen, die eine Vertausendfachung der natürlichen Ausrottung von Arten zur Folge hat, ausgelöst wurde.

In einer Welt, in der die ersten Auswirkungen des Klimawandels, mit großen Bereichen Nordeuropas, in denen Temperaturen von über 40oC erreicht werden, und Meeren, die unter Überfischung und Verschmutzung leiden, spürbar sind; die Tatsache, dass eine Gruppe Orcas vor der Küste Teneriffas Pilotwale angreift und erbeutet oder das Image, des Orcaweibchens, die zur gefährteden Population der südlich von Vancouver lebenden Orcas gehört, die ihr totes Kalb seit mehr als 10 Tagen auf ihrer Schnauze trägt – diese Tragödien sollten uns zum Nachdenken bringen.

Natürlich ist es nicht der günstigste Moment, in dem Thomas Cook entscheidet, dass die Tiere, die der Loro Parque liebevoll versorgt und schützt, aus seinem touristischen Angebot eliminiert werden sollen.

Auch wenn es widersprüchlich klingt, leben heute mehr Cetaceen in den Ozeanen der Welt, als vor 60 Jahren. Und das dank TV-Serien wie Flipper, der Existenz von Delfinarien, die eine Verbindung mit hunderten Millionen Besuchern aus aller Welt schuffen und so eine soziale Sensibilität für das weltweite Fangverbot von Walen vorbereitete. Das heißt, der Angriff auf Zoos, die Cetaceen beherbergen und dessen Ausweitung auf die gesamte Zoo-Gemeinschaft, gefährdet eines der wenigen Instrumente, das sich in Bezug auf den Erhalt bedrohter Arten, als nützlich erwiesen hat.

In dieser Situation, in der Medien bereits berichten, dass finnische Reiseveranstalter dem Beispiel von Thomas Cook folgen wollen, wächst der Loro Parque weiter. Das zeigt uns, dass trotz der politischen Entscheidung der Reiseveranstalter, die Besucher dem Loro Parque die Treue halten und die wichtige Rolle, die der Artenschutz für unseren Planeten hat, begreifen. Die Unterstützung durch unsere Besucher macht ganz deutlich, dass der Loro Parque eine Einrichtung ist, die für die Natur und die Wildtiere notwendig ist. Wenn sie nicht schon existieren würde, müsste man sie zum Wohl des Planeten erfinden.

Offener Brief des AMMPA & IMATA zu Thomas Cook

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Quelle: 180802AMMPA_IMATAThomasCookLetter Sehr geehrter Dr. Frankhauser,

wir wenden uns an Sie im Namen der Alliance of Marina Mammal Parks & Aquarium (AMMPA) und der internationalen Trainervereinigung für Meeressäuger-Trainer (IMATA), um die Thomas Cook Group zu bitten, ihre Entscheidung keine Tickets mehr für SeaWorld in Orlando und den Loro Parque in Spanien, wegen der Haltung und Ausstellung von Killerwalen in ihren weltbekannten Anlagen zu verkaufen, zu überdenken.

Unsere Anfrage basiert auf Wissenschaft, Forschung und auf von der Alliance, dem weltweit führenden Fachverband und Akkreditierungsstelle für Zoos, Aquarien und Meeresparks, die Meeressäugetiere ausstellen, auf Richtigkeit überprüften Fakten. Die Alliance unterstützt die höchsten Standards zur Pflege von Meeressäugetieren und trägt zu deren Schutz in der Wildnis, durch die Aufklärung der Öffentlichkeit, wissenschaftliche Forschung sowie der Rettung und Rehabilitierung von kranken und verletzten Wildtieren, bei. Die von uns akkreditierten Anlagen in den USA, Kanada, Mexiko, Europa, Asien und in der Karibik – inklusive SeaWorld in Orlando und dem Loro Parque – besitzen gemeinsam den weltweit größten Erfahrungsschatz und die größte Fachkenntnis.

Als eine der ältesten und größten Tiertrainingsorganisationen in der Welt, widmet sich IMATA dem Fortschritt in Bezug auf die Pflege und Handhabung von Meeressäugetieren, indem sie die Kommunikation fördert und die besten Praxismethoden, über Training, öffentliche Ausstellung, Forschung, Haltung, Erhalt und öffentliche Aufklärung, miteinander teilen. IMATA Mitglieder nutzen die fortgeschrittensten und verantwortungsbewusstesten Techniken, von denen die Meeressäuger in ihrer Obhut profitieren, um die Begegnung der Besucher mit diesen Tieren zu einem emotionalen und persönlichen Erlebnis zu machen und sie sie für den Erhalt der Ozeane und den Respekt vor den Meeressäugetierarten einsetzen.

Während wir den Wunsch von Thomas Cook teilen, das Wohlbefinden von Tieren im Tourismus sicherzustellen, ist es enttäuschend, dass Ihr Unternehmen den Umstand ignoriert, dass beide Einrichtungen die höchsten Tierstandards in der Welt erfüllen und in Bezug auf Bildung, Arterhalt und Forschungsbemühungen zum Erhalt der Killerwale und anderer Meeressäugetiere in der Wildnis, führend sind. SeaWorld und Loro Parque sind zudem führend, wenn es um die Rettung von Meeressäugetieren, Rehabilitierung und eine wichtige Verbindung von Menschen und der täglichen Arbeit zum Schutz marinen Lebens geht. Diese Arbeit ist exakt das, was Ihre Kunden meinen, wenn sie ihren Wunsch zum Ausdruck bringen, dass das Tierwohl ernst genommen werden soll.

Verweigern Sie Ihren Kunden nicht die Wahl, selbst zu entscheiden, ob sie alles was SeaWorld und der Loro Parque allegemein für die Tiere und deren Wohlergehen leisten, sehen möchten. Ermöglichen Sie ihnen die Erfahrung aus erster Hand, wie inspirierend und oftmals transformierend es ist, Meeresbewohner so nah und in einem sicheren und bildenden Umfeld zu sehen, das für Mensch und Tier positiv ist. Genau deshalb sind akkreditierte Meeresparks so kritisch in dem globalen Bemühen, die Meeressäugetiere und Ozeane zu schützen.

SeaWorld hat in den letzten fünf Jahrzehnten über 31.000 Tiere über das SeaWolrd Cares Programm gerettet und steht wichtigen weltweiten Schutzprojekten für Tiere und ihren Lebensraum mit fundiertem und professionellem Sachverstand zur Seite. Als Teil ihrer 10 Millionen Dollar Einlage zum Schutz von Killerwalen, hat SeaWorld entscheidend dazu beigetragen, eine Nahrungsanalyse von nördlichen Killerwalen zu finanzieren und hat an der Zusammensetzung von Killerwalmilch gearbeitet, um ihren Nährstoffbedarf sowie ihre Fähigkeit Toxine in ihrer Umwelt in der Schwangerschaft und Stillzeit zu metabolisieren, zu verstehen.

Der Loro Parque erhält regelmäßig Auszeichnungen für exzellente Arbeit und die besten Bewertungen von Besuchern, die den Einsatz für Meeressäugetiere anerkennen. Der Loro Parque trägt zudem entscheidend zur Unterstützung von Arterhaltungs- und Forschungsprojekten in der Welt bei. Seit 2011 hat der Loro Parque Forschungsarbeiten mit Orcas finanziert oder unterstützt, die sich auf Bioakustik, Genetik, Physiologie, Verhaltensforschung, Biotracking und Biometrie fokussieren. Er beteiligt sich auch an einem Projekt, das die Auswirkungen einer realistischen Schadstoffbelastung auf die Immunfunktionen der Killerwale untersucht, um Daten für ein Populationsmodell und die Auswirkungen von Schadstoffen zu generieren. Als Ergebnis dieser wissenschaftlichen Arbeit wurden in den letzten sechs Jahren, sechs wissenschaftliche Studien in Fachjournalen veröffentlicht (drei weitere wurden eingereicht), zwei Masterarbeiten und sechs Diplome wurden erstellt und elf Präsentationen wurden auf internationalen Kongressen vorgestellt.

Wie alle Alliance Mitglieder sind SeaWorld Orlando und Loro Parque an ihrer Aufgabe orientiert und machen das Tierwohl zu ihrer Top-Priorität. Der Erhalt der Tiere ist das, was die Profis dieser außerordentlichen Organisationen dazu inspiriert, ihr Leben der bestmöglichen Pflege von Meeressäugetieren, sowohl innerhalb ihrer Organisationen, als auch in der Wildnis zu widmen.

Ihr Einsatz und die Möglichkeiten, die sie der Öffentlichkeit bieten, um mit diesen bewundernswerten Tieren in Kontakt zu treten und mehr über sie zu erfahren, ist genau das, was Millionen Besucher in diese Parks zieht.

Wir verstehen den Druck, den Tierrechtsaktivisten wie PETA auf ein Unternehmen durch endlose Proteste, Briefe und ständig wechselnde Forderungen zum Erreichen ihrer Ziele ausüben können. Sie zielten ihre Aktivitäten auf die Thomas Cook Gruppe und sie werden weiterhin Druck auf Ihr Unternehmen und andere ausüben. Nichtsdestotrotz verwechseln Sie bitte nicht das Interesse der Besucher für das Tierwohl mit der radikalen Agenda von Tierrechtsaktivisten, die Sie angegriffen haben und nun Ihre Reaktion dazu nutzen, die Unterstützung von Organisationen, die in der Tat signifikative Arbeit zum Schutz der Meeressäugetiere leisten, zu unterlaufen.

Im Gegensatz zu den Behauputungen von Tierrechtsorganisationen, zeigen wissenschaftliche Studien, dass Meeressäugetiere, die in akkreditierten Einrichtungen leben, sich gut entfalten und so lange leben, oftmals sogar länger, als ihre Artgenossen in der Wildnis. Sie leben unter hohen Qualitätsstandards, erhalten nährstoffreiche Nahrung, reguläre und präventive veterinärmedizinische Untersuchungen durch lizensierte Profis und sie üben und spielen auf eine Weise, von der Körper und Geist profitieren. Dies sind Fakten, die von Experten belegt sind, die die Tiere kennen und sich um sie kümmern und nicht von denjenigen, deren Ziel es ist, die Tiere aus öffentlichen Ausstellungen zu verbannen. Noch einmal wir, fordern Ihr Unternehmen auf, Ihr Entscheidung zu überdenken, Ihren Kunden die Möglichkeit zu enthalten, SeaWorld und Spaniens Loro Parque, beides weltweit führende Meeresparks zum Schutz von Meeresleben, zu erleben.

Mit freundlichen Grüßen
Kathleen Dezio AMMPA President & CEO
Grey Stafford, PhD IMATA President

EAZA Stellungnahme zur jüngsten Ankündigung von Thomas Cook

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Quelle: EAZA-Statement-on-Recent-Thomas-Cook-Announcement

Das Reiseunternehmen Thomas Cook hat kürzlich angekündigt, dass ab 2019 keine Ausflüge mehr zu Einrichtungen verkauft werden, die Orcas beherbergen. Das Mitglied der Europäischen Vereinigung von Zoos und Aquarien (EAZA), Loro Parque, ist eine dieser Einrichtungen, die von dieser Bekanntgabe betroffen sind. Der Loro Parque sorgt seit mehr als zwölf Jahren für Orcas und hat dabei eine Fülle von Erfahrungen gesammelt, die sich auf das Wohlbefinden und den Umgang mit diesen Tieren beziehen. Der Loro Parque hat die rigorose und ganzheitliche EAZA-Akkreditierung erhalten, die Standards über die Unterbringung der Tiere und ihre Pflege, Arterhaltung, Bildungs- und Forschungsarbeit umfasst. Zudem hat er erst kürzlich eine Überprüfung des Wohlbefindens ihrer Tiere, die von Thomas Cook gefordert wurde, mit einer 100%igen Bewertung bestanden. Arterhaltungsprogramme an denen auch die Orcas im Park beteiligt sind, haben zur Entwicklung eines Prototyps beigetragen, der die Vokalisation benutzt, um den Schutz und das Wohlergehen der Orcas im offenen Meer zu unterstützen.

Die Ankündigung von Thomas Cook nutzt das Wohl der Tiere als Argument für die Entscheidung, jedoch ohne den hohen, geprüften Tierwohlstandard zu berücksichtigen, den der Loro Parque aufweist. Es ist auch schwer zu verstehen, aus welchen Gründen Thomas Cook zunächst eine Überprüfung des Tierwohls einfordert und dann dessen Ergebnis missachtet. EAZA fordert Thomas Cook dazu auf, ihre Entscheidung zu überdenken, insbesondere weil es ein von EAZA akkreditieres Unternehmen wie den Loro Parque betrifft, das noch dazu die von Thomas Cook geforderten Tierschutzstandards erfüllt. Die Vorgaben für den Akkreditierungsprozess und die Standards, die von EAZA aufgestellt werden, sind aufgrund unserer Transparenz und Professionalität öffentlich einsehbar.