Der Tierschutz benötigt eine unabhängige Wissenschaftt

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In den letzten Jahrzehnten hat die Sorge um das Wohlergehen der Tiere weltweit immer mehr zugenommen. Die Lebensqualität von Tieren, sowohl in der Natur als auch in Zoos, ist für die Öffentlichkeit von Bedeutung. Darüber hinaus sind Gesetzgeber und Regulierungsbehörden dafür zuständig, Richtlinien zu erlassen, die Einfluss auf das Wohlergehen dieser Tiere haben können. Es ist wichtig, dass diese Entscheidungen auf der Grundlage unvoreingenommener und genauer Überprüfungen wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden. Leider entspricht nicht jede Begutachtung den allgemein anerkannten Standards für die Analyse und die Objektivität.

In einer Arbeit mit dem Titel The Bias and Misrepresentation of Science Undescriptions the Productive Discourse on Animal Welfare Policy: A Case Study (Die verzerrte und falsche Darstellung von Wissenschaft führt in der Tierschutzpolitik zu keinem produktiven Diskurs: Eine Fallstudie) ​ , untersuchte ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von Dr. Kelly Jaakkola, Forschungsdirektorin am Dolphin Research Center in Grassy Key, Florida, eine schwerwiegende fehlerhafte Beurteilung des Wohlergehens von Orcas (Schwertwalen) in menschlicher Obhut.

Die von ihnen analysierte Studie mit dem Titel The Adverse Effects of Captivity and Chronic Stress on Orca (Orcinus orca) Welfare (Die schädlichen Auswirkungen der Gefangenschaft und des chronischen Stress auf das Wohlbefinden von Schwertwalen (Orcinus orca)) wurde von Dr. Lori Marino, Naomi A. Rose, Ingrid N. Visser, Heather Rally, Hope Ferdowsian und Veronica Slootsky verfasst. Alle Autoren dieser Abhandlung von Marino et al. sind bekannte Gegner der Haltung von Orcas und anderen Meeressäugern in zoologischen Einrichtungen.

Obwohl die angesprochenen Themen, wie Lebenserwartung, Stress, Raumangebot und die Frage, ob Orcas in menschlicher Obhut genügend physische, kognitive und soziale Stimulation erhalten, für den Tierschutz wichtig sind, ist das Papier von Marino et al. weit von einer genauen und unvoreingenommenen Untersuchung entfernt. In ihrer kritischen Stellungnahme untersuchen und erklären Jaakkola et al. eine Reihe von methodischen Fehlern und falschen Darstellungen aus der wissenschaftlichen Literatur, die in der Arbeit von Marino et al zu finden sind, darunter problematische Referenzierungen, überzogene Interpretationen von Daten, irreführende Wahl von Begriffen und voreingenommene Argumentationen.

„Debatten über den Tierschutz in Zoos und Aquarien sind wichtig“, sagt Dr. Jakkola, „aber eine fundierte Entscheidungsfindung erfordert per Definition eine solide wissenschaftliche Grundlage, und das Papier von Marino et al ist keine gute Wissenschaft. Die Quellen sind unvollständig und ungenau, die Argumente sind voreingenommen und ihre Auswertung der Daten irreführend. Derartige allgegenwärtige Probleme untergraben nicht nur die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit, sondern können auch zu Fehlinformationen führen, und sogar – noch sehr viel schädlicher – zu falschen Entscheidungen für die Tiere und ihre Pflege“.

Jaakkola et al. beziehen sich mit ihrer Kritik auf die grundsätzliche Diskussion über den Erhalt der Glaubwürdigkeit von wissenschaftlichen Überprüfungen. Sie äußern sich absichtlich nicht dazu, ob Orcas in Zoos und Aquarien gehalten werden sollen. „Es ist absolut notwendig, dass wir als Wissenschaftler nicht zulassen, dass unsere persönlichen Gefühle die Interpretation von Daten verzerren, und das , wie es bei Marino et al. der Fall ist, Agenden die Art und Weise beeinflussen, wie wissenschaftliche Daten analysiert und kommuniziert werden“, sagt Co-Autorin Dr. Stephanie L. King, Dozentin an der Universität von Bristol in Großbritannien. „Letztendlich wird eine schlechte wissenschaftliche Praxis nichts Positives bewirken, weder für die Tiere selbst, noch für die Öffentlichkeit oder die Gesetzgeber und die Regulierungsbehörden.“

ARTICLE: Jaakola, K., Bruck, J.N., Connor, R.C., Montgomery, S.H., King, S.L., (2020) ​Bias and misrepresentation of science undermines productive discourse on animal welfare policy: A case study ​Animals​, 10, 1118. Available with open access at https://www.mdpi.com/2076-2615/10/7/1118

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