Die traurigen Geschaefte der Ingrid Visser mit wilden Orcas

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Seit Jahren setzen sich der Loro Parque und die Loro Parque Fundación für den Schutz der Meere und ihrer Bewohner ein. So erfüllt es uns mit großer Sorge, wenn Menschen die Sicherheit dieser Bewohner gefährden. Ein Beispiel dafür ist das Schwimmen mit Delfinen in freier Wildbahn. Diese sind nicht daran gewöhnt, dass Menschen zu ihnen ins Wasser springen. Im Interesse der wildlebenden Tiere wäre es auch nicht gut, sie zu sehr an die Nähe der Menschen zu gewöhnen, da negative Folgen solcher Anregungen hinreichend dokumentiert sind. Aus diesem Grund ist man in Hawaii bereits auf dem Weg, diese touristische Praxis in seiner jetzigen Form zu verbieten.

In Neuseeland gibt es dazu bereits eine Gesetzgebung, die es Touristen verbietet, sich den Tieren zu nähern. In letzter Zeit aber häufen sich die Verstöße. So gab es einen Kayakfahrer, der sich mit einer Drohne bei der Interaktion mit einem Orcakalb filmte – eine lebensgefährliche Situation für beide, die vom Menschen allein zu seinem eigenen Vergnügen und zu seiner Selbstdarstellung verursacht wurde.

Ingrid Visser vom Orca Reseach Trust, in deren amateurhafter Obhut jüngst ein Orcakalb starb, gab zu bedenken, dass es „nicht zulässig“ wäre – aufgrund des Marine Mammal Acts und des „gesunden Menschenverstands“. Dabei verschweigt sie, dass sie sich selbst Orcas in freier Wildbahn nähert. So ist sie natürlich kaum ein geeigneter Ansprechpartner in dieser Sache und erst recht kein gutes Vorbild. In diesem Artikel von Awesome Ocean findet man Bildmaterial darüber wie nahe sie den Orcas kommt. Ihr Verhalten ist genauso falsch wie das des Kajakfahrers, das sie kritisiert.

Dr. Visser, die gelegentlich als Orcaexpertin bezeichnet wird, geht aber in Norwegen aus Profitgründen noch einen Schritt weiter: Dort ist sie Schnorchel-Guide für eine niederländische Firma, die Tauchgänge mit wilden Orcas anbietet. In Neuseeland, den USA und vielen anderen Ländern, die es mit dem Walschutz ernst meinen, wären solche Touren unmöglich. Visser nutzt anscheinend das schwache Walschutzrecht in Norwegen, einer Walfangnation, für ihren eigenen Profit aus. In der wissenschaftlichen Gemeinschaft hat sie dieses Vorgehen komplett diskreditiert, denn die Wissenschaft weiß schon lange, dass Schwimmen mit den wilden Delfinen und massentouristisches Whale Watching den Tieren in der Natur schadet.

Hier die einige Studien zu diesem Thema aus den letzten zwanzig Jahren:

  • Bejder, L., A. Samuels, H. Whitehead, N. Gales, J. Mann, R. Connor, M. Heithaus, J. Watson-Capps, C. Flaherty, and M. Krutzen. 2006. Decline in relative abundance of bottlenose dolphins exposed to long-term disturbance. Conservation Biology doi: 10.1111/j.1523-1739.2006.00540.x. Published online: 9-Aug-2006. (http://www.blackwell-synergy.com/toc/cbi/0/0)
  • Christiansen, F., D. Lusseau, E. Stensland and P. Berggren. 2010. Effects of tourist boats on the behaviour of Indo-pacific bottlenose dolphins off the south coast of Zanzibar. Endangered Species Research 11: 91 – 99.
  • Constantine, R. 2001. Increased Avoidance of Swimmers By Wild Bottlenose Dolphins (Tursiopstruncatus) Due to Long-term Exposure to Swim-With-Dolphin Tourism. Marine Mammal Science, 17(4): 689-702.
  • Constantine, R., D.H. Brunton, and T. Dennis. 2004. Dolphin-Watching Tour Boats Change Bottlenose Dolphin (Tursiopstruncatus) Behaviour. Biological Conservation, 117: 299-307.
  • Jensen, F.H., L. Bejder, M. Wahlberg, N. Aguilar Soto, M. Johnson and P.T. Madsen. 2009. Vessel noise effects on delphinid communication. Marine Ecology Progress Series, 395: 161-175.
  • Lusseau, D. 2003. Effects of tour boats on the behavior of bottle-nose dolphins: Using Markov chains to model anthropogenic impacts. Conservation Biology 17: 1785–1793. Lusseau, D. 2004. The hidden cost of tourism: detecting long-term effects of tourism using behavioral information. Ecology and Society, 9(1): 2.
  • Lusseau, D. and J.E.S. Higham. 2004. Managing the impacts of dolphin-based tourism through the definition of critical habitats: the case of bottlenose dolphins (Tursiops spp.) in Doubtful Sound, New Zealand. Tourism Management 25: 657-667.
  • Nowacek, S.M., R.S. Wells, and A.R. Solow. 2001. Short-term effects of boat traffic on bottlenose dolphins, Tursiopstruncatus, in Sarasota Bay, Florida. Marine Mammal Science 17(4): 673-688.
  • Samuels, A. and L. Bejder. 2004. Chronic interaction between humans and free-ranging bottlenose dolphins near Panama City Beach, Florida, USA. Journal of Cetacean Research and Management, 6(1): 69-77.
  • Samuels, A., L. Bejder, and S. Heinrick. 2000. A Review of the Literature Pertaining to Swimming with Wild Dolphins. Contract Report Prepared for the Marine Mammal Commission.
  • Wells, R.S. and M.D. Scott. 1997. Seasonal Incidence of boat strikes on bottlenose dolphins Near Sarasota, Florida. Marine Mammal Science, 13(3): 475-480.

Mehr dazu: http://www.nmfs.noaa.gov/pr/dontfeedorharass.htm

Wir hoffen sehr, dass wir unsere Besucher animieren können, solche unsenisblen Touren nicht zu unterstützen, denn sie schaden Wildpopulationen, deren Schutz sich der Loro Parque zur Aufgabe macht. Die Loro Parque Stiftung wendet jährlich rund eine Millionen Dollar auf, um Tieren in der Wildbahn durch Natur- und Artenschutz zu helfen. Dazu gehört es auch schädliche Eingriffe des Menschen zu reduzieren. Deshalb rufen wir Sie dazu auf an solchen touristischen Angeboten nicht teilzunehmen, um die Ausbeutung von Wildpopulationen nicht zu unterstützen – zum Schutz der Natur, unserem wichtigsten Erbe.

Die Delfine in unserer Haltung sind an den Kontakt mit den Trainern gewöhnt. Hohe Hygienevorschriften sorgen dafür, dass das Einschleppen von Krankheiten verhindert wird. Zudem werden unsere Tiere erstklassig medizinisch versorgt. Auch bieten wir keine Delfinschwimmprogramme für Touristen an, weil wir keine falschen Anreize schaffen wollen, denn Delfine sind nun mal Wildtiere und können dem Menschen in der Wildbahn durchaus gefährlich werden. Innerhalb der letzten Jahre sind einige Verletzungen und sogar Todesfälle von Menschen zu beklagen, die Opfer von wilden Delfinen wurden. Unsere Trainer arbeiten lange daran, das Vertrauen der Delfine zu erlangen und das ist die Basis für die tägliche Zusammenrabeit mit den Tieren.

In jeder Präsentation bekommt ein Kind die Möglichkeit mit den Großen Tümmlern näheren Kontakt aufzunehmen – das ist für das Kind völlig ungefährlich, weil die Trainer diese Interaktion überwachen. Auch durch solche Präsentationen werden die Delfine zu Botschaftern ihrer Art in der Natur, unserem wichtigsten Erbe, dessen Schutz wir uns verschrieben haben. Zu diesem Schutz gehört eben auch, dass Touristen nicht die zu große Nähe von wilden Meerestieren suchen, weil dies grossen Schaden für beide anrichten kann.

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