Stellungnahme des Loro Parque

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Loro Parque widerlegt falsche Aussagen der Kommunikationsverantwortlichen der NGO OceanCare, Sandra Ludescher, über Delfinarien in einem Interview mit der schweizer Zeitung 20 Minuten am 14. Januar 2018: http://www.20min.ch/leben/reisen/story/Warum-Sie-keine-Delphin-Show-besuchen-sollten-26292203

In einem ausführlichen Schreiben zeigt Loro Parque wie wichtig moderne Delfinarien heute für den Natur- und Tierschutz sind, und wie falsch es ist, die modernen Einrichtungen pauschal mit schlecht geführten Delfinarien außerhalb Europas zu vergleichen.

In Folgenden veröffentlichen wir diesen Brief, den Loro Parque an Hotelplan Suisse geschickt hat, um über die Bedeutung der modernen Zoos und Delfinarien und ihrer Arbeit richtig zu informieren.

 

Engagement von Hotelplan Suisse für Delfine/ Interview Sandra Ludescher, OceanCare in der Zeitung „20min.“

Wir begrüssen das Engagement von Hotelplan Suisse für den Delfinschutz, allerdings äussern wir aber auch unsere Bedenken wegen der  undifferenzierten und somit kontraproduktiven Kritik ihres Kooperationspartners OceanCare an Delfinarien. Insofern halten wir die darauf begründete Absicht, Hotelplan-Kunden vom Besuch moderner Delfinarien abzuraten, für sowohl ökologisch, als im Sinne der Förderung eines nachhaltigen Tourismus auch ökonomisch kontraproduktiv und auch im Sinne des Delfin- und Meeresschutzes für nicht nachvollziehbar!

Vielmehr gilt es heute in einer Zeit einer zunehmend naturentfremdet in großen Städten lebenden Menschheit dringender den je, den Kontakt zur Faszination von Tierwelt und Natur im modernen Zoo als der weltweit bedeutendsten Botschaft für wilde Tiere zu fördern! „Gäbe es noch keine Zoologischen Gärten, es wäre höchste Zeit, sie zu erfinden!“, formulierte vor einigen Jahren sehr zutreffend der ehemalige Kölner Zoodirektor Professor Gunter Nogge.

Wussten Sie, dass weltweit jährlich mehr als 700 Millionen Menschen die Zoologischen Gärten besuchen? Woanders als im Zoo kann also effektiv die Begeisterung für unsere Mitgeschöpfe auf der Erde geweckt werden und die Zoobesucher für die Notwendigkeit des Schutzes der Tierwelt und ihrer natürlichen Lebensräume sensibilisiert werden?

„Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen„, so lautet sehr treffend das Leitmotiv des Verbandes der Zoologischen Gärten VdZ, dem in der Schweiz die Zoos von Basel, Bern, Goldau, Gossau, Kerzers, Langenberg, Rapperswil und Zürich, sowie in Deutschland u.a. die Zoos von Duisburg und Nürnberg, sowie als einziger spanischer Zoo, der Loro Parque auf Teneriffa angehören. Neben dem Loro Parque unterhalten auch die beiden hier genannten deutschen Zoos trotz des – von Zoogegnern vollkommen verkannten hohen Kostenaufwands – moderne Delfinarien, in denen Delfine und im Loro Parque auch Orcas charismatische Botschafter für den Schutz ihrer in der Natur zunehmend bedrohten Artgenossen und ihrer marinen Lebensräume sind.

Diese modernen Delfinarien, in denen es den Tieren sehr viel besser geht als – leider – derzeit zahlreichen ihrer Artgenossen in der Natur, vollkommen undifferenziert in einem Atemzug mit den leider immer noch weltweit existierenden schlechten Delfinarien zu nennen, in denen die Tiere unter unverantwortlich schlechten Umständen und dort in der Tat aus Profitgier gehalten werden, ist ein heftiger Schlag ins Gesicht der Verantwortlichen dieser Anlagen und ihrer durchweg engagierten und tierliebenden Mitarbeiter!

Unsere Bedenken werden leider in einem Interview der Zeitung „20 minuten“ mit der Kommunikationsverantwortlichen der NGO OceanCare, Frau Sanda Ludescher, bestätigt. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Frau Ludescher über keinerlei Expertise über Wale und Delfine, und schon gar nicht über deren Haltung verfügt. Sie ist Expertin im Online-Marketing und digitaler Kommunikation, und hat weder ein Studium der Zoologie noch der Veterinärmedizin vorzuweisen. Auch hat Frau Ludescher keine nennenswerten praktischen Erfahrungen im Umgang mit diesen Tieren.

Aber ganz offenbar ist dies der Zeitgeist: Menschen lesen etwas in den „sozialen Medien“ über Wale und Delfine, und wähnen sich quasi über Nacht auf einmal als Experte für diese Tiere, und glauben mehr von diesen Tieren zu verstehen, als die Tierpfleger, Trainer, Veterinäre und Zoologen, die teils schon seit Jahrzehnten mit ihnen arbeiten!

Aus fachzoologischer Sicht können die Aussagen von Frau Ludescher in dem betr. Interview keinesfalls unwidersprochen bleiben!

  • Dies gilt schon für ihre Behauptung, dass Delfinen keine artgerechten Lebensbedingungen „in Gefangenschaft“ geboten werden können (übrigens vermeiden Experten den anthropomorphisierenden Begriff „Gefangenschaft“, und sprechen stattdessen in der Tiergartenbiologie zutreffender von „in menschlicher Obhut“).
Zahlreiche Untersuchungen an in modernen Delfinarien gepflegten Delfinen belegen, dass die Tiere hier nicht nur älter werden als in der Natur, sondern zudem ein weniger gestresstes Leben führen, als ihre Artgenossen in den natürlichen Lebensräumen.

So wissen wir, dass der Wert des Stresshormons Cortisol im modernen Delfinarium in aller Regel signifikant niedriger ist als in der Natur. (siehe dazu http://zoos.media/medien-echo/delfine-zoo-gluecklicher-forschung/ )    Dies bedeutet natürlich auch, dass andererseits im modernen, wissenschaftlich geleiteten Zoo und Delfinarium gemäß den aktuellen Erkenntnissen der Tiergartenbiologie und Verhaltensforschung heutzutage selbstverständlich der drohenden Langeweile vorgebeugt wird. Dies erfolgt hier insbesondere durch Programme zur Verhaltensanreicherung (Behavioral Enrichment) der Tiere.

Eine wichtige Rolle spielen das Training und die edukativen Tierpräsentationen der sehr sozialen und verspielten Meeressäugetiere, die selbstverständlich ausschließlich freiwillig und sehr gerne daran teilnehmen.  Keinesfalls wird in modernen Einrichtungen ein Zwang auf die Tiere ausgeübt! Dementsprechend ist es auch eine immer wieder von radikalen Zoogegnern gebetsmühlenartig aufgeführte unwahre Behauptung,  die Delfine und Orcas, Seelöwen und andere Tiere müssten für ihr Futter „arbeiten“. Denn weder mit Zwang noch durch „Aushungern“ lässt sich bei den Tieren etwas erreichen, und natürlich legen wir im modernen Zoo und Delfinarium großen Wert auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Tiere, nicht zuletzt auf der Basis regelmäßiger Gewichtskontrollen. Unabhängig davon, ob ein Delfin beim Training und den Präsentationsprogrammen mitmacht, oder das Tier einfach mal keine Lust hat: Bei uns bekommt jeder Große Tümmler, jeder Orca, und jeder Seelöwe  über den Tag verteilt in jedem Fall die Futtermenge, die das Tier aus ernährungsphysiologischer Sicht benötigt!

–       Folglich ist auch Frau Ludeschers Äusserung absolut unzutreffend, „dass kein Delfinarium der Welt derart gestaltet werden kann, dass Delfine ein artgerechtes Leben ohne Leiden führen können“. Denn die von küstennahen (und nicht von Hochsee-) Populationen abstammenden Delfine in den Delfinarien verspüren keinerlei Drang, täglich hundert und mehr km weit zu schwimmen und hunderte Meter tief zu tauchen, wie von Zoogegnern oftmals postuliert wird! Denn solche Strecken werden von den Tieren der residenten, küstennahen Populationen des Atlantischen Großen Tümmlers, von denen die Tiere in den europäischen Delfinarien abstammen, in der Natur nur ausnahmsweise einmal zurückgelegt, nämlich insbesondere dann, wenn die Tiere dies müssen, um ausreichend Nahrung zu bekommen.

In der Natur „arbeiten“ die Delfine folglich in der Tat sozusagen für ihre Ernährung, im Delfinarium kann davon keine Rede sein! Analog den Delfinen könnten auch wir Menschen täglich einen Marathonlauf machen. Wer von uns Europäern tut dies, mit Ausnahme von Hochleistungssportlern? Die Buschmänner in der Kalahariwüste hingegen müssen täglich riesige Strecken  für die Nahrungsbeschaffung, insbesondere bei der Jagd, zurücklegen.

–      Geradezu unverschämt wahrheitswidrig ist die von radikalen Zoogegner böswillig gemachte, und leider im betreffenden Interview auch von Frau Ludescher aufgestellte Behauptung, „Weil die Nachfrage durch Nachzuchten in Gefangenschaft nicht gedeckt werden kann, werden jährlich hunderte von Delfinen in der Wildnis gefangen.“  Die Realität sieht in den modernen Delfinarien, die europaweit im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) des Europäischen Zooverbands EAZA kooperieren, ganz anders aus: Hier leben derzeit ca. 270 Große Tümmler. Von diesen Delfinen wurden aufgrund der guten Zuchterfolge bereits mehr als 70 % in menschlicher Obhut geboren. Entgegen den Kampagnen radikaler Anti-Zoo-Gruppierungen haben ca. 30 % dieser Delfine als Gründertiere, die noch aus Wildfängen stammen, ein für diese Art sehr hohes Alter von mittlerweile  größtenteils weit über 30 Jahren, teilweise sogar mehr als 40 und 50 Jahren, erreicht! Hingegen liegt die mittlere Lebenserwartung dieser dank der Flipperfilme der fünfziger Jahre, und gerade auch dank der Delfinarien seit den sechziger Jahren bei uns sehr populär gewordenen Delfinart in der Natur nur bei um die, je nach Population, 10 bis 25 Jahren!

Aufgrund dieser guten Bilanz der modernen Delfinarien, und natürlich auch aus Respekt vor der Natur, ist seit 2003 kein wildgefangener Delfin mehr nach Europa importiert worden! Folglich hat kein europäisches Delfinarium mit den grausamen Delfinmassakern im japanische Taiji, auf das Frau Ludescher mit  ihrer Aussage offensichtlich insbesondere hinweist, weder geschäftlich noch ideell etwas zu tun! Moderne Zoos und Delfinarien gehören ganz im Gegenteil zu den vehementesten Kritikern dieser verantwortungslosen und barbarischen Vorgänge!

  • Auch dass die „direkte Interaktion zwischen Mensch und Wildtier selten unproblematisch ist, (und dass das) Schwimmen mit Delfinen für alle Beteiligten ein beachtliches Risiko für Verletzungen birgt“, entspricht so – bei entsprechendem Verantwortungsbewusstein der beteiligten Menschen, also insbesondere der Betreuer, nicht den Tatsachen. Denn natürlich achten die professionellen Betreuer in einem modernen Delfinarium darauf, dass weder Mensch noch Tier Schaden erleiden, und natürlich werden in den modernen Einrichtungen (in denen solche Angebote bestehen, im Loro Parque gibt es derartige Angebote nur vereinzelt und aus rein humanitären Gründen im Rahmen einer „Make a wish“-Aktion für schwerkranke Kinder) den Tieren entsprechend den Prinzipien der modernen Dressur (siehe oben) hinreichend Rückzugsmöglichkeiten eingeräumt.
  • Auch die Aussage von Frau Ludescher „wer die Bedürfnisse der Tiere respektiert, beobachtet sie auf dem Meer“ ist in letzter Konsequenz unrealistisch und sogar natur- und tierschutzwidrig, boomt doch die Whale Watching Industrie mit leider auch sehr negativen Auswirkungen auf die wildlebenden Populationen (im Jahre 2016 weltweit mehr als 13 Millionen Teilnehmer, siehe https://www.meeresakrobaten.de/2017/01/mehr-als-13-millionen-whale-watcher/),  und eine weitere Steigerung des Angebots wäre für die in der Natur lebenden Populationen ein großes Problem!(siehe http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/1534602/Why-watching-whales-does-more-harm-than-good.html).  Allerdings gibt es hier – wie im Bereich der Zoos und Delfinarien auch – Angebote eines „respektvollen“ Whale Watchings von gut und verantwortungsvoll geführten „modernen“ Anbietern, aber analog der eingangs erwähnten schlecht geführten Tierparks und Delfinarien, gibt es leider auch zahlreiche Whale Watching Angebote von rein kommerziellen und wenig verantwortungsbewussten Unternehmen.
  • Die abschliessende Aussage des Interviews von Sandra Ludescher „grundsätzlich sollte man auf  mit in Gefangenschaft lebenden Wildtieren verzichten“ zeigt angesichts von weltweit jährlich mehr als 700 Millionen Zoobesuchern leider einmal mehr von erstaunlich wenig „Fachexpertise“ und einer bemerkenswert geringen Bereitschaft der Leiterin Kommunikation des Hotelplan Kooperationspartners OceanCare zu einer differenzierten Betrachtungsweise durchaus bedeutender Themen!
Es ist angesichts dieser Umstände zu verstehen, dass die Unternehmensgruppe Loro Parque als im nachhaltigen Tourismus verankertes Unternehmen die Absicht von Hotelplan Suisse, sich bei der Erstellung einer Broschüre zum Thema „Gefangenhaltung von Delfinen und Schwimmen mit Delfinen“ mit der „Fachexpertise“ von OceanCare beraten, und Ihre Mitarbeiterschulung von Produkt- und Verkaufsverantwortlichen von dieser NGO, die bezogen auf Delfinarien ihrer Verantwortung als „UN-Sonderberaterin für Meeresfragen“ gewiss nicht gerecht wird, durchführen zu lassen, mit sehr großer Skepsis betrachtet.

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